Towards a New Multiculturalism? Challenges and Opportunities for Democracy in the Light of the Refugee Question

Tagung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 30. Mai 2016

Die Zukunft der Europäischen Union sowie der westlichen Demokratien und die sogenannte ‚Flüchtlingskrise‘ – dass dies ein Thema höchster Aktualität ist und bis auf weiteres bleiben wird, wird auch den nur entfernt politisch Interessierten geläufig sein. Der Umstand, dass es darüber hinaus eigene Erfordernisse und neue Herausforderungen für die Theoriebildung in den Kultur- und Sozialwissenschaften mit sich bringt, war die initiale Inspiration der am 30. Mai in Jena veranstalteten Tagung.

Sie knüpfte sowohl thematisch als auch theoretisch an eine schon historisch gewordene Debatte zu Beginn der 1990er-Jahre an, nämlich an die, mit dem Titel des damaligen Sammelbands gesprochen, Diskussion um Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung.1 Diese thematische und theoretische Fortführung spiegelte sich im Personal: Der ursprüngliche Stichwortgeber dieser Diskussion und maßgebliche Protagonist der Wendungen, die sie seither genommen hat, war auch 2016 in Jena anwesend: Charles Taylor. Seinerzeit waren es die politischen Kontroversen um den Sonderstatus der kanadischen Provinz Quebec, die Anlass dazu gegeben hatten, neuerlich insbesondere den rechts- und politiktheoretischen Konsequenzen aus dem Konflikt zwischen benachteiligten Minderheiten (wie den französischsprachigen Kanadiern in Quebec) und einer dominanten Mehrheitskultur nachzugehen.

Taylor selbst und viele Autoren nach ihm haben diese Thematik aber auf dreierlei Weisen von diesem auf die kanadische Kultur begrenzten Fall abgelöst und darauf hingewiesen, dass (i) nicht nur sprachliche Minderheiten, sondern auch Frauen, Schwarze oder unter kolonialer Herrschaft unterdrückte Völker ein Recht auf Anerkennung des Werts ihrer Kultur, und nicht nur etwa die Auflösung ökonomischer Ungleichheit, einfordern.2 Überdies sind (ii) die mit dem Thema des Multikulturalismus aufgeworfenen Fragen ebenso wie in Kanada auch in den USA oder in Europa virulent und folgerichtig von Jürgen Habermas erweitert worden, und zwar auf den innereuropäisch zu Beginn der 1990er-Jahre akuten Themenkomplex „Immigration, Staatsbürgerschaft und nationale Identität“.3 Schließlich ist drittens (iii) – und aus der Sicht Taylors insbesondere für die Frage der Anerkennung im europäischen Kontext4 – zu bedenken, ob sich mit den Stichworten und politischen Programmatiken Multikulturalismus und Interkulturalismus verschiedene Narrative (stories) und, wichtiger, verschiedene Haltungen zur Frage der Anerkennung verbinden. Die Neigung zu einer bloßen Assimilation5 des Fremden an das Eigene auf der einen und die Befürwortung einer die eigene Kultur nicht unverändert lassenden Integration des Fremden auf der anderen Seite hat Taylor zu Beginn der 1990er-Jahre schon diskutiert und Letztere unter losem Rückgriff auf Hans-Georg Gadamers Terminologie als „Horizontverschmelzung“ gefasst.6

In ihren einführenden Erläuterungen griffen die Organisatoren ULF BOHMANN (Jena), HARTMUT ROSA (Jena) und PAUL SÖRENSEN (Augsburg) diese innerhalb der Debatte virulenten Fäden auf und bezogen sie auf die aktuelle ‚Flüchtlingskrise‘. Diese sei kein bloß administrativ oder logistisch zu lösendes und mit einiger Wahrscheinlichkeit auch kein transitorisches Problem. Vielmehr fordere sie dazu auf, sich erneut sowohl auf der Ebene insbesondere der Demokratietheorie als auch in der politischen Praxis den mit der momentanen Lage verbundenen Chancen und positiv zu wendenden Herausforderungen zuzuwenden – jenseits beschwörender Krisenrhetorik. Zudem wurde stichwortartig ein weiterer Hintergrund, vor dem die derzeitige politische und gesellschaftliche Lage in den Blick zu nehmen ist, genannt: die Probleme eines beschleunigten, zügellos anmutenden Wirtschaftswachstums, dessen soziale Verwerfungen häufig genug den Flüchtlingen in die Schuhe geschoben würden und das nicht eben wenig zu jener in Europa vorherrschenden Krisenstimmung beitrage.

Gleich im Anschluss daran steckte CHARLES TAYLOR (Montreal) das Themengebiet des Workshops nochmals ab. Insbesondere entlang der Frage nach Differenzen und Vergleichbarkeiten zwischen Kanada und Europa versuchte Taylor seine Unterscheidung zwischen „Assimilation“ und „Integration“ zu erörtern. Während das Frankreich zwischen den Weltkriegen als Beispiel einer bloßen Assimilation seiner Einwanderer aus Italien, Portugal und Polen zu nennen sei, enthalte das in Quebec gezeichnete Bild eines „Interkulturalismus“ das Versprechen einer Integration ohne Assimilation. Der Assimilation, die auf die bloße Eingemeindung der fremden Kultur in die bestehende autochthone zielt, stellte er mit der Integration ein Verhältnis zwischen eigener und fremder Kultur gegenüber, in dem beide in einen Austausch treten, der weder die eine noch die andere unberührt lässt. Der „Multikulturalismus“ sodann steht – zumindest in seiner kanadischen Ausdeutung – für das bloße Nebeneinanderbestehen unterschiedlicher voneinander weitgehend isolierter Kulturen, indes der Interkulturalismus die herrschende autochthone kulturelle Identität in einen offenen Dialog mit den zugewanderten Gruppen eintreten lässt. Ihm geht es also weder um bloße Assimilation noch um bloßes Disparieren, sondern, so Taylor, um eine „permanente Redefinition der Kultur“. Ein wesentliches Element eines solcherart gedachten Interkulturalismus sind die Narrative (stories), die dazu angetan sind, Ängste abzumildern und Hoffnungen zu verstärken, die im offenen Prozess der Aushandlung politischer und kultureller Identitäten aufkommen können.

Die anschließende Diskussion drehte sich besonders um die Potenziale solcher euphorisierender, Hoffnung und Zuversicht spendender Narrative. Als eines ihrer wesentlichen Entstehungsfelder wurde die Zivilgesellschaft genannt. Es gehe darum, „vibrant communities“ zu schaffen, in der sich die besprochenen Narrative und Einstellungsmuster herausbilden könnten – eine Position, die deutlich auf kommunitaristische Positionen der 1990er-Jahre verweist.

Der Vortrag von VOLKER HEINS (Essen / Bochum) griff eines der Elemente des kanadischen Problemhintergrunds auf, den Taylors inaugurale Überlegungen aufgespannt hatten. Heins zufolge trieb Taylor in der Diskussion um den Multikulturalismus nicht nur die Frage einer in irgendeiner Weise gerechten Anerkennung von Minderheiten um. Vielmehr sei es ihm ebenso sehr um die Abwehr eines drohenden Separatismus der Provinz Quebec gegangen, um die mögliche Spaltung Kanadas. Entsprechende Sorgen finden heute ihr Korrelat in der Debatte um die Parallelgesellschaften in Frankreich, Belgien oder Deutschland, die jüngst als potenzielle Keimzellen der Radikalisierung ausgemacht wurden.

Zwei zentrale deutsche Vertreter der Debatte um Multikulturalismus und Anerkennung, Jürgen Habermas und Axel Honneth, so Heins, böten allerdings wenig Anschlussmöglichkeiten für die bei Taylor virulenten Fragen. Das Sichtfeld sei im Falle von Habermas modernisierungstheoretisch verengt, denn ihm sei es um die homogenisierende Angleichung in traditionellen Kulturen befangener Gruppen an einen westlichen modernen Standard zu tun gewesen. Und im Falle Honneths sei die multikulturalistische Dimension des Anerkennungsbegriffs eskamotiert worden und habe überdies eine rechtliche Schlagseite bekommen. Schließlich verstehe er die Kämpfe um Anerkennung lediglich, oder jedenfalls zu großen Teilen, als Konflikte um rechtliche Gleichheit oder sonstige Rechtsgüter. Heins' eigene Position hebt vor allem auf die „Kulturbedeutung“ (Max Weber) des Flüchtlings‚problems‘ ab. Sie mache sinnfällig, dass eine „Tyrannei der Mehrheit“ (Alexis de Tocqueville) und das abwertende Bild (depreciatory picture) der Einwanderer nicht mehr funktioniere, seitdem sich seit Ende des letzten Weltkriegs nicht nur ein selbstbewusster Transnationalismus der Migranten herausgebildet, sondern sich auch innerhalb der westlichen Staaten die Bevölkerungen sowie die kulturellen Lebensformen diversifiziert hätten.

Sodann entfaltete PETER A. KRAUS (Augsburg), was im Zusammenhang von Multikulturalismus, Anerkennungskämpfen und Identitätspolitik unter „complex diversity“ zu verstehen sei. Kulturen seien nicht wie vereinzelte Billardkugeln oder Blöcke, sondern als in sich dynamische und durch verschiedene Schichten strukturierte Entitäten zu verstehen, deren Identität also weder natürlich vorgegeben noch überhistorisch stabil sei. Gleichwohl könne man sie aber auch nicht, wie, so Kraus, bei „postmodernen“ Autoren üblich, als Resultat voluntaristischer Konstruktionsprozesse begreifen. Bemerkenswerterweise wiesen dementgegen Kraus‘ Ausführungen eine besondere Nähe zu Ernesto Laclaus Verständnis von hegemonialen Artikulationen – insbesondere im Hinblick auf populistische Bewegungen7 – auf. Überdies schenkte Kraus der irreduziblen Aporetik zwischen der unvermeidlichen Konstruktion eines „Wir“ und der ebenso unabweisbaren Forderung der Anerkennung der Alterität derer, die dieses „Wir“ konstituieren und gleichzeitig überschreiten, ein besonderes Augenmerk. Damit verortete er sich gleichermaßen in großer (freilich unthematisierter) Nähe zu Jacques Derridas politischen Schriften. In der anschließenden Diskussion wurden vielfältige Fäden gespannt zu einer in der konkreten Praxis und dem situativen Umgang zwischen Ansässigen und Zugewanderten generierten ‚Willkommenskultur‘, die in den Einlassungen Taylors und Rosas eine leicht kommunitaristische Färbung erhielt.

PATTI T. LENARD (Ottawa / Oxford) unterzog den Begriff der Staatsbürgerschaft (citizenship) einer sowohl empirischen wie normativen Betrachtung. Ihr Interesse galt der politischen Beschränkung des Bürgerschaftsstatus, die in vier Dimensionen ((i) rechtlicher Status, (ii) Menge von Rechten, (iii) politische Partizipation, (iv) Identität) erfolgen kann. Das Kriterium, das solche Konditionierungen rechtfertigen kann, ist aus Lenards Sicht die menschenrechtlich verbürgte egalitäre Teilhabe aller Menschen am politischen Gemeinwesen in diesen vier Dimensionen. Demgemäß bezeichnete sie sich in der Diskussion als „citizenshipist“ und plädierte für ein unbedingtes Recht auf Bürgerschaft. Mithin sollten Staaten zwar das Recht haben, Individuen eine bestimmte Staatsbürgerschaft abzuerkennen; es dürfe aber keine Staatenlosen geben.

Als letzte der am Nachmittag Vortragenden ging DANA SCHMALZ (Frankfurt am Main / New York) den Veränderungen nach, die sich für die Idee einer demokratischen Ordnung aus Phänomenen ergeben, die unter Stichworten wie „Global Governance“, der „postnationalen Konstellation“ oder eben der „Flüchtlingskrise“ diskutiert werden. Einleitend unterschied Schmalz zwischen den verschiedenen Begriffen „Flüchtling“, „Migrant“ und „Asylant“ und zeichnete deren Entwicklung nach. Dem „Flüchtling“ kam in ihrem Vortrag aber darüber hinaus eine nicht-binäre, ambivalente oder paradoxe Stellung zu, da er sich zwischen dem Lokalen und dem Globalen, zwischen dem Innen einer demokratischen Gemeinschaft und ihrem Außen, also stets auf der Grenze befinde. Deswegen haben aus ihrer Sicht nicht allein rechtliche Entscheidungen ein besonderes Gewicht – wenn etwa Gerichte oder Behörden bestimmen, wer als Flüchtling gilt und wer nicht –, sondern auch die Massenmedien, die die Sichtbarkeit von Flüchtlingen überhaupt erst schärfen oder eingrenzen.

Der abschließende Abendvortrag von Charles Taylor war weniger dazu gedacht, die auf dem Workshop diskutierten Themen, Perspektiven und konzeptuellen Ideen zu bündeln, als in zwei Schritten eine Einschätzung zu skizzieren und eine Lösung auf den Weg zu bringen. Diagnostisch ging Taylor von einem Unbehagen, einem Pessimismus aus: Die moderne Ära der westlichen Demokratie bringe zugleich eine „diversity crisis“ hervor. Während vormals kulturelle Identitäten und die Legitimität einer politischen Ordnung fraglos gegeben zu sein schienen, seien sie nun Sache der Selbstbestimmung, der Volkssouveränität geworden. Damit sei freilich nicht nur die Usurpation des Gemeinwohls durch einen partikularen Akteur zu befürchten, auch die Erschaffung eines politischen, solidarisierenden Ethos werde dadurch möglich. Taylor sieht eine nicht aufzuhebende Spannung zwischen der Erzeugung politischer Identitäten und vitalen, attraktiven politischen Projekten zum einen sowie einem neutralen, anderen Bewegungen und Identitäten gegenüber offen bleibenden Engagement zum anderen. Wie schon in anderen Beiträgen zur Tagung deutlich wurde, kann man Populisten wie Bernie Sanders oder Donald Trump zumindest dies abgewinnen: es geht ihnen um die Schaffung eines in höchstem Maße attraktiven, bei beiden aber augenscheinlich in vielerlei Hinsicht fragwürdigen politischen Projekts. Demgegenüber gelte es nun, so Taylor, diesen demokratischen Impuls in rationalere Formen zu überführen, ohne dabei dessen Schwungkraft verlustig zu gehen.8

Mit Rückblick auf den Workshop lässt sich resümierend sagen, dass er die ursprüngliche, um den Aufsatz von Taylor zentrierte Diskussion Anfang der 1990er-Jahre gewinnbringend für unsere heutige gesellschaftliche und politische Situation aktualisiert hat. Allerdings waren die einzelnen Beiträge zu heterogen, als dass sich daraus ein allgemeines Fazit ziehen oder konsistente thematische Fäden isolieren ließen. Nur ein produktiver Anstoß sowie ein thematisches Desiderat seien hier benannt: (i) Verschiedentlich wurde die Rolle konkreter Umgangsformen und situativer Praktiken, in denen Individuen aus unterschiedlichen kulturellen Milieus ihre Erfahrungen austauschen und voneinander lernen, betont. Diese Perspektive rückt neu in den Fokus, wie eng Taylors Begriff der „Horizontverschmelzung“ mit anderen Elementen seines philosophischen Entwurfs verbunden ist, etwa mit seiner Diskussion des Regelfolgens oder seiner relationalen, gegen ein atomisierendes Bild argumentierenden Konzeption des menschlichen Selbst. Das Abheben auf die Bedeutsamkeit von Lebensformen und Praktiken, so die Vermutung, deutet darauf hin, dass es sich lohnen würde, den Zusammenhang von Taylors Werk mit praxistheoretischen Positionen wie denen Theodore Schatzkis oder Pierre Bourdieus zu erkunden. Womöglich würde so auch die sozialwissenschaftliche Konzeptualisierung der Integration von Flüchtlingen in ein verändertes Licht gerückt.

(ii) Stellenweise – beispielsweise, wenn von den sexuellen Übergriffen der Kölner Silvesternacht die Rede war – angesprochen, aber eigenartigerweise kaum einmal theoretisch erhellt wurde die Rolle der Massenmedien im Kontext der Diskussion um Flüchtlinge, Populismus und die Zukunft der Demokratie. Denn immerhin bietet das Internet (insbesondere in Gestalt interaktiver Foren wie Twitter und Facebook) verschiedenen populistischen Bewegungen eine Basis zur Agitation und Rekrutierung neuer Anhänger. Nicht nur die Kölner Silvesternacht, sondern auch die zahlreichen Bilder von Flüchtlingen in den Massenmedien und im Internet – nicht zuletzt das Bild eines an einem türkischen Strand angespülten toten Kindes oder die Videos der polizeilichen Behandlung von Flüchtlingen in Bussen vor einer Unterkunft – haben bedeutsame Stimmungsumschwünge ausgelöst. In ihrer negativen wie in ihrer positiven Ausprägung sind solche Effekte nicht zu unterschätzen, wenn es um das Verhältnis von Demokratie und Anerkennung (des Fremden) geht. Das ist gerade dann der Fall, wenn dieses Verhältnis nicht mehr rationalistisch enggeführt analysiert, sondern auf die Rolle von Praktiken, eingelebten Deutungsmustern und Affekten zurückgeführt worden soll.9

Konferenzübersicht:

Ulf Bohmann (Jena) / Hartmut Rosa (Jena) / Paul Sörensen (Augsburg), Einführung

Charles Taylor (Montreal), Five Theses on Multiculturalism & Democracy

Volker M. Heins (Essen / Bochum), From Habermas and Honneth back to Taylor: Recognition, Multiculturalism and the Transnational

Peter A. Kraus (Augsburg), Multiculturalism, Recognition, and the Challenges of Complex Diversity

Patti T. Lenard (Ottawa/Oxford), The (Re)Turn to Conditional Citizenship

Sybille de la Rosa (Heidelberg/Brighton). The Creation of a Transcultural Democratic Culture [entfallen]

Dana Schmalz (Frankfurt am Main / New York), Beyond the Binarism of Global and Local: The Concept of the Refugee as a Basis for Claims to Democratic Membership

Abendvortrag

Charles Taylor (Montreal), Democracy and Diversity – a Western Crisis

Fußnoten

1 Charles Taylor, Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung, hrsg. von Amy Gutman, übers. von Reinhard Kaiser, Frankfurt am Main 1993.

2 Vgl. ebd., S. 14, 26, 32f. Das ist auch der Hintergrund von Taylors Rekurs auf die bekannten Analysen Frantz Fanons, vgl. ebd., S. 61f. Vgl. dazu Thomas Bedorf, Verkennende Anerkennung, Frankfurt am Main 2010, S. 27ff.

3 Vgl. das gleichnamige Kapitel aus Habermas' Aufsatz zum Sammelband Taylors in: Jürgen Habermas, Kampf um Anerkennung im demokratischen Rechtsstaat, in: ders., Die Einbeziehung des Anderen. Studien zur politischen Theorie, Frankfurt am Main 1999, S. 237–276, hier: S. 264ff.

4 Vgl. Charles Taylor, Interculturalism or Multiculturalism?, in: Philosophy & Social Criticism 38 (2012), 4–5, S. 413–423.

5 Vgl. das Interview „Wir denken in Blöcken“ von Edith Kresta und Daniel Bax mit Charles Taylor in der taz vom 30.3.2006, in dem Taylor Samuel Huntington als Vertreter einer rein assimilatorischen Position versteht. www.taz.de/1/archiv/

6 Vgl. Taylor, Multikulturalismus und die Politik der Anerkennung, S. 63f., 68, 71.

7 Vgl. Ernesto Laclau, The ‘People’ and the Discursive Production of Emptiness, in: ders., On Populist Reason, London 2005, S. 67–128.

8 „Building the people“, nennt Taylor diesen Gedanken in seinem jüngsten Gespräch mit Elisabeth von Thadden in der ZEIT vom 23. Juni 2016.

9 Eine Autorin, die dem Verhältnis von Anerkennungspraktiken und der medialen Konstruktion des ‚Fremden‘ nachgeht, ist Judith Butler; dies wird leider noch nicht zureichend wahrgenommen. Vgl. etwa Judith Butler, Gefährdetes Leben, betrauerbares Leben, in: dies., Raster des Krieges. Warum wir nicht jedes Leid beklagen, Frankfurtam Main 2010; S. 9–38; dies, Krieg und Affekt, Zürich / Berlin 2009.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Christina Müller.