Big Data

Ein Soziopolis-Themenschwerpunkt zu einem allgegenwärtigen Begriff

„Bedeutet 'Big Data' das Ende der sozialwissenschaftlichen Methodenforschung?“ Das fragte sich Jochen Mayerl auf Soziopolis bereits im vergangenen Winter. So mancher argumentiert schließlich, dass angesichts von nur noch von Supercomputern zu bewältigenden Wissensmengen die Wissenschaft an ihre Grenzen stoßen könnte, oder verweist auf die ethischen Fallstricke, die mit der Nutzung bestimmter Daten verbunden sind. Und welche Rolle spielt eigentlich die Theorie, wenn Empirie als Antwort auf alle Fragen präsentiert wird?

Davon, dass umgekehrt die Forschung zu Big Data am Ende sei, kann freilich keineswegs die Rede sein. Vielmehr haben sowohl grundsätzliche Reflektionen als auch geschichtswissenschaftliche Studien oder quantitative Forschungen zu großen Datensammlungen geradezu Konjunktur. Dementsprechend haben wir uns entschieden, dem Thema nun ernsthaft auf den Grund zu gehen und ihm einen von Lisa Knoll, Janosch Schobin und Kerstin Völkl herausgegebenen Soziopolis-Themenschwerpunkt zu widmen.

Welche Ängste, aber auch welche Hoffnungen mit Big Data verbunden sind, soll zunächst Jan-Felix Schrapes Aufsatz über „Utopien und Dystopien zu Massendaten seit 1960“ erhellen. Danach wird es konkret: Verschiedene der in loser Folge erscheinenden Beiträge geben darüber Auskunft, wie wissenschaftliche Untersuchungen entweder zu oder aber mithilfe von Big Data funktionieren können – ganz gleich, ob es um die Datennutzung in Wahlkämpfen, Techniken des Textmining, digitale Strategien der Bürgerbeteiligung oder Trends auf Wikipedia geht. Auch Fragen der Forschungsethik, des Datenschutzes und der Hochschuldidaktik werden diskutiert. Abgerundet wird der Themenschwerpunkt durch einschlägige Rezensionen und Veranstaltungsberichte.

Dieser Beitrag ist Teil eines Themenschwerpunkts zu Big Data. Weitere Texte finden Sie hier.