Die Explosion des Besonderen

Beobachtungen zu einem allgegenwärtigen Phänomen

Es gibt eine lange und einflussreiche Tradition in der Soziologie, die die Phänomene des sozialen Lebens vor allem im Hinblick auf das spannungsvolle Verhältnis von Individuum und Gesellschaft zu deuten sucht. Tatsächlich ist es nur eine kleine Übertreibung, wenn man behauptet, dass das Fach der behaupteten Dichotomie nicht nur einige seiner bedeutendsten Werke, sondern sogar seinen eigenen Ursprung verdankt. Von Georg Simmels Das individuelle Gesetz bis hin zu Ulrich Becks Gesellschaft der Individuen hat die Frage nach dem Wechselspiel von allgemeinen gesellschaftlichen Strukturen und Normen einerseits und den besonderen Modi der Lebensführung andererseits die Soziologie beständig zu neuen Antworten herausgefordert. In bewusster Abgrenzung zu dieser Traditionslinie bemühen sich seit einigen Jahren die Vertreter_innen eines praxissoziologischen Ansatzes um ein Verständnis des Sozialen, das Individuen nicht als Urheber, sondern als Produkte sozialer Zusammenhänge begreift, um auf diese Weise nicht nur zu neuen Antworten, sondern vor allem zu neuen Fragen zu gelangen. Mit Die Gesellschaft der Singularitäten legt der an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt an der Oder lehrende Kultursoziologe Andreas Reckwitz nun eine breit angelegte Zeitdiagnose vor, die nach dem Ensemble der Praktiken fragt, die einer Gesellschaft zugrunde liegen, die sich der Feier des Besonderen verschrieben hat und sich – zugespitzt formuliert – weniger für das Individuum als für das Individuelle interessiert. Im Unterschied zu seiner 2012 veröffentlichten Arbeit über Die Erfindung der Kreativität beschränken sich seine praxissoziologischen Probebohrungen in der Gegenwart jetzt nicht mehr nur auf den Kontext des ästhetischen Kapitalismus, sondern nehmen in gesellschaftstheoretischer Absicht alle Bereiche des Sozialen in den Blick. Sein besonderes Interesse gilt dabei nicht zuletzt den verschiedenen Techniken der Subjektivierung, in deren Ausübung wir zu Individuen werden, die sich als Kuratoren ihres eigenen Lebens verstehen, sowie den damit verbundenen theoretischen Konsequenzen: Könnte es sein, dass sich in den Singularisierungspraktiken neue Modalitäten von Vergesellschaftung materialisieren, die sich mit den klassischen Instrumenten einer Soziologie der Moderne nicht erfassen lassen? Reckwitz plädiert dafür, diese Frage mit „Ja“ zu beantworten. In seinem neuen Buch erklärt er, warum. Wir danken dem Autor und dem Suhrkamp Verlag für die Erlaubnis, nachstehend die Einleitung des Anfang Oktober erscheinenden Buches vorab auf „Soziopolis“ veröffentlichen zu dürfen. – Die Red.

 

 

Wohin wir auch schauen in der Gesellschaft der Gegenwart: Was immer mehr erwartet wird, ist nicht das Allgemeine, sondern das Besondere. Nicht an das Standardisierte und Regulierte heften sich die Hoffnungen, das Interesse und die Anstrengungen von Institutionen und Individuen, sondern an das Einzigartige, das Singuläre.

Reiseziele beispielsweise können sich nicht länger damit begnügen, einförmige Urlaubsziele des Massentourismus zu sein. Es ist vielmehr die Einzigartigkeit des Ortes, die besondere Stadt mit authentischer Atmosphäre, die exzeptionelle Landschaft, die besondere lokale Alltagskultur, denen nun das Interesse des touristischen Blicks gilt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen, denn diese Entwicklung hat die gesamte spätmoderne globale Ökonomie erfasst. Sowohl für materielle Güter wie für Dienstleistungen gilt, dass an die Stelle der Massenproduktion uniformer Waren jene Ereignisse und Dinge treten, die nicht für alle gleich oder identisch sind, sondern einzigartig, das heißt singulär sein wollen.[1] So richten sich die Leidenschaften auf Live-Konzerte und Musikfestivals in ihrer Außeralltäglichkeit, auf Sport- und Kunstereignisse, aber auch auf die Aktivität der Lifestyle-Sportarten und die imaginären Welten der Computerspiele. Der sogenannte ethische Konsument entwickelt eine differenzierende Sensibilität für Brot- und Kaffeesorten in einer Weise, wie sie früher allenfalls für Weinkenner typisch war. An die Stelle des Sofas "von der Stange" tritt die Suche nach dem Vintage-Stück, und eine Marke wie Apple bietet nicht nur neueste Technologie, sondern ein ganzes attraktives und einzigartiges Environment, das der Nutzer gegen nichts anderes eintauschen würde. Schließlich offerieren diverse Formate der psychologischen Beratung maßgeschneiderte therapeutische oder spirituelle Angebote.

Die spätmoderne Ökonomie ist mehr und mehr an singulären Dingen, Diensten und Ereignissen ausgerichtet, und die Güter, die sie produziert, sind zunehmend solche, die nicht mehr rein funktional, sondern auch oder allein kulturell konnotiert sind und affektive Anziehungskraft ausüben. Wir leben nicht mehr im industriellen, sondern im kulturellen Kapitalismus. Dies hat tiefgreifende Folgen auch für die Arbeits- und Berufswelt: Standen in der alten Industriegesellschaft eindeutige formale Qualifikationen und Leistungsanforderungen im Vordergrund, so geht es in der neuen Wissens- und Kulturökonomie darum, dass die Arbeitssubjekte ein außergewöhnliches "Profil" entwickeln. Belohnt werden nun jene, die Außerordentliches leisten oder zu leisten versprechen, das den Durchschnitt hinter sich lässt, während Arbeitnehmer mit profanen Routinetätigkeiten das Nachsehen haben.

Die Ökonomie hat zweifellos eine gesellschaftliche Schrittmacherfunktion, aber die Umdeklinierung vom Allgemeinen zum Besonderen findet längst auch in anderen Bereichen statt, etwa in dem der Bildung.[2] Für Schulen genügt es nicht mehr wie noch vor 20 Jahren, das staatlich vorgegebene Lernpensum gut zu vermitteln. Jede Schule muss und will anders sein, muss und will ihr eigenes Bildungsprofil kultivieren und den Schülern (und Eltern) die Möglichkeit bieten, sich einen eigenen Bildungsweg zusammenzustellen. Und auch das einzelne Kind wird von Seiten der Eltern – zumindest wenn sie aus der neuen, akademisch gebildeten Mittelklasse stammen – als ein Mensch wahrgenommen, dessen besondere Begabungen und Eigenschaften zu fördern sind.

Ein weiteres Feld, auf dem sich der Vormarsch des Singulären seit geraumer Zeit beobachten lässt, ist die Architektur: Der International Style mit seiner seriellen Bauweise wirkt monoton und ist schon seit der architektonischen Postmoderne der 1980er Jahre auf breiter Front abgelöst worden von einer Solitärarchitektur, so dass Museumsbauten, Konzerthäuser, Flagship Stores und Wohnhäuser einen manchmal überraschenden, manchmal befremdlichen originellen Stil beanspruchen. Dahinter verbirgt sich eine grundsätzliche Transformation räumlicher Strukturen: An die Stelle der austauschbaren Räume der klassischen Moderne sollen in der globalisierten und urbanisierten Spätmoderne nun wiedererkennbare einzelne Orte mit je eigener Atmosphäre treten, an die sich spezifische Narrationen und Erinnerungen heften. Städte und Metropolen bemühen sich entsprechend, auch im Namen der sogenannten cultural regeneration eine lokale Eigenlogik zu entwickeln, die Lebensqualität und Alleinstellungsmerkmale verspricht. Und die neue Mittelklasse zieht es bevorzugt in diese Schwarmstädte, während die anderen, als unattraktiv geltenden Regionen – ob in den Vereinigten Staaten oder in Frankreich, in Großbritannien oder Deutschland – Gefahr laufen zu veröden.

Es ist nicht verwunderlich, dass vor diesem Hintergrund auch und gerade das spätmoderne Subjekt, das sich in diesen Umgebungen bewegt, für sich und sein Leben nach Befriedigung im Besonderen strebt. Jener bis in die 1970er Jahre herrschende westliche Subjekttypus, den David Riesman als "sozial angepasste Persönlichkeit" beschrieb, der Durchschnittsangestellte mit Durchschnittsfamilie in der Vorstadt,[3] ist in den westlichen Gesellschaften zur konformistisch erscheinenden Negativfolie geworden, von der sich das spätmoderne Subjekt abheben will. Ulrich Beck und andere haben in diesem Zusammenhang von Individualisierung gesprochen und damit gemeint, dass Subjekte aus allgemeinen sozialen Vorgaben entbunden und sozusagen in die Selbstverantwortung entlassen werden.[4] Singularisierung meint aber mehr als Selbständigkeit und Selbstoptimierung. Zentral ist ihr das kompliziertere Streben nach Einzigartigkeit und Außergewöhnlichkeit, die zu erreichen freilich nicht nur subjektiver Wunsch, sondern paradoxe gesellschaftliche Erwartung geworden ist. Markant ausgeprägt ist dies in der neuen, der hochqualifizierten Mittelklasse, also in jenem sozialen Produkt von Bildungsexpansion und Postindustrialisierung, das zum Leitmilieu der Spätmoderne geworden ist. An alles in der Lebensführung legt man hier den Maßstab der Besonderung an: wie man wohnt, was man isst, wohin und wie man reist, wie man den eigenen Körper oder den Freundeskreis gestaltet. Im Modus der Singularisierung wird das Leben nicht einfach gelebt, es wird kuratiert. Das spätmoderne Subjekt performed sein (dem Anspruch nach) besonderes Selbst vor den Anderen, die zum Publikum werden. Nur wenn es authentisch wirkt, ist es attraktiv. Die allgegenwärtigen sozialen Medien mit ihren Profilen sind eine der zentralen Arenen dieser Arbeit an der Besonderheit. Das Subjekt bewegt sich hier auf einem umfassenden sozialen Attraktivitätsmarkt, auf dem ein Kampf um Sichtbarkeit ausgetragen wird, die nur das ungewöhnlich Erscheinende verspricht. Die Spätmoderne erweist sich so als eine Kultur des Authentischen, die zugleich eine Kultur des Attraktiven ist.

Die Überlagerung der alten Logik des Allgemeinen der Industriegesellschaft durch eine soziale Logik des Besonderen der Spätmoderne betrifft letztlich und in außerordentlichem Maße die Formen des Sozialen, des Kollektiven und des Politischen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Singularisiert werden keineswegs nur Individuen oder Dinge, sondern auch Kollektive! Formale Organisationen, Volksparteien und der bürokratische Staat existieren natürlich im Hintergrund weiter. Sie sind jedoch zugunsten von partikularistischen und temporären Formen des Sozialen in die Defensive geraten, die mehr Identifikation versprechen. Diese unterlaufen universale Regeln sowie standardisierte Verfahren und kultivieren stattdessen eine eigene Welt mit eigener Identität. Dies gilt für die Kollaborationen und Projekte in der Arbeits- und politischen Welt, die als affektive Einheiten mit bestimmten Teilnehmern und einem Verfallsdatum jeweils singulär sind. Und es gilt auch für die Szenen, politischen Subkulturen und Freizeit- wie Konsum-Communities in der realen wie virtuellen Welt, die sich als ästhetische oder hermeneutische Wahlgemeinschaften mit sehr spezifischen Interessen und Weltbildern von der Massenkultur und der Mainstream-Politik weit entfernen.

Die Singularisierung des Sozialen gilt schließlich für jene global zu beobachtenden politischen und subpolitischen Neogemeinschaften, in denen jeweils die historische, räumliche oder ethische Besonderheit einer als gemeinsam imaginierten Kultur gepflegt wird. Dies ist ein weites Feld: Es schließt die identity politics ethnischer Gemeinschaften und die Diaspora-Communities ein, die sich im Zuge der globalen Migrationsströme ausgebildet haben. Schließlich verbreiten sich vielerorts neue religiöse, auch fundamentalistische Gemeinschaften, vor allem im Christentum und im Islam, die jenseits der Amtskirchen eine Art religiösen Exzeptionalismus beanspruchen. Der politische Rechtspopulismus, der sich seit der Jahrtausendwende formiert, appelliert in diesem Rahmen an die kulturelle Authentizität des eigenen Volkes und seiner nationalen Kultur. Zugleich und in anderer Weise ist "kulturelle Vielfalt" zu Beginn des 21. Jahrhundert zum Leitprinzip einer liberalen Gesellschafts- und Kulturpolitik geworden.

Wie in einem Kaleidoskop bilden die genannten, zunächst sehr heterogenen Phänomene der Gegenwartsgesellschaft ein Muster, dem ich in diesem Buch nachgehen will. Dies ist meine leitende These: In der Spätmoderne findet ein gesellschaftlicher Strukturwandel statt, der darin besteht, dass die soziale Logik des Allgemeinen ihre Vorherrschaft verliert an die soziale Logik des Besonderen. Dieses Besondere, das Einzigartige, also das, was als nichtaustauschbar und nichtvergleichbar erscheint, will ich mit dem Begriff der Singularität umschreiben.[5] Leitend für meine Theorie der Spätmoderne und für die Moderne insgesamt ist also die Unterscheidung zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen. Sie ist nicht unkompliziert, eröffnet aber eine Perspektive, die uns die Gegenwart aufzuschließen hilft. Die Differenz zwischen dem Allgemeinen und dem Besonderen ist ursprünglich eine philosophische und findet sich systematisch ausgearbeitet bei Kant.[6] Ich will sie jedoch aus dem Korsett der Erkenntnistheorie befreien und soziologisieren. Natürlich: In der menschlichen Welt gibt es immer sowohl Allgemeines als auch Besonderes; dies ist eine Frage des Blickwinkels. Die "Begriffe" sind immer allgemein, die "Anschauung" hingegen richtet sich auf das Besondere, so Kant. Damit lässt sich jedes Element der Welt wahlweise als konkretes Einzelnes oder als Exemplar eines allgemeinen Typs interpretieren. Soziologisch ist dies trivial. Die gesellschaftstheoretisch interessante Frage ist eine andere: Es gibt soziale Komplexe und ganze Gesellschaftsformen, die systematisch die Verfertigung des Allgemeinen fördern und es prämieren, während sie Singularitäten hemmen und abwerten. Und es gibt andere soziale Komplexe und Gesellschaften, die umgekehrt Singularitäten hervorbringen und auszeichnen, also eine Praxis der Singularisierung betreiben – auf Kosten des Allgemeinen. Weder das Allgemeine noch das Besondere sind also einfach vorhanden. Beide werden sozial fabriziert.

Die spätmoderne Gesellschaft, das heißt jene Form der Moderne, die sich seit den 1970er oder 1980er Jahren entwickelt, ist insofern eine Gesellschaft der Singularitäten, als in ihr die soziale Logik des Besonderen das Primat erhält. Und – man muss es in dieser Dramatik feststellen – sie ist die erste, für die dies in einem umfassenden Sinne gilt. Die soziale Logik des Besonderen betrifft dabei sämtliche Dimensionen des Sozialen: die Dinge und Objekte ebenso wie die Subjekte, die Kollektive, die Räumlichkeiten ebenso wie die Zeitlichkeiten. "Singularität" und "Singularisierung" sind Querschnittsbegriffe und bezeichnen ein Querschnittsphänomen, das die gesamte Gesellschaft durchzieht. Es mag ein zunächst gewöhnungsbedürftiger Gedanke sein, der aber unbedingt betont werden muss: Singularisiert werden gewiss auch, aber keineswegs nur menschliche Subjekte, weshalb der klassische, für Menschen reservierte Begriff der Individualität nicht mehr passt. Die Singularisierung umfasst eben auch und in ganz besonderem Maße die Fabrikation und Aneignung von Dingen und Objekten als besondere. Sie betrifft die Gestaltung und Wahrnehmung von Räumlichkeiten ebenso wie die von Zeitlichkeiten und nicht zuletzt von Kollektiven.

Die Struktur der Gesellschaft der Singularitäten ist ungewöhnlich und erstaunlich, ja, es scheinen die passenden Begriffe und Perspektiven zu fehlen, um sie in ihrer Komplexität zu begreifen. Wie kann eine Gesellschaft sich so organisieren, dass sie sich an der scheinbar flüchtigen, scheinbar antisozialen Größe des Besonderen ausrichtet? Welche Strukturen bildet die Gesellschaft der Singularitäten aus, welche Form nehmen ihre Wirtschaft und ihre Technologie, ihre Sozialstruktur und ihre Lebensstile, ihre Arbeitswelt, ihre Städte und ihre Politik an? Und wie kann und sollte eine Soziologie vorgehen, welche die soziale Logik der Singularisierung unter die Lupe nimmt? Es ist wichtig, dass sich eine solche Untersuchung von vornherein vor zwei falschen Haltungen hütet: Mystifizierung und Entlarvung.

Die mystifizierende Haltung gegenüber Besonderheiten, die in der sozialen Welt der Kunstbetrachter und religiösen Gläubigen, der Charismabewunderer und Liebenden, der Musikfans, Markenfetischisten und unbeirrbaren Lokalpatrioten verbreitet ist, setzt voraus, dass das, was ihnen wertvoll ist und sie fasziniert, gewissermaßen in ihrer natürlichen Essenz und unabhängig vom Betrachter wirklich authentische und einzigartige Phänomene sind. Mit Blick auf diese Mystifizierung des Authentischen hat die soziologische Analyse eine Aufklärungsfunktion. Einzigartigkeiten sind gerade nicht als vorsoziale Gegebenheiten vorauszusetzen, vielmehr gilt es, die Prozesse und Strukturen der sozialen Logik der Singularitäten zu rekonstruieren. "Soziale Logik" heißt: Die Singularitäten sind nicht kurzerhand objektiv oder subjektiv vorhanden, sondern durch und durch sozial fabriziert. Was als eine Einzigartigkeit gilt und als solche erlebt wird, ergibt sich, wie wir noch sehen werden, ausschließlich in und durch soziale Praktiken der Wahrnehmung, des Bewertens, der Produktion und der Aneignung, in denen Menschen, Güter, Gemeinschaften, Bilder, Bücher, Städte, Events und dergleichen singularisiert werden. Es ist kein logischer Widerspruch, sondern eine reale Paradoxie, dass sich allgemeine Praktiken und Strukturen untersuchen lassen, die sich um die Verfertigung von Besonderheiten drehen. Genau dies ist die Aufgabe dieses Buches: die Muster, Typen und Konstellationen herauszuarbeiten, die sich in der sozialen Fabrikation von Einzigartigkeiten ergeben. Die Singularitäten sind damit alles andere als antisozial oder vorsozial; eine Metaphorik der Vereinzelung und Isolation wäre in diesem Zusammenhang völlig verfehlt. Die Singularitäten sind im Gegenteil das, worum sich in der Spätmoderne das Soziale dreht.

Gegen die Mystifizierung der Eigentlichkeit die soziale Logik der Besonderheiten zu sezieren, heißt allerdings umgekehrt nicht, den Singularitäten ihre Realität abzusprechen und sie als bloßen Schein oder ideologisches Konstrukt zu enttarnen. Diese Haltung der Entlarvung tritt nicht selten im Gewand der Kulturkritik auf. Genüsslich meint man demonstrieren zu können, dass die scheinbaren Einzigartigkeiten der anderen tatsächlich nur weitere Exemplare allgemeiner Typen darstellen, Beispiele für den Massengeschmack oder des ewigen Kreislaufs der Warenzirkulation: Apple-Produkte, Filme der Cohen-Brüder oder begabte Kinder sind ja nicht wirklich außergewöhnlich, und hinter den Originalitäten von diesem und jenem verbergen sich in Wahrheit nur konformistische Durchschnittstypen. Ein solcher Entlarvungsreduktionismus ist mit einer Analyse der sozialen Logik von Singularitäten jedoch nicht gemeint. Wie gesagt: Es ist nicht erstaunlich, dass sich gut kantianisch jedes Besondere unter anderem Blickwinkel als das Exemplar eines Allgemeinen interpretieren lässt. Was besonders erscheint, lässt sich immer typisieren. Vor allem aber: Dass Einzigartigkeiten sozial fabriziert sind heißt nicht, dass ihnen die soziale Realität abzusprechen wäre. Man muss hier vielmehr an das berühmte soziologische "Thomas-Theorem" erinnern, das lautet: "Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich."[7] In unserem Zusammenhang heißt dies: Indem die soziale Welt sich zunehmend an Menschen, Gegenständen, Bildern, Gruppen, Orten und Ereignissen ausrichtet, die sie als singulär begreift und empfindet, ja, diese teilweise gezielt als solche hervorbringt, entfaltet die soziale Logik der Singularitäten für ihre Teilnehmer eine Realität mit erheblichen, sogar unerbittlichen Konsequenzen.

Die Kritik, welche einzelnen Singularitäten den Wert des Besonderen abspricht, kann und muss selbst soziologisiert werden: Sie ist ein charakteristischer Bestandteil der Bewertungsdiskurse der Gesellschaft der Singularitäten. Diese Diskurse beziehen ihre Dynamik und Unberechenbarkeit daraus, dass der Besonderheitswert von Waren, Bildern, Menschen, Kunstwerken, religiösen Glaubensinhalten, Städten oder Ereignissen häufig sozial umstritten ist und zum Gegenstand von Auseinandersetzungen der Bewertung und Entwertung wird.[8] Generell gilt: Die gesellschaftlichen Bewertungen von etwas als singulär oder als Exemplar des Allgemeinen sind hochgradig mobil und beschäftigen die Spätmoderne in enormem Ausmaß, ja, man könnte sagen, dass diese regelrecht zur Valorisierungsgesellschaft geworden ist. Was heute als exzeptionell gilt, kann schon morgen entwertet und als konformistisch oder gewöhnlich eingestuft werden. Und während es so manche Dinge und Menschen trotz aller Anstrengung nie auf den Sockel des Außergewöhnlichen schaffen, werden andere in Umwertungsprozessen in die Sphäre der Singularität katapultiert. So wird aus Sperrmüll wertvolles Vintage und aus dem Sonderling der anerkannte Nerd. Das heißt: In der Gesellschaft der Singularitäten gehen Prozesse der Singularisierung und der Entsingularisierung Hand in Hand. Sie bekräftigen damit aber, was als wertvoll gilt: nicht das Allgemeine, sondern das Besondere.

Man muss es so deutlich feststellen: Die soziale Logik der Singularitäten, deren Ausbreitung wir seit den 1970er oder 1980er Jahren beobachten, widerspricht im Prinzip vollständig dem, was über nahezu 200 Jahre hinweg den Kern der modernen Gesellschaft ausgemacht hat. Die Gesellschaft der klassischen Moderne, die sich im 18. Jahrhundert in Westeuropa langsam herauskristallisierte und Mitte des 20. Jahrhunderts als industrielle Moderne in den USA und der Sowjetunion ihren Höhepunkt erreichte, war nämlich grundsätzlich anders organisiert: Es herrschte eine soziale Logik des Allgemeinen, und zwar in einer Radikalität und Drastik, wie sie welthistorisch ohne Beispiel sind. Max Weber hat dies treffend umschrieben: Die klassische Moderne der Industriegesellschaft ist im Grunde ein Prozess der tiefgreifenden formalen Rationalisierung.[9] Und alle Ausprägungen dieser formalen Rationalisierung – ob in Wissenschaft und Technik, in der ökonomisch-industriellen Produktion, im Staat oder im Recht – fördern und stützen, wie ich hinzufügen möchte, eine Herrschaft des Allgemeinen. Überall ging es um Standardisierung und Formalisierung, um eine Verfertigung der Elemente der Welt als gleiche, gleichartige, auch gleichberechtigte: auf den Fließbändern der industriellen Produktion und in den Gebäuden in Serie des International Style, im Rechts- wie im Sozialstaat, im Militär, bei der "Verschulung" der Kinder und Jugendlichen, in den Ideologien und der Technik.

Solange man dem alten Bild der Moderne verhaftet bleibt, das von der Industriegesellschaft geprägt ist, neigt man leicht dazu, das Aufkommen von Singularitäten und Singularisierungen als ein bloßes Rand- oder Oberflächenphänomen abzutun. Tatsächlich ist die Logik der Singularitäten jedoch nicht in der Peripherie, sondern im Zentrum der spätmodernen Gesellschaft am Werk. Was sind die Ursachen für diese tiefgreifende Transformation? Meine erste Antwort auf diese Frage, die ich in diesem Buch ausführlich entfalten werde, lautet: Die beiden machtvollsten gesellschaftlichen Motoren, welche die Standardisierung der industriellen Moderne vorantrieben, haben sich in den 1970er/ 80er Jahren in Motoren der gesellschaftlichen Singularisierung verkehrt: die Ökonomie und die Technologie. In der Spätmoderne werden Ökonomie und Technologie historisch erstmals zu großflächig wirkenden Singularisierungsgeneratoren, zu paradoxen Agenten des massenhaft Besonderen – und wir sind gerade erst dabei, die ganze Tragweite dieses Prozesses, seine sozialen, psychischen und politischen Folgen zu begreifen.

Zwischen der industriellen Moderne und der Spätmoderne ereignet sich so ein zweifacher struktureller Bruch: Der erste entsteht durch den Strukturwandel von der alten industriellen Ökonomie zum Kulturkapitalismus und der Ökonomie der Singularitäten mit der creative economy als Leitbranche. Der Kapitalismus der Wissens- und Kulturökonomie ist eine postindustrielle Ökonomie: Ihre Güter sind im Kern kulturelle Güter, und sie sind "Singularitätsgüter", das heißt Dinge, Dienste, Ereignisse oder Medienformate, deren Erfolg beim Konsumenten davon abhängt, als einzigartig anerkannt zu werden. Mit der Transformation der Güter wälzt sich auch die Struktur der Märkte und der Arbeit grundlegend um. Die Gesellschaftstheorie muss sich damit – hierin ihren Klassikern von Karl Marx' Das Kapital bis Georg Simmels Philosophie des Geldes folgend – auf die avancierteste Form der Ökonomie einlassen, wenn sie die avancierteste Form der Moderne begreifen will. Der zweite strukturelle Bruch wird durch die digitale Revolution verursacht, eine Technologie, die nicht mehr nur standardisiert, sondern in erster Linie singularisiert – vom data tracking der Profile über die Personalisierung des digitalen Netzes bis hin zu den 3D-Druckern. Mit der digitalen Revolution wird zugleich erstmals eine Technologie leitend, die den Charakter einer "Kulturmaschine" hat, in der primär kulturelle Elemente – Bilder, Narrationen und Spiele – verfertigt und rezipiert werden.

Bereits wenn man die Ökonomie und Technologien betrachtet – den Kulturkapitalismus und die Kulturmaschine –, wird deutlich, dass die Gesellschaft der Singularitäten einer Dimension, die in der alten Industriegesellschaft von Marginalisierung bedroht war, einen zentralen Ort verschafft: der Kultur. Kultur spielt für die Art und Weise, in der sich die Spätmoderne strukturiert, eine ungewöhnliche Rolle. Durch ihre massive Präferenz für zweckrationale Prozesse und formale Normrationalität betrieb die industrielle Moderne in mancher Hinsicht eine – kulturkritisch vielfach beklagte – Entwertung kultureller Praktiken und Objekte. Singuläre Objekte, Orte, Zeiten, Subjekte und Kollektive hingegen sind mehr als bloße Mittel zum Zweck beziehungsweise werden nicht mehr nur als solche wahrgenommen; indem ihnen ein eigener Wert zugeschrieben wird, etwa in ästhetischer oder ethischer Weise, sind sie vielmehr in einem starken Sinn Kultur. Wir werden uns damit, was Kultur ausmacht und wie sie zirkuliert, noch genauer beschäftigen, können aber schon jetzt feststellen, dass Kultur immer dort ist, wo Wert zugeschrieben wird, wo also Prozesse der Valorisierung stattfinden. Es ist wichtig zu sehen, dass Praktiken der Valorisierung und Praktiken der Singularisierung Hand in Hand gehen. Wenn Menschen, Dinge, Orte oder Kollektive einzigartig erscheinen, wird ihnen ein Wert zugeschrieben und sie erscheinen gesellschaftlich wertvoll. Umgekehrt – und von erheblicher gesellschaftlicher Tragweite – gilt dann aber auch: Wenn ihnen die Einzigartigkeit abgesprochen wird, sind sie wertlos. Kurzum: Die Gesellschaft der Singularitäten betreibt eine tiefgreifende Kulturalisierung des Sozialen. Sie spielt ein großes soziales Spiel von Valorisierung und Singularisierung einerseits, von Entwertung und Entsingularisierung andererseits und lädt Objekte und Praktiken mit einem Wert jenseits von Funktionalität auf. Hinzu kommt, dass die Sphäre der Kultur in der Spätmoderne eine spezifische Form annimmt: Sie ist kein abgezirkeltes Subsystem mehr, sondern hat sich in eine globale Hyperkultur transformiert, in der potenziell alles – von der Zen-Meditation bis zum Industrieschemel, von der Montessori-Schule bis zum Youtube-Video – zur Kultur werden kann und zum Element äußerst mobiler Märkte der Valorisierung werden kann, auf denen sich die Subjekte mit Selbstverwirklichungsanspruch bewegen.

Damit sind wir bei einem weiteren zentralen Merkmal der Gesellschaft der Singularitäten angelangt: der extremen Relevanz der Affekte. Die industrielle Moderne mit ihrer Logik des Allgemeinen und ihrem Zug zur Rationalisierung brachte eine systematische Affektreduktion mit sich. Wenn jedoch Menschen, Dinge, Ereignisse, Orte oder Kollektive singularisiert und kulturalisiert werden, dann wirken sie anziehend (oder auch abstoßend). Ja, nur wenn sie affizieren, gelten sie als singulär. Die Gesellschaft der Spätmoderne ist in einer Weise eine Affektgesellschaft, wie es die klassische Moderne niemals hätte sein können. Ihre Bestandteile wirken hochgradig affizierend – und die Subjekte lechzen danach, affiziert zu werden und andere affizieren zu können, um selbst als attraktiv und authentisch zu gelten. Kurzum: Während die Logik des Allgemeinen mit Prozessen gesellschaftlicher Rationalisierung und Versachlichung zusammenhängt, ist die Logik des Singulären mit Prozessen gesellschaftlicher Kulturalisierung und Affektintensivierung verknüpft.

Ich habe bisher davon gesprochen, dass sich in der Spätmoderne ein historisch so nie dagewesener Strukturwandel vollzieht, der sich um die Prozesse der Singularisierung und Kulturalisierung dreht. Aber sind diese Prozesse wirklich so völlig neu? Und ist umgekehrt die alte Logik des Allgemeinen von der neuen Logik des Singulären komplett verdrängt worden? Nein, lautet die Antwort auf beide Fragen, wodurch das Gesamtbild rasch an Komplexität gewinnt. Zunächst ist eine Revision unseres Bildes der Moderne insgesamt angezeigt. Wer von der Spätmoderne als jener Version der Moderne redet, welche die industrielle Moderne abgelöst hat und in der wir gegenwärtig leben, darf von der Moderne insgesamt nicht schweigen. Der soziologische Diskurs der Moderne erweist sich diesbezüglich jedoch häufig als eindimensional, indem er Modernisierung mit den Prozessen der formalen Rationalisierung und Versachlichung in eins setzt. Aus meiner Sicht ist die Moderne als in diesem Sinne eindimensionale Veranstaltung jedoch gar nicht zu verstehen, denn sie setzt sich von Anfang an aus zwei gegenläufig organisierten Dimensionen zusammen: aus der rationalistischen der Standardisierung und aus ebenjener kulturalistischen Dimension der Wertzuschreibungen, Affektintensitäten und Singularisierung. Die enzyklopädischen Denker am Ende des 19. Jahrhunderts, Friedrich Nietzsche und Georg Simmel zum Beispiel, aber auch Max Weber, hatten ein Gespür für diese Doppelstruktur.[10]

Ihren zentralen Impuls erhielt diese zweite Dimension, die nicht-rationalistische Moderne, bereits vor einiger Zeit: durch die auf den ersten Blick lediglich marginale künstlerische Bewegung der Romantik um 1800. Es waren die Romantiker, die Singularitäten auf allen Ebenen zuerst "entdeckt" haben und zugleich fördern wollten: die Originalität der Kunstwerke und handwerklichen Dinge, die Vielfalt und Poesie der Natur, die Besonderheiten pittoresker Orte, die Feier des Augenblicks, die einzigartigen Völker, Kulturkreise und Nationen und natürlich: das Subjekt in seiner emphatischen Individualität und Selbstentfaltung. Dieser von den Romantikern gesponnene Faden ist im 19. und 20. Jahrhundert keineswegs abgerissen, sondern durchzieht konstant die Moderne, etwa im Feld der Kunst, in der Religion oder auch in bestimmten Versionen des Politischen. Die romantische Tradition der Prämierung des Singulären hat die ästhetischen, kulturrevolutionären Gegenbewegungen zur rationalisierten Moderne entscheidend geprägt, deren historisch letzte und wirkungsmächtige die Counter Culture der 1960er und 1970er Jahre war. Der durch sie angestoßene postmaterialistische Wertewandel in der neuen Mittelklasse, der um die Ideen von Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung kreist, stellt sich damit als eine entscheidende Voraussetzung für die Kultur der Besonderheit der Spätmoderne heraus. Tatsächlich lässt sich der Take-Off der großflächigen Singularisierung und Kulturalisierung seit dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts aus meiner Sicht als das Zusammentreffen dreier Strukturmomente erklären, die sich gegenseitig verstärken: der Aufstieg des Kulturkapitalismus, der Siegeszug der digitalen Medientechnologien und die post-romantische Authentizitätsrevolution in der neuen Mittelklasse. Alle drei Stränge gilt es in diesem Buch zu verfolgen.

Bei differenzierterer Betrachtung wird also deutlich: Standardisierung und Singularitäten, Rationalisierung und Kulturalisierung, Versachlichung und Affektintensivierung haben die Moderne in gewisser Weise von Anfang an geprägt. Zweifellos: Die Moderne ist darin modern, dass sie die Rationalisierung ins Extrem treibt und damit radikalisiert. Aber eben auch darin, dass sie die Singularitäten in extremer Weise entwickelt. Wenn aber die Moderne in dieser Weise doppelgesichtig und ein Zeitalter der Extreme ist,[11] was genau ist dann neu an der Spätmoderne? Inwiefern ist sie tatsächlich eine genuin andere und neue Form der Moderne? Es wird sich im Laufe des Buches hoffentlich zeigen, dass sich diese Fragen beantworten lassen, indem wir unter die Lupe nehmen, wie sich das Verhältnis zwischen den sozialen Logiken des Allgemeinen und der des Besonderen in den letzten 40 Jahren verändert hat. Die formale Rationalisierung verschwindet in diesem Prozess natürlich nicht. Sie verändert aber ihren Status. Nur so viel sei vorweggenommen: Während die beiden Logiken in der industriellen Moderne einen asymmetrischen Dualismus bilden, transformieren sie sich in der Spätmoderne in eine Vordergrund- und eine Hintergrundstruktur.

Es ist verblüffend: Die Mechanismen der formalen Rationalität stellen sich in der Spätmoderne vielfach so um, dass sie "im Hintergrund" die Form von allgemeinen Infrastrukturen für die systematische Verfertigung von Besonderheiten annehmen.[12] So sind nun essenziell zweckrationale Technologien dazu in der Lage, Objekte systematisch als besondere zu verfertigen. Ein prominentes Beispiel dafür ist die Genforschung, die einen medizinischen Blick forciert, der den Menschen nicht mehr unter Krankheitstypen und Normwerte subsumiert, sondern als irreduziblen Besonderen identifiziert.[13] Ein zweites ebenso prominentes Beispiel ist das data tracking durch Suchmaschinen und Unternehmen im digitalen Netz, in dem die anonymen Algorithmen den einzigartigen Bewegungspfad des Users registrieren, um ihn in seinen ganz spezifischen Konsumpräferenzen oder politischen Haltungen zu adressieren und das Netz für ihn zu "personalisieren". Zweckrationale Infrastrukturen zur Fabrikation von Einzigartigkeit finden sich in anderer Weise auch in jenen komplexen Valorisierungstechnologien, in denen über Ratings und Rankings die Besonderheiten von Restaurants, Universitäten, Coaches oder potenziellen Ehepartnern miteinander verglichen werden. Kurzum: Auch in der Spätmoderne gibt es selbstverständlich Techniken der Standardisierung, aber sie erweisen sich häufig als Teil einer komplizierten Hintergrundstruktur, welche die Prozesse der Singularisierung am Laufen hält.

Um die Gesellschaft der Singularitäten zu verstehen, ist es nötig, nach ihren Ausformungen, ihren Folgen und ihren Widersprüchen in den verschiedensten Bereichen zu fragen. Ihre Grundstruktur findet sich in den westlichen Gesellschaften Europas und Nordamerikas. In diesen klassischen Räumen der ehemaligen industriellen Moderne vollzieht sich der Übergang zur postindustriellen Gesellschaft, von dem dieses Buch handelt. Keinesfalls kann es also nur um Deutschland und den nationalen "Container" einer deutschen Gesellschaft gehen. Vielmehr muss von vornherein eine internationale Perspektive eingenommen werden: Die Muster der Ökonomie, der Sozialstruktur und der Politik der Gesellschaft der Singularitäten finden sich – trotz aller nationaler Differenzen – in den Vereinigten Staaten ebenso wie in Frankreich, Deutschland und Großbritannien, in Italien, Skandinavien oder Australien. Dabei wäre es kurzsichtig, diese Konfiguration von vornherein auf den Westen zu reduzieren. Der Prozess der Globalisierung hat die eindeutigen räumlichen Grenzen zwischen globalem Norden und globalem Süden porös werden lassen, so dass die Formate des Kulturkapitalismus, der Digitalisierung, der Wissens- und Kulturarbeit, des singularistischen Lebensstils, der creative cities, der liberalen Politik, aber auch des Kulturessenzialismus, um die es in diesem Buch geht, auf dem gesamten Globus zirkulieren und sich so in bestimmten Teilen, Branchen und Milieus Lateinamerikas, Asiens oder Afrikas wiederfinden.[14] Auch die Gesellschaften des ehemaligen globalen Südens haben also vielerorts damit begonnen, sich auf die postindustrielle Gesellschaft der Singularitäten umzustellen. Sie wird mit großer Wahrscheinlichkeit unsere globale Zukunft bestimmen.

Wie sieht diese spätmoderne Gegenwart und Zukunft aus? Wird sie leicht sein oder schwer? Den Zeitgenossen erscheint die gegenwärtige Gesellschaft zutiefst widersprüchlich: Auf der einen Seite eine "schöne neue Welt" der Designobjekte und internationalen Urlaubsreisen mit Wohnungstausch, der Youtube-Hits, des kalifornischen Lebensstils der Kreativen, der Events, der Projekte und ästhetisierten Stadtviertel zwischen Shanghai und Kopenhagen; auf der anderen Seite Überforderungserkrankungen, die soziale Marginalisierung einer neuen Unterklasse sowie Nationalismen, Fundamentalismen und Populismen diverser Couleur. Die öffentlichen Kommentierungen und Diagnosen der Spätmoderne fallen gerade in den letzten Jahren dementsprechend äußerst wechselhaft, ja geradezu nervös aus: Euphorische Hoffnungen auf eine Wissensgesellschaft, welche die Mühen der Industrialisierung abstreift, einer Erlebnisgesellschaft multiplizierter ästhetischer Genüsse und nicht zuletzt einer digitalen Gesellschaft, die von den Möglichkeiten der Computernetzwerke profitiert, stehen neben pessimistischen Diagnosen, die einen dramatischen Anstieg von sozialer Ungleichheit, psychischer Überforderung und globalen Kulturkämpfen beobachten.

Gegenüber diesen häufig kurzatmigen Kommentaren will dieses Buch einen Schritt zurücktreten, um das umfassendere Panorama der Moderne erkennbar zu machen und die spezifischen Strukturen der Spätmoderne in diesem Rahmen genauer unter die Lupe zu nehmen. Genau dies sollte man von der Soziologie erwarten: dass sie nicht zum Stichwortgeber in wechselnden medialen Debatten mit ihrem Auf und Ab der Affektkommunikation wird, sondern die longe durée der gesellschaftlichen Entwicklung in ihren Strukturen und Prozessen seziert, die in Jahrzehnten (oder gar Jahrhunderten) gemessen wird. Nimmt man diesen Blickwinkel einer Theorie der (Spät-)Moderne ein, wird man sich jedoch nicht der Einsicht verschließen können, dass die Chancen und Verheißungen einerseits, die Probleme und Dilemmata andererseits, die sich in der Gegenwartsgesellschaft ergeben, die gleiche strukturelle Ursache haben: Sie sind in der Umstellung vom Primat der sozialen Logik des Allgemeinen der alten Industriegesellschaft zum Primat der sozialen Logik des Besonderen in der Spätmoderne begründet.

Zweifellos: Die Gesellschaft der Singularitäten hat in bestimmten Milieus – insbesondere in der neuen, gut qualifizierten und mobilen Mittelklasse – zu beträchtlichen Autonomie- und Befriedigungsgewinnen geführt. Sie hat einen grundsätzlich libertären Zug, der soziale Begrenzungen des Möglichen niederreißt, und sie ermöglicht die Selbstentfaltung der Individuen in einer Breite und Intensität, wie sie die klassische Moderne nicht kannte. Aber zugleich wird deutlich, dass sich sämtliche genannten Probleme, welche die Spätmoderne belasten, aus der Erosion der Logik des Allgemeinen der klassischen Moderne und dem Aufstieg der Strukturen der Gesellschaft der Singularitäten ergeben und erst in ihrem Rahmen verstehbar sind: So stellt sich erstens der hohe Besonderheits- und Selbstentfaltungsanspruch des Lebens in der Kultur der Spätmoderne als ein systematischer Enttäuschungsgenerator dar, vor dessen Hintergrund sich psychische Überforderungssymptome erklären lassen. So ist zweitens die postindustrielle Ökonomie der Singularitäten für die eklatante Spreizung zwischen den Arbeitsformen einer hochqualifizierten Wissens- und Kulturökonomie auf der einen Seite und der entindustrialisierten Dienstleistungsklasse auf der anderen verantwortlich, aus der eine neue soziale und kulturelle Polarisierung und Ungleichheit der Klassen und Lebensstile entstanden ist. Zugleich kann sich drittens erst im Kontext der Kulturalisierung und Singularisierung der Kollektive mit ihrer Prämierung partikularer Identitäten ein Aufstieg spätmoderner Nationalismen, Fundamentalismen und Populismen mit ihren aggressiven Antagonismen zwischen Wertvollem und Wertlosen ereignen.

Von der soziologischen Analyse der Gesellschaft der Singularitäten sind keine einfachen Bewertungen oder kurzfristigen Lösungen zu erwarten – schon allein deswegen nicht, weil sich die Ursachen der Chancen und die Ursachen der Probleme der Gegenwartsgesellschaft nicht feinsäuberlich voneinander trennen lassen, sondern identisch sind. Prozesse der Singularisierung sind an sich weder gut noch schlecht. Daher kann es weder um eine gleichsam romantische Feier der Singularitäten oder das unkritische Einstimmen in den Chor der Fortschrittsoptimisten gehen, noch umgekehrt darum einen Logenplatz im "Grand Hotel Abgrund" zu beziehen, also um eine pauschale kulturkritische Verdammung der Spätmoderne als Hort eines irrationalen und verhängnisvollen Affekts gegen das Allgemeine. Dies heißt nun aber nicht, dass die Soziologie es sich auf dem Hochsitz des distanzierten Beobachters bequem machen sollte. In meinem Verständnis muss es ihr um eine kritische Analytik der Gegenwart und ihrer Genese zu tun sein. Kritische Analytik heißt jedoch für mich nicht normative Theorie. Es bedeutet vielmehr, eine Sensibilität für die Konfigurationen des Sozialen und ihr Geschichtlichkeit zu entwickeln, dafür, wie sie zu Strukturen der Herrschaft und der Hegemonie gerinnen, die den Teilnehmern möglicherweise nur schemenhaft bewusst sind. So können signifikante Spannungsfelder, unintendierte Folgen und neue Ausschlussmechanismen herausgearbeitet werden.[15] Das Buch will dazu anregen, darüber nachzudenken, welche persönlichen und politischen Konsequenzen aus dieser gesellschaftlichen Konstellation zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu ziehen sind - ohne diese Schlussfolgerungen allerdings selbst zu dekretieren.

Ich beginne in Kapitel I mit grundsätzlichen theoretischen Klärungen dessen, was unter einer sozialen Logik der Singularitäten im Unterschied zu einer sozialen Logik des Allgemeinen zu verstehen ist und wie sie mit Kultur, Kulturalisierung und Valorisierung zusammenhängt. Vor diesem Hintergrund können historische Phasen der Gesellschaftsentwicklung unter dem Gesichtspunkt der Singularisierung unterschieden werden. Das Kapitel schließt mit einem knappen, zusammenfassenden Aufriss der spezifischen Struktur der Spätmoderne, die für die folgenden Kapitel leitend ist.[16] Die Untersuchung der Transformation von Ökonomie und (Medien-)Technologien bildet das Kernstück des Buches. In Kapitel II stelle ich den Strukturwandel von der Industriegesellschaft zur Ökonomie der Singularitäten und ihren Kulturkapitalismus dar. Zunächst geht es darum, was eine Singularisierung der Güter bedeutet, im zweiten Schritt um die Transformation der Märkte in Singularitätsmärkte mit ihren spezifischen Konfigurationen der Aufmerksamkeit, Sichtbarkeit und Valorisierung. Kapitel III behandelt die Transformation der Arbeitswelt und zeigt, wie hier singularistische Kriterien wie Kreativität, Talent, Profil und Performanz mit ihren Licht- und Schattenseiten prägend werden. Kapitel IV widmet sich der Schlüsseltechnologie der Spätmoderne, dem Komplex von Algorithmen, Digitalität und dem Internet, und untersucht, wie dieser sowohl eine kulturelle als auch maschinelle Singularisierung betreibt.

Nachdem damit die ökonomisch-technologischen Grundlagen der Gesellschaft der Singularitäten dargelegt worden sind, frage ich in Kapitel V, wie sie sich auf die Lebensstile und auf die Sozialstruktur auswirkt. Es stellt sich heraus, dass die widersprüchliche Grundformel eines singularistischen Lebensstils jene der erfolgreichen Selbstverwirklichung und seine wichtigste Trägergruppe die neue, akademisch ausgebildete Mittelklasse ist. Als zentral für die Sozialstruktur der Spätmoderne erweist sich die nicht nur soziale, sondern auch kulturelle Polarisierung zwischen dieser neuen Mittelklasse und einer neuen Unterklasse, insgesamt die Kulturalisierung der Ungleichheit. Kapitel VI schließlich widmet sich der Singularisierung und Kulturalisierung des Politischen – der Politik des Besonderen. Sichtbar wird so ein für die Spätmoderne charakteristischer politischer Antagonismus zwischen liberaler Hyperkultur – der wirtschaftsliberal und linksliberal zugleich grundiert ist – und einem kommunitaristischem Kulturessenzialismus diverser Art. Der Schluss spricht im Sinne eines Ausblicks jene gesellschaftlich-politische Frage an, welche die Gesellschaft der Singularitäten aufwirft: Gibt es eine Krise des Allgemeinen?

Grundsätzlich knüpft dieses Buch an mein letztes an, das sich mit Prozessen gesellschaftlicher Ästhetisierung beschäftigt hat.[17] So finden sich die Strukturmerkmale dessen, was ich dort "Kreativitätsdispositiv" genannt habe, auch in der Ökonomie der Singularitäten und ihrem Kulturkapitalismus sowie in der digitalen Kulturmaschine und auf der Ebene der Lebensstile. Zugleich ändert sich nun mein Fokus: Während im Zentrum von Die Erfindung der Kreativität die historische Genealogie stand, hat Die Gesellschaft der Singularitäten im Kern einen gesellschaftstheoretischen Anspruch. Das Buch ist also einerseits theoretisch grundsätzlicher ausgerichtet, andererseits stärker auf die Gegenwart konzentriert, weshalb auch klassische Fragestellungen der soziologischen Gesellschaftstheorie – Arbeit, Technik, Klasse, Politik zum Beispiel – unter dem Aspekt behandelt werden, welche Transformation hin zu einer Gesellschaft der Singularitäten in diesen Feldern stattfindet. Mein Eindruck ist, dass die Verschiebung des analytischen Fokus vom Leitkonzept der Kreativität zu dem der Singularität beziehungsweise Singularisierung sowie von der Ästhetisierung zur Kulturalisierung sowohl eine Erweiterung als auch eine Schärfung des Blicks ermöglicht.[18]

In jedem Fall ist dies kein Buch über andere Bücher, keine Theorie über andere Theorien. Die Gesellschaftstheorie, die ich hier betreibe, ist eigentlich ziemlich neugierig auf die soziale Realität. Theorie und Empirie sind in diesem Verständnis untrennbar miteinander verwoben und befruchten sich gegenseitig. Das Buch lebt von den vielen empirischen Untersuchungen aus verschiedenen sozial- und kulturwissenschaftlichen Disziplinen, die ich auf den folgenden Seiten verarbeite. Zugleich ist es die Theorie, die den unzähligen Facetten erst ihre nachvollziehbare Struktur verleiht. Ich war im Laufe des Schreibens häufig selbst überrascht, wie eine einmal justierte Begriffsheuristik – Singularisierung und Valorisierung – die empirischen Zusammenhänge in einem anderen Licht erschienen ließ, so dass sich die scheinbar isolierten Teile der Spätmoderne Schritt für Schritt wie bei einem Puzzle zu einem Bild zusammenfügten. Damit soll nicht gesagt werden, dass alle Arbeit getan sei: Das Buch will nicht wie ein Monolith im Raum stehen, sondern Knotenpunkt in einem offenen Netzwerk sein. Es will Heuristiken liefern für ein soziologisches Forschungsprogramm der Analytik der Moderne, mit dem man weiterarbeiten und -forschen, das man in andere und vielleicht noch gar nicht sichtbare Richtungen weiterentwickeln kann. Entscheidend scheint mir nur zu sein: Die Sozial- und Kulturwissenschaften müssen die soziale Logik der Besonderheiten und sie müssen die Prozesse der Kulturalisierung ernst nehmen.

Fußnoten

[1] Zum kulturellen Kapitalismus vgl. Jeremy Rifkin, The Age of Access. The New Culture of Hypercapitalism, New York 2000; Pierre-Michel Menger, The Economics of Creativity. Art and Achievement under Uncertainty, Cambridge 2014.

[2] Ich gebrauche hier die Begriffe "Singularität" bzw. "Einzigartigkeit" und "Besonderes" synonym, werde jedoch im weiteren Verlauf des Buches verschiedene soziale Formen des Besonderen unterscheiden (vgl. Kap. I.2).

[3] Vgl. David Riesman, The Lonely Crowd. A Study of the Changing American Character [1949], New Haven 2001 (dt.: Die einsame Masse. Eine Untersuchung der Wandlungen des amerikanischen Charakters, Reinbek 1958).

[4] Vgl. Ulrich Beck, Risikogesellschaft. Auf dem Weg in eine andere Moderne, Frankfurt/M. 1986.

[5] Vgl. zu diesem Begriff in einem engeren wirtschaftssoziologischen Kontext Lucien Karpik, Valuing the Unique. The Economics of Singularities, Princeton 2010 (dt.: Mehr Wert. Die Ökonomie des Einzigartigen, Frankfurt/ Main 2011); in einem kulturanthropologischen Kontext Igor Kopytoff, »The Cultural Biography of Things«, in: Arjun Appadurai (Hg.), The Social Life of Things. Commodities in Cultural Perspective, Cambridge 1986, S. 64-91. Kopytoff und Karpik sind meine beiden wichtigsten Inspirationsquellen. Der Begriff des Singulären und der Singularität wird von mir anders verwendet als im Kontext der Erforschung der künstlichen Intelligenz oder von Transhumanisten wie Ray Kurzweil in The Singularity is Near. When Humans Transcend Biology, New York 2005.

[6] Vgl. Rainer Kuhlen, Art. »Allgemeines/Besonderes«, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 1, Basel 1971, S. 181-183. Vgl. Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft [1787], Frankfurt/M. 1992, insbes. S. 69-78; sowie ders., Kritik der Urteilskraft [1790], Frankfurt/M. 1992, insbes. S. 353-364.

[7] William I. Thomas, Dorothy S. Thomas, The Child in America. Behavior Problems and Programs, New York 1928, S. 571.

[8] Siehe dazu Michael Thompson, Rubbish Theory. The Creation and Destruction of Value, Oxford 1979; Beverley Skeggs, Class, Self, Culture, London, New York 2004.

[9] Vgl. Max Weber, »Vorbemerkung« [1920], in: ders., Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Bd. 1, Tübingen 1988, S. 1-16.

[10] Vgl. dazu David Frisby, Fragments of Modernity. Theories of Modernity in the Work of Simmel, Kracauer and Benjamin, Cambridge 1985; Sam Whimster, »The Secular Ethic and the Culture of Modernism«, in: ders., Scott Lash (Hg.), Max Weber, Rationality and Modernity, London 1987, S. 259-290; Volker Gerhardt, Pathos und Distanz. Studien zur Philosophie Friedrich Nietzsches, Stuttgart 1988, S. 12ff.

[11] In anderer Weise als bei Eric Hobsbawm, The Age of Extremes. The Short Twentieth Century 1914–1991, London 1994.

[12] Zum Begriff der Infrastruktur vgl. Susan Leigh Star, »The Ethnography of Infrastructure«, in: American Behavioral Scientist 43/3 (1999), S. 377-391.

[13] Vgl. etwa Priya Hays, Advancing Healthcare Through Personalized Medicine, Boca Raton 2017.

[14] Natürlich haben außerhalb der alten Industriegesellschaften die ökonomischen und kulturellen Wandlungsprozesse eine andere Form und einen anderen Rhythmus. Man darf keinesfalls davon ausgehen, dass es sich um einfache Kopien westlicher Muster handelt, sondern muss mit hybriden Überlagerungen und multiple modernities rechnen, die genaue Fallanalysen für einzelne Regionen der Weltgesellschaft erfordern würden.

[15] Michel Foucault vertritt ein ähnliches Kritikverständnis, vgl. Michel Foucault, »Was ist Aufklärung?«, in: Eva Erdmann u.a. (Hg.), Ethos der Moderne: Foucaults Kritik der Aufklärung, Frankfurt/M. 1990, S. 35-54.

[16] Siehe S. 102ff.

[17] Andreas Reckwitz, Die Erfindung der Kreativität. Zum Prozess gesellschaftlicher Ästhetisierung, Berlin 2012.

[18] Die soziale Logik der Singularitäten ist unter modernen Bedingungen häufig (wenn auch nicht immer) mit einem Regime des kulturell Neuen verknüpft. Die Ästhetisierung des Sozialen lässt sich als Teilelement der Kulturalisierung des Sozialen begreifen.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Karsten Malowitz.