Materialität/en und Geschlecht

6. Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien e.V., Humboldt-Universität zu Berlin, 12.–13. Februar 2016

Wie lassen sich Materialität/en und Geschlecht zusammendenken und welche Konsequenzen ergeben sich daraus? Diese Frage stellt sich insbesondere vor dem Hintergrund, dass (Re-) Konzeptualisierungen von Materialität/en für die Geschlechterforschung von grundlegender Bedeutung sind, um ein wissenschaftliches Verständnis von (ver-)geschlechtlichter Körperlichkeit, von Technik sowie von menschlichen und/oder nicht-menschlichen Objekten bzw. deren Relationen, Konstellationen und Strukturen (weiter) zu entwickeln. Zudem lassen sich mit ihrer Hilfe Dichotomien wie belebt / unbelebt oder aktiv / passiv hinterfragen und feministische Theorieanschlüsse an den New Materialism herstellen.

Die sechste Jahrestagung der Fachgesellschaft Geschlechterstudien e.V., organisiert durch das Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt-Universität zu Berlin, gab Gelegenheit dazu, auf der Grundlage dieser Überlegungen nach neuen Begriffs- und Verhältnisbestimmungen von Materie und Geschlecht zu fragen. Dabei waren der (queer-)feministische Ansatz nach Karen Barad, der posthumanistische Ansatz Rosi Braidottis, die feministische Wissenschaftskritik Sandra Hardings und das Konzept der Cyborgs nach Donna Haraway wesentliche Bezugstheorien der vielfältigen Auseinandersetzungen. Trotz der Heterogenität der Vorträge ließen sich einige thematische Schwerpunkte feststellen.

RUTH MÜLLER (München) zeigte mit ihrer Keynote das Potenzial der Verknüpfung von Sozial- und Geisteswissenschaften mit den Natur- und Lebenswissenschaften auf. Anhand empirischer Studien zur Praxis der Epigenetik mit Labormäusen hat sie die These der „Gefahr des Umweltdeterminismus“, der zufolge das Soziale gegenüber dem Körperlichen überbetont wird, in der Biologie entwickelt. Epigenetiker*innen seien daran interessiert aufzuzeigen, wie die DNS-Expression ungeborener Kinder durch Umwelteinflüsse wie Stress, der auf werdende Mütter einwirkt, beeinflusst wird. Indem in der biologischen Wissensproduktion das Verhalten von Frauen vor und während einer Schwangerschaft als (Risiko-)Faktor bei der Entwicklung des Zellkerns gelte, würden Frauen im Zuge eines Gesundheitsdiskurses für das Erbgut des Ungeborenen und der Folgegenerationen verantwortlich gemacht. Mit dem Begriff der „biologischen Temporalität“ bezeichnete Müller dieses Phänomen transgenerationaler Verschiebungen der Materialisierung der DNS-Expression. Mit Konzepten wie dem ‚Bad Mothering’, die in der Epigenetik Anwendung finden, werde z.B. auf die Fürsorgepraktiken marginalisierter Gruppen individualisierend eingewirkt, statt strukturelle Ungleichheiten politisch zu beheben.

Die Technisierung der Gesellschaft durch Ingenieur-, Neuro- oder Medizinwissenschaften sowie deren Auswirkungen auf Geschlecht und Geschlechterverhältnisse standen im Zentrum weiterer Beiträge. PETRA LUCHT (Berlin) argumentierte anhand von Produkten der Technikwissenschaften, Artefakte würden „intersektionale Geschlechterpolitik betreiben“ und erarbeitete ein Konzept, wie Studierende diese partizipativ-forschend (weiter-)entwickeln könnten. Auch WALTRAUD ERNST (Linz) setzte Ansätze des New Materialism mit Produktentwicklungen in den Ingenieurwissenschaften in Bezug und fragte danach, inwiefern das der neoliberalen Flexibilisierung zu verdankende universal design bei der Nutzung technischer Geräte Emanzipationspotenzial mit sich bringen könne. Das ambivalente wie komplexe Verhältnis von Automobil und Geschlecht war Gegenstand des Beitrags von GÖDE BOTH (Braunschweig). Mit dem Konzept des „Hightech Cowboys“ zeigte Both auf, wie hegemoniale Männlichkeiten von Entwickler*innen automatisierter Fahrzeuge diskursiv reproduziert werden. Deutlich wurde, dass die Beziehung zwischen Automobil und Geschlecht nicht ohne eine historische und intersektionale Perspektive verstanden werden kann. Eine geschichtswissenschaftlichem Perspektive auf Geschlecht und technische Objekte nahmen insbesondere DANIELA DÖRING und HANNAH FITSCH (Berlin) ein, die Ergebnisse ihres Projekts zu vergeschlechtlichten Artefakten und musealen Repräsentationen vorstellten. Am Beispiel eines Staubsaugermodells, dessen Name von „Vampyr“ zu „Vampyrette“ geändert wurde, um die Bedeutung dieses Haushaltsgeräts für die Unabhängigkeit der Frau zu betonen, ließ sich die ‚Verweiblichung‘ von Haushaltsgeräten seit den 1950er-Jahren anschaulich nachvollziehen.

Die Ko-Konstituierung von Körper und Körperlichkeit sowie die damit einhergehenden Herausforderungen für Grenzziehungen zwischen Menschlichem und Nicht-Menschlichem bildeten einen weiteren Schwerpunkt der Tagung. So zeigten KÄTHE VON BOSE (Paderborn) und PAT TREUSCH (Berlin) anhand empirischen Materials aus Forschungen in Krankenhäusern und Robotiklaboren, wie angesichts der Einführung menschenähnlicher Roboter in der Pflege-, Haushalts- und Sorgearbeit (Körper-)Grenzen und damit verbundene vergeschlechtlichte Auf- und Abwertungspraktiken von Arbeit kontextuell neu ausgehandelt werden. SIGRID SCHMITZ (Graz) verglich neurotechnologische und hormonelle Enhancement-Praktiken wie die Einnahme von Ritalin oder Testosteron im Hinblick auf Optimierungsbestrebungen, um die Ergebnisse anschließend bezüglich der Auswirkungen auf und Zusammenhänge mit (makro-)strukturellen Machtverhältnissen zu diskutieren.

Wie Materialitäten in kontemporären (Selbst-)Technologien sowie in Bezug auf Geschlecht und Ökonomie zum Tragen kommen, wurde außerdem in Beiträgen zu Reproduktionsarbeit und -technologien aufgezeigt. So stellte VERENA NAMBERGER (Berlin) am Beispiel der Eizellspende und Leihmutterschaft in Südafrika Prozesse der Inwertsetzung des Körpers intersektional dar und argumentierte, wie Arbeit im Verhältnis zur Eigenlogik des Körpers anhand feministischer und ökonomiekritischer Ansätze neu theoretisiert werden könnte. JULIA FEILER (München) untersuchte diskursanalytisch ergänzend dazu die Außendarstellungen von ‚Kinderwunschzentren’, die social freezing anbieten, hinsichtlich der Materialisierungen von Weiblichkeit. Indem die Metapher der ‚biologischen Uhr’ die körperliche Leistung der Frau als Verfallsprozess darstelle, legitimiere ebenjene ‚Natur’ die neue Technik, die diesen ‚natürlichen’ Verfall aufzuhalten verspreche. SABINE HOFMEISTER (Lüneburg), CORINNA ONNEN (Vechta) und TANJA MÖLDER (Hannover) verglichen Konzepte von ‚Natur’ in der Reproduktions- und Palliativmedizin mit denen des Naturschutzes, in denen jeweils gleichzeitig Bilder des Erhalts des status quo und der Restoration eines vorhergegangenen Zustands existieren würden. Dabei rückten sie die Eigenaktivität der Natur sowie die Konsequenz einer begrenzten menschlichen Handlungsmacht bereichsübergreifend ins Zentrum der Argumentation.

Auch in theoretischen Beiträgen näherten sich Vortragende den Konzepten des New Materialism. So schlossen STEPHAN TRINKAUS (Düsseldorf) und SUSANNE VÖLKER (Köln) in ihrem gemeinsamen Beitrag an das Verständnis von Raum und Geschlecht bei Luce Irigaray und die ethico-onto-epistemology Karen Barads an, um ihr Konzept von Leere und Unbestimmtheit als konstitutiver und integraler Bestandteil von Materie aus medienwissenschaftlicher und soziologischer Perspektive zu erläutern. Am Beispiel des Films Schulze gets the blues (2003) von Michael Schorr haben sie den Blick ‚verkehrt’ und den Fokus auf das ‚Nichts’ von Männlichkeit sowie die Geschlechtlichkeit des Nichts gelegt. Mit diesem spannenden gedanklichen „Spiel der (Nicht-)Existenz“ machten sie Grenzen und Freiheiten der „Öffnung zur Unbestimmtheit“ sichtbar. JOSCH HOENES und SYLVIA PRITSCH (Oldenburg) vertieften Barads Agentiellen Realismus im Dialog mit Arbeiten Judith Butlers. Die beiden Kulturwissenschaftler*innen zielten darauf ab, die Imaginierung alternativer Subjektwerdung auf Trans*sexuelle und deren Repräsentationen anzuwenden. Die anschließende Diskussion verdeutlichte, dass die Begriffe der Imagination, des Imaginären und der Imaginierung zu differenzieren wären, zumal bei Barad die Begriffe nicht immer klar voneinander abgegrenzt werden. Uneinig war sich das Publikum darüber, inwiefern Barad die Trans*materialität als Ermächtigungspotenzial auffasst.

Zwar hatte Susanne Völkers in ihrem Grußwort auf den Zusammenhang zwischen materiellen (Makro-)Verhältnissen (z.B. durch globale Migration) einerseits und Armut und Geschlecht andererseits verwiesen, doch waren marxistisch-materialistische Vorträge zu Themen wie materiellem Besitz und (re-)produktiver Ausbeutung auf der Tagung nur marginal vertreten. Eine exemplarische Ausnahme stellte der Beitrag von MONA MOTAKEF, CHRISTINE WIMBAUER und JULIA TESCHLADE (Berlin) dar, die mithilfe von Prekarisierungstheorien antifeministische Mobilisierungen untersuchten. Veränderte materielle Ungleichheitsverhältnisse sowie das Infragestellen alltagstheoretisch vermeintlich natürlichen vergeschlechtlichten Körperwissens (Pierre Bourdieu) identifizierten die Vortragenden als Ursachen für diese sozialen Bewegungen.

Auch gouvernementalitätstheoretische Ansätze waren auf der Tagung nur wenig präsent. Hervorzuheben ist der Beitrag von TINA DENNINGER und ANNE RICHTER (München), die mit der Dispositivanalyse nach Michel Foucault sowie im Anschluss an Paula-Irene Villa und Theodore R. Schatzki untersuchten, wie Artefakte (statt Diskursen oder Institutionen) die Ermächtigung oder Diskriminierung bei der Herstellung von Alter und Geschlecht beeinflussen. Einer der wenigen Beiträge der Tagung, die an Affekttheorien anschloss, war die autoethnografische Studie von MAGDALENA GÓRSKA (Linköping). Mithilfe von Konzepten Barads beschrieb sie Körpererfahrungen von Menschen mit Panikattacken und Angstzuständen. Im Rahmen von Disziplinierungs- und Krankheitsdiskursen plädierte sie für ein Überdenken der Rolle des körperlichen Empfindens und rückte die Bedeutung körperlich-affektiver Vulnerabilität für die (queer-)feministische Emanzipation ins Zentrum ihrer Argumentation. Im Überblick der unterschiedlichen theoretischen Ansätze scheinen somit weitere Anschlüsse möglich und Ausarbeitungen nötig zu sein.

Beim Abschlusspodium diskutierten CHRISTINE BAUHARDT (Berlin), PIA GARSKE (Berlin), ANDREA MAIHOFER (Basel), HANNA MEISSNER (Berlin) und CHRISTINE VOGT-WILLIAMS (Berlin) über das Verhältnis von New Materialism und Gesellschaftsanalyse, Ökologie und Ökonomie; aber auch Fragen nach (nicht-)menschlicher Handlungsfähigkeit und den Konsequenzen sowie Chancen und Herausforderungen neuerer Theorien von Materialität/en im Sprechen mit und über Geschlecht prägten die Debatte. Die Diskutant*innen waren sich einig, dass ein differenziertes Überdenken (nicht-)menschlicher Agency und damit verbundener ethischer und normativer Verantwortung vonnöten sei. Dabei kam zunehmend die Gefahr zur Sprache, emanzipatorischen Analysezugängen mit dem Fokus auf menschliche (kollektive wie individuelle) Handlungsfähigkeit ihre Grundlage zu entziehen.

Dieser Entmächtigungsthese, die vor allem Karen Barads Arbeiten betraf, folgte vehementer Widerspruch. Vielmehr stehe die Frage im Vordergrund, wie Widerstand und (queer-)feministische Mobilisierung im Rahmen des New Materialism praktiziert werden können. Bauhardt stellte heraus, das Sprechen über ungleiche gesellschaftliche Naturverhältnisse und feministische Kapitalismuskritik werde durch die Aktualität des New Materialism auf neue Weise ermöglicht – ohne, so betonte sie, pauschal der Essenzialismuskritik ausgesetzt zu sein. Maihofer wies hingegen auf Gefahren posthumanistischen und neomaterialistischen Denkens für das feministische Projekt hin. Aus soziologischer Sicht dürfe weder die Dezentrierung des Menschen noch die Betonung der nicht-menschlichen bzw. nicht-verfügbaren Handlungsmacht gegenüber beispielsweise feministischen Bewegungen dazu führen, dass gesellschaftlich wirksame Ungleich- und Machtverhältnisse vernachlässigt würden – insbesondere, wenn letztere sich zunehmend als Inkorporierungen realisieren würden. Auch Garske wies auf Gefahren menschlicher Dezentrierung in emanzipatorischen Kämpfen hin und betonte demgegenüber die wechselseitige Abhängigkeit zwischen dem Sozialen und dem Materiellen. Zudem regte sie an, Theorien und Begriffe wie den Historischen Materialismus neu aufzugreifen. Meißner betrachtete den New Materialism wiederum als produktive Gelegenheit, um dominante Vorstellungen der Gestaltbarkeit und Planbarkeit von Welt zu überdenken. Er erlaube es, anthropo- und eurozentristische Wahrnehmungen von Subjekt und Repräsentation zu kritisieren und das Zusammenspiel von Wissen mit Materialität/en wie z.B. Wetterlagen oder Naturkatastrophen zu betonen. Aus literatur- und kulturwissenschaftlicher Sicht, so Vogt-Williams schließlich, liege das Potenzial des New Materialism gerade darin, dass mit seiner Hilfe politische Handlungsmacht neu zu denken sei. Vor diesem Hintergrund beschrieb sie den Ansatz als hochpolitisch und damit ergiebig für die Geschlechterforschung.

Insgesamt wurde die Tagung ihrem Anspruch der Inter- und Transdisziplinarität gerecht. Referent*innen aus den Sozial-, Politik-, Kunst-, Kultur-, Film-, Musik-, und Medienwissenschaften sowie den Science und Technology Studies haben eine große Bandbreite an Zugängen zum Thema dargestellt und zur kritischen fachlichen wie methodischen (Selbst-)Reflexion und Diagnose sowohl wissenschaftstheoretischer Voraussetzungen als auch blinder Flecken angeregt. Freilich konnte, obwohl Kerstin Palm und Susanne Völker in ihrer Begrüßung den Brückenbau zwischen Geistes-, Sozial-, Lebens- und Naturwissenschaften angekündigt hatten, ein solches Zusammendenken nur begrenzt umgesetzt werden. Vielmehr wurde vornehmlich ein Blick auf Natur-, Lebens- oder Technikwissenschaften aus Perspektive der Geschlechterforschung geworfen, ohne dass Geschlecht in diesen Disziplinen selbst quasi ‚von innen’ her neu gedacht und damit die Wissensproduktion verändert worden wäre. Dem Anspruch, sowohl diskursive Handlungsmächtigkeit als auch Dualismen von Geist und Körper oder Innen und Außen kritisch infrage zu stellen und damit den linguistic turn auf produktive Weise anzufechten, wurde die Tagung allerdings gerecht.

Konferenzübersicht:

Grußworte

Jan-Hendrik Olbertz (Berlin)

Julia von Blumenthal (Berlin)

Gabriele Kämper (Berlin), vertreten durch Gabriele Jähnert (Berlin)

Begrüßung

Kerstin Palm (Berlin)

Susanne Völker (Köln)

Keynote

Ruth Müller (München), Biomaterialität & Gender Studies: Annäherung an ein Verhältnis am Beispiel der Epigenetik

I.1 Vergeschlechtlichte Artefakte / gendered objects

Moderation: Bettina Bock von Wülfingen (Berlin)

Petra Lucht (Berlin), Die Geschlechterpolitik der Artefakte – Eine intersektionale Perspektive

Marc Vobker (Marburg), Automobil und Geschlecht. Zur Geschlechtskonnotation eines (im)materiellen Gegenstandes

Helene Götschel (Hannover), Zeitgemäße Geschlechterforschung im Maschinenbau

I.2 Theorien und Debatten des New Materialism / material turn

Moderation: Christine Bauhardt (Berlin)

Sylvia Pritsch / Josch Hoenes (Oldenburg), Symbolische Umordnungen. Ein Dialog zu Re- und Trans*materialisierungen von Körper und Geschlecht

Magdalena Górska (Linköping), Matterwork Politics: Forcefulness of Anxious and Panicky Becomings

Stephan Trinkaus (Düsseldorf) / Susanne Völker (Köln), "one with the void" (Barad) – Das 'Nicht-' des Geschlechts und die Geschlechtlichkeit des Nichts

I.3 Repräsentationen von vergeschlechtlichten Körpern und Dingen

Moderation: Birgit Dahlke (Berlin)

Falko Schnicke (London), Erschlaffung, Eunuchen und Empfängnis. Zur Vermännlichung geschichtswissenschaftlicher Methoden im 19. Jahrhundert

Marius Reisener (Berlin), „... denn ein zu großer Besitz macht den Mann natürlich auch unfrei“ Scheiternde (Text)Körper in G. Kellers Martin Salander

I.4 Embodiment / Verkörperungen

Moderation: Felix Florian Müller (Berlin)

Lisa Krall (Köln), Natur-Kultur-Verschränkungen und die Materie der Epigenetik

Britta Hoffarth (Bielefeld), Dekorierte Körper

Steffi Grundmann (Wuppertal), Haut- und Haarfarben im klassischen Griechenland

I.5 Prekarisierung – Flexibilisierung – Optimierung

Moderation: Gabriele Jähnert (Berlin)

Mona Motakef / Christine Wimbauer / Julia Teschlade (Berlin), Im ‚Gender-Wahn’ – Diskurse gegen Gleichstellungspolitik und Geschlechterforschung im Spannungsfeld von Prekarisierung, Materialisierung und Geschlecht

Waltraud Ernst (Linz), Materialisierte Flexibilität? Geschlecht und maschinelle Interaktion

Sigrid Schmitz (Graz), Zum „Nutzen“ von Ritalin, Prozak und Testosteron. Eine feministisch-materialistische Perspektive auf Enhancement-Praktiken

II.1 Theorien und Debatten des New Materialism / material turn

Moderation: Martin Kallmeyer (Berlin)

Corinna Bath / Juliette Wedl / Bettina Wahrig (Braunschweig), Materialität/en begreifen: Feministische Ansätze im Gespräch

Sabine Hofmeister (Lüneburg) / Corinna Onnen (Vechta) / Tanja Mölders (Hannover), Doing Gender – Doing Body – Doing Space. Feministische Kritiken an der Ökonomisierung von ‚Natur‘

II.2 Prothesen, Roboter, Rollatoren / Doing Gender through Technology

Moderation: Estrid Sørensen (Bochum)

Myriam Raboldt (Berlin), Doing Gender through prosthetics

Käthe von Bose (Paderborn) / Pat Treusch (Berlin), Companion Robots und Hygienepraktiken: Materialisierungen von Sorgearbeit in Krankenhaus und Robotiklabor

Tina Denninger (München) / Anna Richter (Kassel), Die Bedeutung der Dinge. Zur Herstellung von Alter und Geschlecht durch Artefakte

II.3 Verkörperungspraktiken – Verkörperungsräume

Moderation: Sabine Grenz (Göttingen)

Grit Höppner (Wien), Dinge und ihre Geschlechter: Verbale und nonverbale Praktiken des geschlechtlichen Codierens von Dingen in Interviews

Sadia Akbar (Berlin), Materialities of Disabled Bodies: Personal Experiences of Physically Disabled Women in Pakistan

Anja Gregor (Jena), Körper und Geschlecht GegenLesen: Queere Perspektiven auf Biographie

II.4 Praktiken der Begutachtung

Moderation: Beate Binder (Berlin)

Manuela Tillmanns / Anja Kruber (Merseburg), Zugehörigkeit zu Inter*und Disability – eine Frage des Labelling oder der Erfahrung?

Julia Jancsó (Frankfurt am Main), Zugehörigkeit durch Körpergemeinschaft. Ergebnisse einer Praxisanalyse im kindermedizinischen Feld

II.5 Materialitäten des Akustischen

Moderation: Eveline Kilian (Berlin)

Kristina Pia Hofer (Wien), Filmische Repräsentation als agentieller Schnitt: Exzess, Bedeutung und Materialität im Exploitationkino

Corinna Herr (Köln), Stimme und Körper digital: Materialitäten von Musik in der ‚Hybridkultur’

Lena J. Müller (Berlin), Wieso singende Männer (nicht) queer sind! Zur Materialität der Stimme und Geschlecht in der Erforschung populärer Musik

Foren/AGs

AG Selbstverständnis

AG Perspektiven

AG Publizieren

Gender. Theorie_Praxis_Dialog_

AG in Gründung „Abwehr antifeministischer Angriffe“

III.1 Vergeschlechtlichte Artefakte / gendered objects

Moderation: Antonia Schmid (Berlin)

Daniela Döring / Hannah Fitsch (Berlin), Vampyrette und andere Sollbruchstellen. Geschlecht und Material/ität in technischen Museen

Ulrike Vedder (Berlin), Gendered objects und ihre Subjekte. Vom Nutzen kulturtheoretischer und literarischer Perspektiven auf die Dinge für die Geschlechterforschung

Göde Both (Braunschweig), Von Hightech Cowboys, Rennfahrern und Passagieren. Mensch-Maschine-Konfigurationen in der Forschung an selbststeuernden Autos

III.2 Somato-soziale Ernährungsweisen

Moderation: Melanie Bittner (Freiburg)

Tanja Paulitz / Martin Winter (Aachen), Ernährung und die Materialisierung vergeschlechtlichter Körper

III.3 Film und Theater / Inszenierungen von Gewicht

Moderation: Anja Michaelsen, Ruhr-Universität Bochum

Katarina Saalfeld (Jena), Sichtbarkeitspolitiken des transgeschlechtlichen Körpers im New Queer Cinema

Jenny Schrödl / Katharina Rost (Berlin), Körperlichkeit, Materialität und Gender in Theater und Theaterwissenschaft

Susanne Richter (Bielefeld), Weiblichkeitsinszenierungen in YouTube Beauty Videos

III.4 Reproduktionstechnologien / - praktiken / - theoreme

Moderation: Mona Motakef (Berlin)

Bettina Bock von Wülfingen (Berlin), Der gleiche materielle Beitrag von Spermium und Eizelle als Novum – Ökonomie in Zeugung und Vererbung des 19. Jahrhunderts

Verena Namberger (Berlin), Die Materialität/en des (re)produktiven Körpers – ein feministischer Dialog

Julia Feiler (München), Mütter von Gewicht? Zur Materialisierung von Mutterschaft im Diskurs um Social Freezing

III.5 Vergeschlechtlichte Räume

Moderation: Claudia Bruns (Berlin)

Bobby Benedicto (Maryland), Dictatorship Architecture, Transgender Performance, and the Place of the Dead

Mai Lin Tjoa-Bonatz (Frankfurt am Main), Das geteilte Haus: Geschlechtergetrenntes Wohnen im kolonialzeitlichen Südostasien

Nina Lorkowski (Berlin), Das Geschlecht des Badezimmers: Welche Rolle spielte Gender für die Einführung des Badezimmers als technisierte Nasszelle in den Privathaushalt?

Abschlusspodium: ’Living in a Material World’. Gesellschaftliche Naturverhältnisse – Ökonomiekritik – Perspektiven des Politischen

Moderation: Kerstin Palm (Berlin) und Susanne Völker (Köln)

Teilnehmende:

Christine Bauhardt (Berlin)

Andrea Maihofer (Basel)

Hanna Meißner (Berlin)

Pia Garske (Berlin)

Christine Vogt-William (Münster)

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Christina Müller.