Novemberrundschau

Sozialwissenschaftliche Leseempfehlungen, kurz notiert

Heft 3 (2015) des American Sociological Review nimmt Wissenschaft und Medien unter die Lupe. Eran Shor, Arnout van de Rijt, Alex Miltsov, Vivek Kulkarni und Steven Skiena erklären in A Paper Ceiling, wie es zur Persistent Underrepresentation of Women in Printed News kommt, während Jacob G. Foster, Andrey Rzhetsky und James A. Evans das Verhältnis von Tradition and Innovation in Scientists’ Research Strategies in den Blick nehmen. 

Das Novemberheft des Atlantic Monthly diskutiert Fragen rund um das Thema Überwachung, etwa mit Amanda Ripleys Essay Playing Defense Against the Drones. 

Um unbemannte Flugobjekte geht es auch in Heft 11 (2015) der Blätter für deutsche und internationale Politik, die Kai Biermanns und Thomas Wiegolds Der Krieg der Drohnen veröffentlichen. Weiterhin zu nennen ist der Aufsatz Der transpazifische Freihandelsschwindel von Adam S. Hersh und Joseph Stiglitz. Eckhard Stratmann-Mertens reagiert auf den von Daniel Cohn-Bendit und Claus Leggewie im Oktober ventilierten Optimismus mit seinem skeptischen Beitrag Flüchtlingsdebatte: Das Unbehagen wächst. Und Navid Kermani schreibt über Jacques Mourad und die Liebe in Syrien.

Das Berliner Journal für Soziologie bringt in Heft 1–2 (2015) gleich zwei Schwerpunkte. Der erste unter dem Motto Agonie der Entscheidung enthält Aufsätze von Uwe Schimank (Lebensplanung!? Biografische Entscheidungspraktiken irritierter Mittelschichten), Juliane Böhme („Doing“ Laborexperimente – Eine ethnomethodologische Betrachtung der Praxis experimenteller Wirtschaftsforschung im Labor) sowie Silja Samerski und Anna Henkel (Responsibilisierende Entscheidungen. Strategien und Paradoxien des sozialen Umgangs mit probabilistischen Risiken am Beispiel der Medizin). In der zweiten Hälfte der Ausgabe denken Andreas Gefken, Franziska Stockem, Petra Böhnke, Tobias Kämpf und Karina Becker über Arbeit und Lebensführung nach. Außerdem enthält das Heft einen Nachruf auf Ulrich Beck von Bernhard Giesen und einen zweiten auf Donald N. Levine von Hans Joas, letzterer mit dem schönen Titel Aikido in Äthiopien, oder: Ein militanter Verfechter des Dialogs. 

Im Novemberheft von Esprit dreht sich alles um La passion du complot. Artikel beigesteuert haben Marc-Olivier Padis, Aurélie Ledoux, Gérald Bronner und viele andere. 

Die Feministischen Studien befassen sich in Heft 2 (2015) mit Nationalsozialismus und Geschlecht. Claudia Bruns untersucht in diesem Zusammenhang Die Grenzen des »Volkskörpers«: Interrelationen zwischen »Rasse«, Raum und Geschlecht in NS-Geopolitik und Kunst. 

In der Zeitschrift Gender (3/2015) stehen Intellektuelle Frauen wie Angela Dworkin oder Milena Jesenská im Mittelpunkt; die Herausgeberinnen des Schwerpunkts sind Jenny Bünnig, Barbara Holland-Cunz, Sigrid Metz-Göckel und Amrei Sander. 

Die Kultursoziologie fragt in Heft 2 (2015): Gibt es einen Eurozentrismus der Soziologie?

Heft 3 der Kritischen Justiz bringt Beiträge zu CETA und TTIP, aber auch zu den NSU-Morden und zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Dieter Deiseroth schreibt derweil über Uli Schöler, Wolfgang Abendroth und den „realen Sozialismus“

Heft 4 (2015) von Le Débat befasst sich mit Le multiculturalisme comme réalité et comme politique. Die Ausgabe versammelt Fallstudien zu unterschiedlichen Ländern, aber auch allgemeinere Betrachtungen wie den Aufsatz Le multiculturalisme comme religion politique von Mathieu Bock-Côté. 

In Le Monde diplomatique 11 (2015) geht es diesmal um Syrien, Russland, die Türkei, den Iran und das „System Eritrea“. 

In der Ausgabe Nr. 798 (November 2015) des Merkur nehmen Franco Moretti und Dominique Pestre Banksprech. Die Sprache der Weltbank-Jahresberichte unter die Lupe. Martin Hartmann präsentiert unter dem Stichwort Fröhlicher Fatalismus kritische Anmerkungen zu Hartmut Rosas Beschleunigungstheorie. Kathrin Passig und Aleks Scholz predigen Schlamm und Brei und Bits. 

In Heft 3 (2015) der Politischen Vierteljahrsschrift geht es um die Eurokrise. Dazu äußern sich Uwe Puetter, Katharina Holzinger, Berthold Rittberger, Thomas Winzen und viele andere. 

In Sinn und Form 6 (2015) ist Hans Joas mit dem Aufsatz Ein Christ durch Krieg und Revolution. Alfred Döblins Erzählwerk »November 1918« vertreten.

Heft 4 (2015) der Soziologischen Revue versammelt Beiträge von Thomas Alkemeyer über Verkörperte Soziologie – Soziologie der Verkörperung, von Rainer Schützeichel über Searle und die Soziologie sowie von Stefan Hradil über Leistung, Markt oder Macht?

In Heft 2 (2015) der WestEnd sind vertreten: Axel Paul und Anne Härtel mit dem Text Gewaltzwang. Geschichte, Krieg und Organisation der Lord’s Resistance Army, Tom Holert und Mark Terkessidis mit Der Würgeengel in der Vierten Welt. Kreuzberg als Fall gegenwärtiger Urbanität sowie Hannes Bajohr mit Die Einheit der Welt. Hannah Arendt und Hans Blumenberg über die Anthropologie der Metapher Kapitalismus. Vervollständigt wird das Heft durch einen von Axel Honneth herausgegebenen Schwerpunkt zu John Williams‘ Collegeroman Stoner, mit Beiträgen von Eva Illouz, Julika Griem, Frieder Vogelmann, Barbara Carnevali sowie Honneth selbst. 

Die Zeitschrift für Ideengeschichte bittet in Heft IX/4 (2015) zur Party – geladen sind Aleida Assmann, Heinz Bude, Hans Magnus Enzensberger, Philipp Felsch, Petra Gehring, Friedrich Wilhem Graf und viele weitere.