Rausch und Ekstase. Erkundungen der Spaßgesellschaft

Call for Papers des Soziologiemagazins für Ausgabe 1/2019. Deadline: 1. Dezember 2018

„Überhaupt aber tragen glänzende, rauschende Feste und Lustbarkeiten stets eine Leere, wohl gar einen Mißton im Innern; schon weil sie dem Elend und der Dürftigkeit unseres Daseins laut widersprechen.”

(Arthur Schopenhauer)

 

Analog zu Schopenhauer werden Rausch und Ekstase auch heute noch oftmals als mehr oder weniger notwendige und legitime Strategien zur Flucht aus der Monotonität des hiesigen Alltagslebens wahrgenommen. Der Bruch mit dem Gewohnten in diesem Zusammenhang ist dementsprechend ein selbstverständlicher Teil unseres Miteinanders. So suchen Erlebnishungrige nach dem Außeralltäglichen und leisten dafür, wie Gerhard Schulze beschreibt, „Erlebnisarbeit“. Dabei kann das ‚Dionysische’ nach Michel Maffesoli durchaus vergemeinschaftend wirken und somit wichtige soziale Funktionen erfüllen.

Und auch darüber hinaus werden Rausch und Ekstase als wichtige Möglichkeiten erachtet, dem rationalen und ökonomischen Imperativ der modernen Gesellschaft zu entgehen. Umgekehrt wird die Lust am Ausbruch im Zuge einer zunehmenden „Eventisierung” zum „marktstrategischen Massenspaß” (Ronald Hitzler) und verkehrt sich dementsprechend selbst zum Imperativ.

In der 19. Ausgabe des Soziologiemagazins begeben wir uns auf die Spuren von Rausch und Ekstase. In diesem Zusammenhang wollen wir wissen:

Wie sieht sie aus, die viel gescholtene Spaßgesellschaft? Gibt es sie überhaupt? Was machen Rausch und Ekstase aus? Wie steht es um die Möglichkeiten der Affizierbarkeit? Wirken Rausch und Ekstase gemeinschaftsbildend oder gar identitätsstiftend? In welchem Zusammenhang stehen Rausch und Ekstase mit den ökonomischen Verhältnissen? Wer berauscht sich wie? Gibt es milieu-, geschlechts- und/oder generationsspezifische Unterschiede? Welche Möglichkeiten bieten Rausch und Ekstase dem rationalen und ökonomischen Imperativ der modernen Gesellschaft zu entgehen oder ist das Gegenteil der Fall?

Ist die Lust am Ausbruch per se apolitisch und hedonistisch? Auch wenn im Zustand der Ekstase gesellschaftliche Schranken aufgelöst zu sein scheinen, stellt sich uns die Frage, ob und wenn ja welchen sozialen Regeln Rausch und Ekstase folgen?

Das und noch viel mehr wollen wir von euch wissen. Sendet Eure Texte zum Thema bis zum 1. Dezember 2018 an einsendungen[at]soziologiemagazin.de.

Natürlich sind wir darüber hinaus immer und themenunabhängig an Rezensionen, Interviews und Tagungsberichten interessiert. Hilfestellungen für Eure Artikel bekommt Ihr auf unserer Website unter unseren Hinweisen für Autor_ innen.

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