Februarrundschau

Sozialwissenschaftliche Leseempfehlungen, kurz notiert

Im American Journal of Sociology (Band 21, 4) geht es um „Rasse“ – mit Beiträgen von Michael L. Walker, Adam Gamoran, Ana Cristina Collares, Sarah Barfels und vielen anderen. Außerdem hat Hans Joas The Sacred Project of American Sociology von Christian Smith rezensiert.

Auch die American Sociological Review (1/2016) befasst sich mit Diskriminierung und sozialer Ungleichheit, wenn auch in einem allgemeineren Sinn: Lauren D. Davenport etwa untersucht The Role of Gender, Class, and Religion in Biracial Americans’ Racial Labeling Decisions, während Kenneth F. Ferraro, Markus H. Schafer und Lindsay R. Wilkinson den Zusammenhang von Childhood Disadvantage and Health Problems ergründen.

Analyse und Kritik 613 (Februar 2016) widmet sich in einem kleinen Schwerpunkt Vergewaltigungskulturen, feministischen Männern und Privilegienmodellen. Christian Lotz hat Axel Honneths Idee des Sozialismus gelesen und ist im Himmel der Ideen.

The Atlantic Monthly (März 2016) sieht mit Peg Tyre eine überraschende Math Revolution am Horizont – das berüchtigtste aller Schulfächer scheint seinen Schrecken verloren zu haben.

In den Blättern für deutsche und internationale Politik (2/2016) kritisiert Annett Mängel die Debatten über sexualisierte Gewalt, und Christoph Butterwegge sieht Migranten auf der Flucht in die Armut. Emma Dowling, Silke van Dyk und Tine Haubner plädieren in Sachen Ehrenamt Für ein rebellisches Engagement.

Esprit (Februar 2016) beschäftigt sich mit Religionen in der Öffentlichkeit sowie der Reaktion auf ankommende Flüchtlinge. Francis Guibal würdigt das kühne Denken von René Girard.

In der Zeitschrift für Ideengeschichte (Frühjahr 2016) ist Heike Delitz mit dem Beitrag Der erste Weltphilosoph. Henri Bergsons Renaissance vertreten. Hermann Lübbe hat einen Nachruf auf Odo Marquard verfasst.

Le Débat (1/2016) denkt mit Nicolas Georges, Antoine Gallimard und Richard Malka über digitales Publizieren und Autorenrechte nach.

In Le Monde diplomatique (Februar 2016) entwerfen Ulrike Guérot und Robert Menasse ein grenzenloses Europa.

In der London Review of Books (18. Februar 2016) erzählt Terry Eagleton aus der Prose Factory: Literary Life in England since 1918. Adam Shatz befürchtet derweil die Putinisierung Israels.

Im Mittelweg 36 (1/2016) steht die Globalgeschichte der Migration im Zentrum. Didier Fassin etwa zeichnet nach, wie das Recht auf Asyl zum Gunsterweis werden konnte.

Die New Left Review Nr. 96 lässt mit Carlos Spoerhase Seminar gegen MOOC antreten. Perry Anderson spricht vom House of Zion, während Verónica Schild Nancy Fraser und den ‘Latina Feminism’ kommentiert.

In der New York Review of Books (Januar 2016) rezensiert Avishai Margalit ein neues Buch über Ben Gurion als Vater Israels.

Die Soziale Welt (3/2015) stellt Katharina Hoppes und Thomas Lemkes Überlegungen zu Karen Barad unter dem Stichwort Die Macht der Materie vor. Sigrun Anselm widmet sich dem Frühen Claessens und der bürgerlichen Ordnung.

Im Februarheft von Thesis Eleven (132, 1) ist Jeffrey C. Alexander mit Culture trauma, morality and solidarity: The social construction of ‘Holocaust’ and other mass murders vertreten. Raf Vanderstraeten interessiert sich für Talcott Parsons' Meinung zum Christentum, und Antoine Bousquet verortet Ernst Jünger im Age of total war.