Marx Kongress 2017 – Theorie und Praxis im 21. Jahrhundert

Call for Abstracts für den Marx Kongress 2017 an der Universität Trier vom 11. bis 14. Oktober 2017. Deadline: 30. April 2017

2017, und es ist Marx-Jahr. Die Stadt Trier nimmt dies zum Anlass, um nach dem großen Nero-Jahr 2016 der nächsten Persönlichkeit ihre Aufmerksamkeit in Form von Sonderausstellungen, Festakten und anderen Veranstaltungen zuzuwenden: Karl Marx, dem wohl bekanntesten Sohn der Stadt. Im Fokus der Trierschen Erinnerungspolitik steht dabei die notwendige Aufarbeitung der unter dem Banner des Marxismus begangenen Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, während die Auseinandersetzung mit dem marxschen Werk entweder nicht stattfindet oder vollkommen analyse- und begriffslos bleibt. Einen politischen, geschweige denn ernstzunehmenden Gegner sehen sie in Marx offensichtlich nicht. So ist anlässlich des 150-jährigen Erscheinens des „Kapital“ im September 2017 sowie des 200. Geburtstages von Karl Marx im Mai 2018 die kulturindustrielle Verwertungsmaschinerie durch die Stadt Trier längst in Bewegung gesetzt und von der Handelskammer bis zur Universität findet sie breite Zustimmung.

Diese verkehrte Situation möchten wir vom Rosa Salon Trier wiederum zum Anlass nehmen und fragen: Ist das alles, was von Marx, seinen Motiven, Theorien und Kritiken bleibt? Der Gesellschaft irgendeinen kulturellen Grund zum Feiern zu liefern? Den AkademikerInnen ein spannendes ideengeschichtliches Feld zu bieten, welches in (unvergüteten) Seminaren diskutiert werden kann? Politischen Gruppierungen einen identitären Bezugsrahmen zu geben? Bejaht man diese Fragen, so scheint die Kritik verschwunden, welche Marx von den Frühsozialisten und Linkshegelianern übernahm und radikalisierte, und welche in vielfältiger Weise dem Denken des 20. Jahrhunderts ihren Stempel aufdrückte. Aber woran liegt das? Ist es die Folge gesellschaftlicher Entwicklung? Hat sich unser Verständnis der Welt dermaßen gewandelt, dass Marx' Kritik obsolet geworden ist?

Mit dem bevorstehenden Kongress soll die konkrete Frage behandelt werden, wie im Jahr 2017 sinnvoll an das marxsche Denken und seine radikale Kritik gesellschaftlicher Verhältnisse angeschlossen werden kann und welcher Kritik und Weiterentwicklungen diese bedürfen.

Wir bitten daher um die Einsendung von Beiträgen, welche sich thematisch in folgenden Bereichen bewegen, aber auch jenseits davon formuliert werden können:

  • Marxsche Grundlagen und die Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse
  • Zugriffe, Kritik und Weiterentwicklung der marxschen Kritik
  • Die Kritik der Utopie und die Utopie der Kritik

Fristen und Ablauf:
Willkommen sind Beiträge aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und fachlichen Disziplinen. Es können Vorschläge für Panels oder einzelne Beiträge eingereicht werden. Zudem ist es möglich, mediengestützte Beiträge zu zeigen oder künstlerische Ausarbeitungen zu diesem Thema auszustellen.

Bitte sendet uns eure Abstracts von nicht mehr als 300 Wörtern mit einer kurzen Selbstbeschreibung eurer Person auf Deutsch oder Englisch per E-Mail zu. Die allgemeine Konferenzsprache ist Deutsch, Vorträge können jedoch auch auf Englisch gehalten werden. Wir bitten um eine Einsendung der Beiträge bis zum 30. April 2017 (E-Mail: info(at)rosasalon(dot)org).

Zum vollständigen Call for Abstracts (PDF).