Mutmaßungen über den IS

Eine hypothetische Soziologie

„Kein Plan überlebt den ersten Zusammenstoß mit dem Feind“ – dieser Satz, der dem von Carl von Clausewitz inspirierten Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke zugeschrieben wird, charakterisiert auch den Umgang mit dem „Islamischen Staat“.1 Die Vorstellung, ein lokal verankerter, militärisch versierter Akteur mit mehreren zehntausend Kämpfern lasse sich durch Bombardierungen vernichten, ist zwar schon lange zerstoben, doch da niemand weiß, wie man mit einem zum „Kriegsgegner“ gewordenen Feind umgehen soll, wird die Praxis des Bombardements fortgesetzt.

Besagte Unsicherheit rührt auch daher, dass über den IS relativ wenig bekannt ist, und diese Unwissenheit hat mehrere Gründe. Zunächst ließe sich vieles über das Versäumnis insbesondere der deutschen Sozialwissenschaften sagen, die ganze Erdteile in die Randgebiete der Forschungslandschaft verdrängt haben.2 Die Informationslage ist aber auch deshalb so schlecht, weil sich die journalistische Berichterstattung nach dem Abbau der Korrespondentennetze auf Regierungskreise und die Informationen aus den Sicherheitsapparaten zu verlassen scheint. Und schließlich erlaubt die Sicherheitslage in den vom IS besetzten Gebieten schlicht keine gründliche Recherche.

Der Hauptgrund dafür, dass wir so wenig über den IS wissen, liegt freilich im Verlangen der europäischen Akteure, schnell einen Adressaten für die Gegenwehr zu identifizieren. Für die innenpolitische Mobilisierung sowie zur Beruhigung der Öffentlichkeit nach den Pariser Anschlägen vom 13. Januar 2016 musste eine Geschichte erzählt werden, die – wie Denker des russischen Formalismus schon vor einhundert Jahren erkannten – einen personalisierten Gegner braucht, um zu funktionieren. Politik, die dem „Vorrang des Kurzfristigen“ verpflichtet ist, ist bisweilen auf die schnelle Verfertigung eines Feindbilds angewiesen, sowohl in der politischen Rede wie in der medialen Berichterstattung. Die Tagespolitik hat keine Zeit für soziologische Gedanken, weshalb das Konstruieren von Antagonismen die Information ersetzen muss.

Umso wichtiger sind Beiträge wie der von Stefan Kühl, der sich auf der Grundlage der Soziologie von Organisationen und sozialen Bewegungen wenigstens an einer hypothetischen Soziologie des IS versucht.3 So nötig dieser Versuch auch ist, so begrenzt scheint die Tragfähigkeit der darin enthaltenen Analogien. Die Effekte der kriegerischen Gewalt verändern nämlich die sozialen und politischen Dynamiken, die innerhalb des IS und um ihn herum wirken. Aus der Perspektive einer politischen Soziologie bewaffneter Gruppen4 lassen sich genauere Hypothesen darüber ableiten, welche Mechanismen im Innern des IS wirken. Es bleibt darüber hinaus fraglich, inwiefern Einsichten aus der Geschichte sozialer Bewegungen in Europa geeignet sind, die immer von lokalen Geschichten geprägten Dynamiken in anderen Teilen der Welt abzubilden.

Hierarchie oder Netzwerk?

Das Problem der Analogie zieht sich durch die gesamte Diskussion über den IS. Unter strategischen Denkern, vor allem in militärischen Sicherheitskreisen, scheint die Tendenz zu überwiegen, sich die Organisation des Gegners spiegelbildlich zum eigenen Selbstbild vorzustellen. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 war Entsprechendes beobachtbar, als die sicherheitspolitische Diskussion das lose Netzwerk um einen mobilen Inspirator so darstellte wie ein multinationales Unternehmen mit Hierarchien, Hauptsitz und Filialen.

Gut zehn Jahre später und nachdem sich die „network centric warfare“ als strategische Anpassung auch westlicher Militärapparate durchgesetzt hat, geschieht dasselbe: Auch der IS wird als globales „Netzwerk“ charakterisiert, ohne dass bekannt wäre, aus welchen Teilen dieses Netz besteht und was die einzelnen Teile miteinander verbindet. Dabei haben spätestens die Erfahrungen in Afghanistan seit 2001 und in Irak seit 2003 gezeigt, wie volatil die Konstellationen und Bündnisse sind und welcher Fluktuation die Figurationen unterliegen, die etwa vereinfacht als „Taliban“ bezeichnet wurden und werden.5 Umso unglaubwürdiger ist die These, dass „der IS“ in Nigeria, Libyen und Jemen mehr als eine symbolische Referenz ist. Zwar beziehen sich dort bewaffnete Gruppen auf den IS, aber wenig spricht dafür, dass der „transnationale Terrorismus“ tatsächlich in belastbaren Netzwerkbeziehungen organisiert ist. Dafür sind mutmaßlich die Fliehkräfte der lokalen Dynamiken und die Handlungszwänge zu stark, die sich aus dem Gewalthandeln der Gruppen selbst wie auch aus ihren Bindungen an lokale Legitimationsquellen ergeben. Zudem macht der Druck von Verfolgung und Überwachung die Etablierung einer wirklichen transnationalen Organisation nicht eben leichter.

Dass Gewaltexperten von einem Kontinent auf den anderen wandern, ist kein Beleg für eine transnationale „Organisation“. Das Phänomen ist weder historisch neuartig noch ein Beweis für irgendeine Form von übergreifender Gliederung. Solche Wanderungen geschehen sowohl aus politischen Interessen als auch wegen geteilter symbolischer Bezüge, einzelner Beziehungen und Gelegenheitsstrukturen – ganz so, wie das auch für den Terrorismus der 1970er-Jahre, die Wanderungen weißer Söldner im Afrika der 1960er-Jahre oder den Export deutscher und französischer Militärexperten aus Europa nach Lateinamerika, in die jungen USA oder in die entstehende Türkei gilt. Was die nicht-staatlichen Akteure von heute mit denen von damals gemeinsam haben, ist, dass viele von ihnen ihre militärische Schulung staatlichen Gewaltapparaten verdanken. Doch all diese Wanderer mussten sich in Gefüge einordnen, die ihre Strukturelemente ihren Entstehungskontexten verdankten – so stark erstere sich dann auch unter den Bedingungen des Krieges modifizierten.

Nicht die Frage „Hierarchie oder Netzwerk“ hilft deshalb weiter, wenn man dem IS auf die Spur kommen möchte. Vielmehr sollte man einen Blick auf den Kontext werfen, in dem sich die Akteurskonstellation herausbildete. Aus der vergleichenden Soziologie bewaffneter Gruppen lassen sich zugleich spezifische Hypothesen über die Dynamik des IS ableiten.

Lokale Muster der Organisation

Für alle bewaffneten Gruppen gilt, dass die Strukturen und politischen Praktiken ihres gesellschaftlichen Kontextes sich auch in ihrem Innern wiederfinden. Im Fall des IS sind dies wahrscheinlich Relikte aus den staatlichen Agenturen des Baath-Regimes, Familienbande und im Krieg entstandene Vergemeinschaftungen. So viel lässt sich jedenfalls aus den wenigen Informationen ableiten, die über die Genese des IS bekannt sind. Demnach hat sich ein zunächst politisch marginaler Kern erst nach den Repressions- und Kriegserfahrungen von 2003 gebildet. Seitdem lief in Irak und Syrien eine beschleunigte, sich aber schon zuvor anbahnende Informalisierung von Politik und Ökonomie ab, die die Fragmentierung und anhaltende Neuformierung politischer und ökonomischer Macht mit sich brachte –bei den staatlichen Apparaten, den regierenden Oligarchien und den bewaffneten Herausforderern.

Nicht untypisch ist, dass in der Formierungsphase die Gefängnisse eine bündnisstiftende Rolle spielten: Analog zur Kerngruppe der jugoslawischen Partisanen Titos wie auch zu vielen anderen Fällen bildeten sich unter dem Druck und in der Enge der Strafanstalten neue persönliche Beziehungen. In der Zeit des Irakkrieges entstand dort das Band zwischen den meist als „sunnitisch“ charakterisierten Fragmenten des Sicherheitsapparats Saddam Husseins und der radikal-islamistischen Gruppe Abu Musab al-Zarkawis. Der „Kult des Geheimnisses und der Gewalt“,6 der die Gruppe offenbar durchzieht, wird so geformt und gefestigt worden sein. Für die Politik der Gruppe wird freilich der komplexe Zusammenhang von Legitimität und Gewalt ausschlaggebend – der „Schatten der Gewalt“.7

Der Schatten der Gewalt

Nicht nur muss eine bewaffnete Gruppe wissen, wie sie ihren eigenen Mitgliedern gegenüber Gewalt legitimiert, sie muss ihre Taten auch denen gegenüber rechtfertigen, über die sie Herrschaft erlangen will. Die ausgeübte Gewalt kann tendenziell immer delegitimierend wirken, wenn sie die Moral der lokalen Gesellschaft verletzt, die jedem Herrschaftsanspruch zunächst eine Grenze setzt. Viele bewaffnete Gruppen sind an dieser Herausforderung gescheitert. Die Heterogenität, die im Innern des IS zu vermuten ist, verschärft dieses Problem, denn insbesondere wenn familiale und kommunitäre Loyalitäten dem Gewalthandeln entgegenstehen, werden Anpassungen des Gewalthandelns nötig, um stabile Herrschaftsbeziehungen zu etablieren.8 Der Zauber von Ideen eines reinen religiösen Lebens oder der politischen Revolution verfliegt schnell, wenn er mit den realen Auswirkungen der Gewalt konkurrieren muss.

Eine andere Dynamik von Legitimität und Gewalt bedroht die Gruppe im Innern: In vielen bewaffneten Gruppen wird das Kriegscharisma des einzelnen zur Gefahr für jede Form sich herauskristallisierender Hierarchien. Sofern andere Statuslogiken als die des Krieges die sozialen Beziehungen im Verband mitbestimmen – Abstammung, nicht-militärische Kompetenzen oder Prominenz –, kann die Ehre des erfolgreichen Kriegers oder des geschickten Mittelsmannes zu auswärtigen Unterstützern das Risiko der Fragmentierung mit sich bringen, sofern sich sein Auftreten nicht in die traditionalen Hierarchien fügt.

Legitimierende Wirkung hat auch die von der lokalen Bevölkerung erfahrene Gewalt, die von den Gegnern der bewaffneten Gruppierung ausgeht. Ungenaue Bombardierungen und ihr „Kollateralschaden“ – denn diese Gewaltpraxis fordert trotz allen militärtechnischen Fortschritts zivile Opfer – tragen nicht nur dazu bei, dass Unbeteiligte bei den bewaffneten Gruppen Schutz vor Gefahr suchen. Sie befeuern auch das Ressentiment und die Stereotypisierung eines „gemeinsamen Gegners“, die den Kriegern neue Mitglieder zuführen oder wenigstens ihre Tolerierung durch die sie umgebende Bevölkerung ermöglichen.

Für viele der Kämpfer, die sich dem IS anschließen, wird diese Entscheidung „der blinde Sprung in eine geträumte Moderne“ sein, der auch in anderen Fällen dem Krieg neue Mitstreiter zuführt.9 Werden Menschen einer bestimmten Region etwa aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen in ihrer biografischen Entwicklung blockiert, lassen sich ihre Haltungen bisweilen mit rationalistischen Erklärungsmustern nicht hinreichend abbilden. Dass der pauschale Verweis auf „Exklusion“ den Zulauf des IS nicht allein erklären kann, hat allerdings mit den Legitimierungseffekten der Gewalt selbst zu tun: Denn das Charisma der Tat, das der Gewalt als Aktionsmacht (Heinrich Popitz) innewohnt, zieht offenbar auch Gefolgschaft aus wohlhabenden Teilen der Welt und aus mehr oder weniger gelungenen Integrationszusammenhängen an.10 Die Mischung aus Gewaltkult und religiöser Heilslehre, die eine gerechte Lebensführung im Angesicht einer existenziellen Bedrohung ermöglichen soll, sowie das Feindbild des IS gewinnen mit jedem militärischen Schlag des „verdorbenen Westens“ gegen den IS weitere Plausibilität.

Das Verständnis dieser Eigendynamiken des Krieges ist für den politischen wie militärischen Umgang mit dem IS zentraler als der Versuch, die in jüngster Zeit in den Medien vermehrt thematisierte „Ökonomie“ des IS und seine möglichen Einnahmen aus informellen Erdölverkäufen nachzuvollziehen. Denn es ist nicht die Habgier, die die Formierung der Gruppe antreibt, obgleich auch hier Max Webers Diktum zutrifft, dass die Erfüllung „des materiellen Interesses mindestens des Verwaltungsstabes“11 eine Voraussetzung stabiler Herrschaft sei.

Ob es dem IS freilich gelingen wird, die Ansätze seiner faktischen Staatsbildung auszubauen oder ob die Allianz seiner Gegner ein erfolgreiches Gegenprojekt etablieren kann, ist überhaupt nicht absehbar – auch deshalb nicht, weil Irak und Syrien soziologische terrae incognitae zu werden drohen. Die Wissenslücke, die das Desinteresse der Sozialwissenschaften und die Tabus in repressiven Regimen verursacht haben, wird nun durch beschleunigte Wandlungen in den Jahren des Krieges und seiner Internationalisierung verschärft.

Das Problem der Transformation

Nur die Kombination von mehreren legitimatorischen Ressourcen erlaubt die Stabilisierung der Machtbeziehungen in bewaffneten Gruppen. Im Fall einer so heterogenen Gruppierung, wie der IS sie offenbar darstellt, besteht allerdings die Gefahr, dass ebendiese Legitimationsquellen und die Dynamiken der Gruppe früher oder später zu Gewalt innerhalb des Verbandes führen. Kriegscharisma allein reicht ebenso wenig wie ‚Beute‘ aus, um dieses Konfliktpotenzial unter Kontrolle zu halten. Zwar ermöglichen die genannten Ressourcen kurzfristige Bindungen, aber sie lösen das Problem der Verstetigung des Charismas nicht.

‚Erfolgreiche‘ bewaffnete Gruppen, also solche, die heute in Staaten wie Ruanda, Uganda, Eritrea, Zimbabwe, Kosovo, Äthiopien oder Ost-Timor regieren, konnten demgegenüber auf zusätzliche Quellen der Legitimität zurückgreifen. Traditionale Faktoren wie die Abstammung der Kader von führenden Familien, größere Verwandtschaftszusammenhänge und das kulturelle Kapital eines nicht-militärischen Habitus, der reguläre Politik, die Gabe der Rede und politische Klugheit vereint, zählen dazu. Denn die eigentliche Herausforderung für eine bewaffnete Gruppe liegt darin, die Gewalt als Aktionsmacht in reguläre Politik, in Verwaltung und politische Institutionen umzuwandeln, in denen Widersprüche prozessierbar werden. Ob und inwiefern der IS über solche Organisationsressourcen verfügt, ist wenig bekannt. Aber die Annahme erscheint plausibel, dass eine wichtige Legitimationsressource des IS in der Ordnungsfunktion besteht, die die Gruppe in dem von ihr beherrschten Gebiet innehat: Die Unterdrückung lokaler krimineller Banden, die Wiedererrichtung einer funktionierenden Verwaltung und regulierte Preise für Grundnahrungsmittel werden vor Ort wenigstens teilweise dem IS zugeschrieben.12

Mutmaßlich besteht seine innere Politik, ebenso wie die seiner Vorläufer im Kontext des Baath-Regimes, aus einer Verkopplung von Patrimonialismen mit bürokratischen Elementen und den Solidaritäten einzelner Kampfverbände. Im Unterschied zu den oben genannten „erfolgreichen“ Gruppen kann der IS zudem mit einem Ereignis noch nicht rechnen, das für jene eine weitere Erfolgsbedingung war: der Gleichgültigkeit oder dem Rückzug der Großmächte.

Mit dem Staat gegen den Staat

Auf die Frage, wie mit einem stark von Gewalterfahrungen geprägten Raum so umgegangen werden kann, dass keine Fortsetzung der Dynamiken von Gewalt und Legitimität, sondern eine Delegitimierung der Gewalt erfolgt, hat weder die Diplomatie noch das militärische Denken eine Antwort gefunden. Selbst in der „counter insurgency“-Strategie bleibt Gewalthandeln ein essenzielles Element, sodass auch sie den gewaltlegitimierenden Eigendynamiken nicht entkommt. An der Strategie der westlichen Regierungen lässt sich dieses Dilemma erkennen: Indem man Gewalt an Oppositionsgruppen in den kriegsbetroffenen Staaten delegiert, also auf die aus dem Ost-West-Konflikt bekannte Strategie der Kriegsführung mit „proxies“ zurückgreift, will man wenigstens die delegitimierenden Effekte der Gewalt in den westlichen Demokratien vermeiden.

Die verheerende Wirkung der Zufuhr weiterer militärischer Expertise und Ressourcen mindert das nicht. 13 Die Geschichte solcher Stellvertreterkämpfe hat vielmehr gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit weiterer Eskalation steigt, weil besagte „proxies“ dazu neigen, sich von ihren Auftraggebern unabhängig zu machen.14 Kein Plan überlebt.

Dieser Beitrag ist Teil eines Soziopolis-Schwerpunkts zum Thema "Terrorismus". Weitere Texte erscheinen in Kürze.

Fußnoten

1 Für kritische Kommentare zu diesem Text danke ich Sophia Hoffmann.

2 Anders in den USA, Frankreich und Großbritannien (SOAS, CERI, Regional Studies Center an allen namhaften US-Universitäten). Vgl. dazu u.a. das Autorenkollektiv Noria, Qui est l’Etat islamique?, 2015.

3 Stefan Kühl, Die „Verorganisierung“ des Islamismus. Was man aus der Bewegungsforschung über den Islamischen Staat lernen kann, in: Soziopolis, 26.11.2015.

4 Vgl. Klaus Schlichte, In the Shadow of Violence. The Politics of Armed Groups, Frankfurt am Main 2009.

5  Vgl. Antonio Giustozzi, Koran, Kalashnikov and Laptop. The Neo-Taliban Insurgency in Afghanistan 2002–2007, Oxford 2009.

6 Noria, Qui est l’Etat islamique?

7 Vgl. Schlichte, In the Shadow of Violence.

8 Vgl. hierzu Stefan Malthaner, Mobilizing the Faithful. Militant Islamist Groups and Their Constituencies, Frankfurt am Main 2011; sowie Lutz Rzehak, Die Taliban im Land der Mittagssonne. Geschichten aus der afghanischen Provinz. Erinnerungen und Notizen von Abdurrahman Pahwal, Wiesbaden 2005.

9 Roland Marchal, Atomisation des fins et radicalisme des moyens. De quelques conflits africains, in: Critique internationale 42 (2009), 6, S. 159–175.

10 Vgl. Anonymous 2015, The Mystery of ISIS, in: The New York Review of Books, 31. August 2015.

11 Max Weber, Wirtschaft und Gesellschaft. Grundriß der verstehenden Soziologie, 5. Aufl., Tübingen, 1985, S. 143.

12 Vgl. Shiv Malik, The Isis Papers: Behind ‚Death Cult’ Image lies a Methodical Bureaucracy, in: The Guardian, 7. Dezember 2015.

13 Für die US-Regierung waren bisher im Falle Syriens eigene, in alten Konflikten generierte Wahrnehmungsmuster, nämlich die Gegnerschaft gegenüber Russland, bedeutsamer als die Warnungen der eigenen Militärführung vor einer Aufrüstung der Opposition. Vgl. dazu Seymour Hersh, Military to Military, in: The London Review of Books 38 (2016), 1.

14 Zur Dynamik staatlich delegierter Gewalt in Form von Milizen und Paramilitärs vgl. Klaus Schlichte, Mit dem Staat gegen den Staat? Die Formierung bewaffneter Gruppen, in: Identität, Institutionen und Ökonomie. Ursachen politischer Gewalt, Sonderheft 43 der Politischen Vierteljahresschrift, S. 283–306; und die Beiträge in Sicherheit + Frieden 33 (2015), 4.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Christina Müller.