Authentizität / Kollektivität / Digitalität

Call for Papers für eine Tagung vom 23. bis 25. April in Jena. Deadline: 18. Dezember 2020

Im Angesicht der aktuellen politischen Forderungen und Großdemonstrationen, die sich über mehrere Orte und Länder erstrecken, erscheint es notwendig, sich den Phänomenen Authentizität, Kollektivität und deren besonderen Bezug zur Digitalität genauer zu widmen. Eine erste häufig diskutierte These zu diesem Themenkomplex kann folgendermaßen formuliert werden: Die Ausbreitung und Organisation von aktuellen Versammlungen wäre in dieser Größe ohne digitale Medien und besonders ohne soziale Netzwerke nicht möglich. Beispiele für diese Kollektivbildungen im Digitalen, die zu tatsächlichen Versammlungen führen oder diese unterstützen, lassen sich etwa im Arabischen Frühling, in der Bewegung Fridays for Future und dem #metoo finden, wobei die beide letzteren auf Missstände innerhalb der Gesellschaft progressiv hinweisen. Daneben bestehen jedoch auch Versammlungen von PEGIDA, Alt-Right, den Identitären und neuer Dings der Corona-Gegner*innen.

Neben der Frage zur digitalen Kollektivbildung, ist auch insbesondere zu diskutieren, welchen Einfluss Digitalität auf Fremd- und Selbstverständnisse hat. Da gerade die sozialen Medien Medien der Selbstdarstellung sind, ist die Frage, inwieweit die Lebensform, die dort präsentiert wird auch eine authentisch gelebte ist. Denn der Widerspruch sich einer beispielsweise politischen Forderung wie die der Nachhaltigkeit anzuschließen und sich als ökologisch bewusst zu präsentieren, dann aber dieser Forderung im Alltag nicht konsequent nachzugehen, ist ein Widerspruch, der häufig ins Auge fällt. Also ist es eine Frage unserer Zeit, wer wir zu sein meinen und wie dieses virtuelle Selbstbild mit der Realität übereinstimmt.

Daraus ergibt sich folgendes Thema für die Tagung: Die Fragen nach Kollektivität und Authentizität sollen vor dem Hintergrund der Digitalisierung neu bearbeitet werden. Das heißt, es können nicht vorhandene Erkenntnisse einfach auf das Digitale übertragen werden, sondern es muss sich den Eigenheiten des Digitalen in Beziehung auf Authentizitätsforderungen und Kollektivbildungen zugewendet werden.

Wie entstehen und verändern sich Authentizitätsforderungen und Kollektivierungsprozesse in Bereichen wie der Kommunikation, der Subjektivierung, den konkreten Arbeitsprozessen, Intimitätsbeziehungen und dem Auftreten von Subkulturen und welche Widersprüche können zwischen den digitalen und analogen Feldern der Lebenswelt dadurch in Erscheinung treten? Mit diesen Themen – jedoch nicht ausschließlich – sollen sich die Einreichungen für Beiträge auf der Tagung befassen.

Die Tagung findet vom 23.04.-25.04.2021 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena statt. Je nach Format sollen die Beiträge zwischen 30 und 90 Minuten angelegt sein. Bei Vorträgen (30 min) ist eine anschließende Diskussion von 20 Minuten vorgesehen. Wir freuen uns auch über alternative Einreichungen wie eine Diskussionsrunde (bis zu 90 min), Vorträgen mit mehreren Autor*innen oder anderen Konzepten. Die Abstracts sollten hierbei eine Länge von 300-500 Wörtern haben.
Einreichungsschluss ist Freitag der 18.12.2020.

Wir bemühen uns Ihnen zwei Wochen nach Einreichungsschluss eine Rückmeldung zu geben.

Wir sind gespannt auf Ihre Einreichungen! Für weitere Informationen senden Sie uns gerne ein Email an: authentizität.kollektivität.digitalität(at)uni-jena(dot)de

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