Wie verändert Open Access die Publikationskultur?

Autoren, Verlage und die Zukunft wissenschaftlichen Publizierens

Seit der Jenaer Podiumsdiskussion am 27. September 2019 hat sich hinsichtlich der Open-Access-Entwicklung einiges getan. So wird etwa mit Blick auf die DEAL-Verhandlungen an der konkreten Umsetzung der vereinbarten Grundlagen weiter gearbeitet und es gibt auch andernorts Diskussionen zum Thema.[1] Vor diesem Hintergrund ist der folgende Beitrag weniger eine Rekonstruktion, sondern eher der Versuch, die verschiedenen Begriffe und Modelle aus Sicht des Springer VS-Verlags zu erläutern und in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.

 

 

 

1. Springer, DEAL, Open Access, Plan S

Da viele verschiedene Modelle und Begriffe im Raum stehen und die Situation höchst dynamisch ist – und wohl auch bleiben wird – zunächst ein paar begriffliche Erläuterungen.

 

 

Open Access bei Springer – grüner Weg, goldener Weg

Als Publikationsform ist Open Access bei Springer Nature längst fest etabliert, denn schon seit 2004 bieten wir Open-Access-Modelle an: Zunächst waren es nur einzelne Artikel als sogenannte Open Choice-Artikel in den Subskriptionszeitschriften, 2008 kamen durch den Erwerb von BioMed Central etwa 200 reine Open Access-Zeitschriften aus dem Bereich der Biomedizin in das Springer-Portfolio hinzu. 2010 startete der Verlag unter dem Namen SpringerOpen weitere Open-Access-Journale. Springer Nature hat der­zeit etwa 600 reine Open-Access-Zeitschriften im Programm, zudem etwa 2.000 sogenannte Hybrid-Zeitschriften, in denen Open Access-Artikel wie auch Beiträge nach dem traditionellen Publikationsmodell veröffentlicht werden können.

Im Vergleich hierzu sind die Zahlen bei Springer VS freilich niedriger, aber auch in unserem Bereich wächst der Anteil: Seit 2015 sind 14 Dissertationen und 15 Sammelbände als Open-Access-Publikation erschienen, die Tendenz ist steigend. Durch Vereinbarungen wie die sogenannten Compact-Deals, also Read-and-Publish-Agreements, mit Österreich und anderen europäischen Ländern können Zeitschriftenartikel sowie Beiträge zu Sam­mel­bän­den und Handbüchern von Autor*innen, die einer der assoziierten Einrichtungen angehören, ebenfalls Open Access publiziert werden.

Open-Access-Publikationen erscheinen bei Springer Nature in erster Linie unter einer CC-BY-4.0-Lizenz. Das bedeutet, dass das Material in jedwedem Format oder Medium geteilt, vervielfältigt und weiterverbreitet sowie für beliebige Zwecke bearbeitet werden darf. Einzige Bedingung für diese weitreichende Nutzung ist allein die korrekte Nennung der Urheber*innen und die Offenlegung der Lizenz, zum Beispiel durch Verlinkung.[2] Neben diesem auch als Gold Open Access bezeichneten Modell gibt es bei Springer Nature auch Green Open Access. In diesem Fall dürfen Autor*innen die Manuskriptversion ihrer Beiträge in Büchern nach 24 und bei Zeitschriften nach 12 Monaten in ihren institutionellen Repositorien ablegen und auf diese Weise verzögert via Open Access zugänglich machen.[3]

 

 

DEAL

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) wurde von der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen damit beauftragt, das Projekt DEAL zu initiieren, um bundesweit Lizenzverträge für das gesamte Portfolio elektronischer Zeitschriften aus großen Wissenschaftsverlagen abzuschließen. DEAL (ver)handelt also im Auftrag nahezu aller deutschen akademischen Einrichtungen wie Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen, Staats- und Regionalbibliotheken mit den Verlagen. Somit kommen für eine DEAL-Lizenz potenziell mehrere hundert Einrichtungen in Betracht. Teilnahmeberechtigt sind alle wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, die auch zur Teilnahme an den von der DFG geförderten Allianz- und Nationallizenzen berechtigt sind.

Der DEAL-Vertrag mit der HRK ist zunächst bis 2022 angesetzt, es existiert jedoch die Möglichkeit, die Vertragslaufzeit um ein Jahr zu verlängern. Diese Klausel trägt insbesondere der Tatsache Rechnung, dass es sich um ein hochdynamisches Feld handelt, das als Teil eines größeren Transformationsprozesses wahrgenommen wird. Das zwischen HRK und Springer geschlossene Rahmenwerk legt fest, dass die DEAL-fähigen Beiträge[4] von DEAL-fähigen Autor*innen[5] in Springer-Zeitschriften ohne Kosten für die Herausgeber*innen oder Autor*innen Open Access publiziert werden können. Die anfallenden Gebühren werden von der zu diesem Zweck eigens gegründeten MPDL Services GmbH (Max Planck Digital Library) übernommen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um die klassischen APCs,[6] sondern um eine „Publish-and-Read“-Gebühr, die neben der Open-Access-Veröffentlichung ebenso freien Zugang zu den Artikeln älterer Ausgaben ermöglicht, die unter dem Abo-Modell erschienen sind.

Die Beiträge von nicht DEAL-fähigen Autor*innen sowie ebenso nicht DEAL-fähige Artikel werden wie gehabt „Closed Access“ publiziert – es sei denn deren Verfasser*innen bringen die Gebühren selbst auf. Die Zeitschriften bleiben also bei einem hybriden Modell.[7] Der zwischen der HRK und Springer Nature am 8. Januar 2020 geschlossene Transformationsvertrag ist online verfügbar.[8]

 

 

Plan S

Plan S ist ein wissenschaftspolitisches Projekt der EU mit der Maßgabe, dass alle im Rahmen öffentlicher Förderung entstandenen wissenschaftlichen Arbeiten Open Access publiziert werden müssen. Die verbindliche Einführung beziehungsweise der Abschluss des EU-Gesetzgebungsprozesses war zunächst für den 1. Januar 2020 geplant, wurde dann aber auf den Jahresbeginn 2021 verschoben. Von der Regelung sind alle wissenschaftlichen Publikationen bis auf die explizit ausgeschlossenen Hybrid-Modelle umfasst. Da auch dieses Publikationsmodell Kosten verursacht, soll die Förderung auf Basis einer umfassenden Kostentransparenz stattfinden, um eine Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure auf Augenhöhe zu ermöglichen und Schieflagen zu vermeiden. Auch Springer Nature bekennt sich in Grundzügen zu Plan S,[9] gehört jedoch nicht zu dessen Unterzeichnern.

Allerdings sind auch einige im Plan S enthaltenen Aspekte kritisch zu sehen, und es ist fraglich, ob alle Maßgaben überhaupt mit deutschem Recht vereinbar sind. So steht die vollständige Kostentransparenz dem europäischen Wettbewerbsgesetz entgegen, und die Verpflichtung, Open Access zu publizieren und den jeweils kostengünstigsten Anbieter auszuwählen, stößt sich am Recht auf die freie Publikationsform und freie Verlagswahl. In diesem Sinne haben sich mittlerweile auch verschiedene Fachvertreter*innen kritisch zu Plan S in seiner Reinform geäußert.[10]

Aber auch hier gilt: An Open Access führt kein Weg vorbei. Da es hierbei jedoch nicht nur um neue Publikationsmodelle beziehungsweise -formen geht, sondern um einen umfassenden Paradigmenwechsel, sollten die folgenden Aspekte und Fragen Gegenstand einer gemeinsamen, von allen in der Wissenschafts- und Publikationslandschaft vertretenen Akteur*innen geführten Diskussion sein.

 

 

2. Wie verändert Open Access die Publikationskultur?

Medien sind nicht neutral. Das gilt schon auf rein technischer Ebene, wenn Zeichen und Buchstaben als digitales Geflimmer durch das Internet gejagt werden. Die bloße Sichtbarmachung der digitalen Signale erfordert Energie und technische Ausrüstung. War das World Wide Web zu Beginn der Open-Access-Bewegung Anfang der 1990er Jahre[11] womöglich wirklich noch ein „freier“ Raum und konnte man das mit einigem Optimismus auch im Jahr 2003 noch annehmen, als die Berliner Erklärung unterzeichnet wurde, so ist das Netz heute ein in höchstem Maße vermachteter und durchökonomisierter Raum. Dass die Wiedergabe der Zeichenensembles eines technischen Gerätes bedarf, ist ein weiterer ökonomischer Faktor, der am basisdemokratischen Charme der Open Access-Bewegung kratzt.[12] Wir bewegen uns somit auch hier im Rahmen der gegebenen politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse – il n’y pas un dehors.

Dieser Tatsache Rechnung tragend müssen die Folgen von Open Access sowohl für die Publikationskultur als auch die Wertzumessung verschiedener Buchtypen und Textsorten diskutiert werden genauso wie die Frage, wie sich das Feld und die Art der Kooperation zwischen Autor*innen und Verlagen im Zuge der Open-Access-Entwicklung verschieben wird.

 

 

Open Access – open available but not open accessible

Wissenschaftliches Publizieren wird niemals kostenlos sein. Schließlich werden nach wie vor die klassischen redaktionellen Arbeiten (Lektorat, Korrektur, Satz usw.) anfallen, gegebenenfalls müssen Abdruckrechte für Texte und Bilder aus „Closed-Access“-Publikationen eingeholt und bezahlt werden. Neben Layout und Verschlagwortung müssen alle Beiträge ein wissenschaftliches Peer Review durchlaufen und mit einer DOI (Digital Object Identifier) versehen werden, um korrekt zitierfähig und auffindbar zu sein. Anschließend bedarf es globaler Vertriebs- und Marketingmaßnahmen sowie des sogenannten „Indexing and Abstracting“ in den wissenschaftlichen Datenbanken. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Publikationen weltweit in die richtigen Forschungs-Communities gelangen. Das kostet Geld wie Zeit und erfordert Kenntnisse, die ein Verlag hat, sei es ein kommerzieller Verlag oder eine nicht-kommerzielle University Press.[13]

Beim herkömmlichen Subskriptions- oder Abonnement-Modell liegen die Kosten für das Lesen der Inhalte auf Seiten der Leser*innen, das wirtschaftliche Risiko für die Publikationen – egal ob Buch oder Zeitschrift – beim Verlag, der Herstellung, Marketing und Vertrieb finanziert und die dafür anfallenden Geldsummen über den Verkauf seiner Produkte erwirtschaften muss.

Beim Publizieren eines Open Access-Beitrags werden die Kosten nun aber der Erzeugerseite, also den Autor*innen beziehungsweise den Förderern in Rechnung gestellt, so dass letztlich nur die Paywall verschoben wird. Das hat insbesondere Konsequenzen für das Arbeiten von Autor*innen, die keiner wissenschaftlichen Institution angehören: Sie müssen die Publikationsgebühren dann entweder aus eigenen Mitteln finanzieren oder nach dem traditionellen Publikationsverfahren veröffentlichen, was unter Umständen Nachteile für die Reichweite und Sichtbarkeit ihrer Beiträge hat.

Insbesondere die ablehnende Haltung der EU gegenüber hybriden Publikationen, zu denen auch Sammelbände zählen können, birgt hier die Gefahr, dass Wissenschaftler*innen aus finanziell weniger gut gestellten Universitäten, etwa im Globalen Süden, der nun kostenbewehrte Zugang zu Publikationsorganen und -kanälen versperrt ist. Eine Asymmetrie bleibt also erhalten, sie wird nur umgekehrt.

In Diskussionen bin ich mehrfach dem Argument begegnet, dass für solche Fälle Fonds eingerichtet werden könnten, und in der Tat existieren bereits erprobte Funding-Prozesse, bei denen die Gelder ebenfalls öffentlichen Institutionen entstammen. Ob jemand finanziert wird, ist dann von einem Review-Prozess abhängig.

 

 

Wer entscheidet über die Annahme zur Publikation?

Zu den oben bereits erwähnten, eher technischen Aspekten einer Einzelpublikation, der Hardware sozusagen, gehört ebenso der ganze verlegerische Kontext, wie die Programmarbeit, das heißt die Einordnung einzelner Titel in einen größeren thematischen Zusammenhang sowie die Planung von über einen aktuellen Forschungsfall hinausgehenden Büchern wie beispielsweise Lehr- oder Handbücher. Zur Verlagsarbeit gehört aber auch die Qualitätssicherung, deren Risiken nicht zu unterschätzen sind. Schließlich liegt die wirtschaftliche wie inhaltliche Verantwortung allein bei den Verlagen, die über eine Mischkalkulation Sorge dafür tragen, dass ein breites Spektrum an Titeln erscheint, deren Erfolge sich erst nach der jeweiligen Publikation zeigen. Ein solches Vorgehen gibt uns auch die Freiheit, Bücher zu publizieren, von denen nicht zu erwarten ist, dass sie sich direkt amortisieren, die wir aber als thematisch relevant für eine bestimmte Leserschaft erachten und die wir deshalb als Investition verstehen.[14]

Sollte ein externes Peer Review für die Annahme zur Publikation und de­ren Open-Access-Finanzierung obligatorisch werden, droht die Gefahr eines inhaltlichen Streamlinings – ganz abgesehen davon, dass das Review-System jetzt schon an seine Grenzen stößt und nicht erst in jüngster Zeit in der Kritik steht.[15] Um einer völligen Überlastung und dem drohenden Kollaps vorzubeugen, gab es auch den Vorschlag, die Gutachter*innen direkt bei den Fördereinrichtungen anzusiedeln – eine Idee, die ich aus demokratischen wie pluralistischen Gründen für abenteuerlich halte, ebenso wie den Gedanken, die Verantwortung für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Arbeiten gänzlich in die Hände von staatlichen beziehungsweise staatlich finanzierten Institutionen zu legen.

 

 

3. Vor welchen Aufgaben stehen Verlage und die wissenschaftliche Community?

Wie in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen zeitigt die Digitalisierung, ohne die Open Access nicht denkbar wäre, einen grundstürzenden Wandel, in dessen Transformationsprozess wir uns momentan befinden. Die größte Herausforderung besteht nun darin, mit neuen Instrumenten in einem alten Rahmen zu agieren – oder ist es eher umgekehrt, und der neue Rahmen ist bereits vorgegeben, nur wir denken noch in alten Mustern und hantieren mit veralteten Tools?

Außer Frage steht, dass sich das wissenschaftliche Publizieren verändert und Open Access ein wichtiger Bestandteil der neuen Publikationskultur sein wird. Die Aufgabe der beteiligten Akteur*innen – Wissenschaft, Verlage, Fachgesellschaften, Fördereinrichtungen und die öffentliche Hand – wird darin bestehen, Modelle zu entwickeln,

  • mit denen Forschungsergebnisse barrierefrei zugänglich gemacht werden können, ohne gleichzeitig die Zugänge zur Veröffentlichung zu verhindern beziehungsweise durch eine dann doch wieder installierte Paywall in Konkurrenz zu kostenlosen Publikationen zu erschweren;
  • in denen das Peer Review nicht zu einem Streamlining und wissenschaftlichen Filterblasen führt;
  • in denen die Wächter*innen über die Fördertöpfe nicht regulierend auf die Inhalte einwirken können;
  • in denen die freie Verlagswahl garantiert ist.

Weitere Themen und Fragestellungen, die in diesem Zusammenhang zu diskutieren wären, betreffen

  • die Erwartungshaltung von Autor*innen an Verlage;
  • die Regularien und Evaluationsindizes, die sich die wissenschaftlichen Communities gegeben haben sowie deren Auswirkungen auf das Publikationsverhalten;
  • die Gewichtung von Textsorten und Buchtypen verbunden mit der Frage, für welche Buchtypen Open Access überhaupt sinnvoll erscheint (etwa für Dissertationen und Forschungsliteratur im Unterschied zu Hand- wie Lehrbüchern);
  • die Konsequenzen einer möglichen Verschiebung von Sammelbänden, aber auch Monografien hin zu Zeitschriften(-artikeln) sowie der damit einhergehenden Konzentrierung von Entscheidungskompetenzen bei den Redaktionen und Herausgeber*innengremien;
  • die Konsequenzen dieser Verschiebung für die wissenschaftliche Kommunikations- und Publikationskultur;
  • die Entwicklung eines (neuen) verlegerischen Selbstverständnisses.

Wissenschaftliche Verlage, große wie kleine, sind Zwitterwesen mit einem klaren wirtschaftlichen Interesse. Sie sind aber auch an der Willens- und Meinungsbildung beteiligt und erfüllen eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Darüber hinaus sichert das Recht auf freie Verlagswahl den Pluralismus von Veröffentlichungen und die Vielfalt unserer Verlags- und Wissenschaftslandschaft.

Möglichweise muss man im Zuge von Open Access vielfältiger und differenzierter denken, um im Ergebnis für verschiedene Buchtypen verschiedene Modelle zu entwickeln und zuzulassen, denn was sich für Dissertationen als optimale Lösung darstellt, muss nicht in gleicher Weise für Studien zu speziellen Themen mit kleinerer Zielgruppe geeignet sein. Denkbar sind aber auch ganz andere Modelle, bei denen sich Verlage, University Presses und freie Plattformen zusammentun, um registrierten Nutzer*innen und Autor*innen einen möglichst reibungslosen Zugang zu ihren Publikationen zu ermöglichen.

Wie auch immer man im Einzelnen zu den hier thematisierten Aspekten stehen mag, es sind auf jeden Fall Themen, die sicher noch der Ergänzung, insbesondere aber einer intensiven Diskussion bedürfen, für die sich die Beteiligten Zeit nehmen und in einen kritischen Austausch treten sollten.

Fußnoten

[1] Unter anderem war ich am 22. Oktober 2019 zu einer weiteren Podiumsdiskussion an der TU Berlin eingeladen. Die Veranstaltung wurde aufgezeichnet und im Open Science Radio veröffentlicht unter: http://www.openscienceradio.org/2019/11/13/osr176-podiumsdiskussion-wie-wird-das-wissenschaftliche-publizieren-der-zukunft-aussehen-de/, letzter Aufruf 30. März 2020.

[2] Siehe auch https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de, letzter Aufruf 30. März 2020.

[3] Die gesammelten Informationen zu den Modellen und Konditionen gibt es hier: https://www.springeropen.com/, letzter Aufruf 30. März 2020.

[4] DEAL-fähige Artikel sind Aufsätze und Abhandlungen, also so genannte original papers. Derzeit zählen auch Übersichtsartikel und Rezensionen dazu.

[5] Durch ihre Zugehörigkeit zu einer der 700 Institutionen, die dem Verhandlungsgremium der HRK angehören, werden Autor*innen DEAL-fähig. Institutionell ungebundene Autor*innen fallen demnach nicht unter die DEAL-Vereinbarung.

[6] APC = Article Processing Charge; BPC = Book Processing Charge.

[7] Weitere Informationen finden Sie hier: www.projekt-deal.de/pressekonferenz-zur-unterzeichnung-des-memorandum-of-understanding-mit-sn/, letzter Aufruf 30. März 2020.

[8] https://www.projekt-deal.de/springer-nature-vertrag/, letzter Aufruf 30. März 2020.

[9] Siehe https://www.sueddeutsche.de/wissen/wissenschaftsverlage-ohne-open-access-gibt-es-keine-zukunft-1.4241805 vom 6. Dezember 2018, letzter Aufruf 30. März 2020. Wenngleich sich das Management mittlerweile geändert hat, ist die Haltung des neuen Springer Nature CEO Frank Vrancken Peters ähnlich. An dieser Stelle sei noch eine Erläuterung gestattet, weil es – wie in dem hier angeführten Artikel – immer wieder durcheinandergeht: Nach deutschem Verlagsrecht sind die Urheberrechte unveräußerlich, sie verbleiben immer bei den Autor*innen. Was mit den (klassischen) Verlagsverträgen abgetreten wird, sind die Verwertungsrechte.

[10] Besonders deutlich wird das in einer gemeinsamen Stellungnahme der Dachverbände der Geowissenschaften (DVGeo), der Deutschen Mathematiker-Vereinigung (DMV), der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG), der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie dem Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland (VBIO), die eine gemeinsame Stellungnahme zu Plan S erarbeitet haben. Vgl. https://www.dpg-physik.de/veroeffentlichungen/aktuell/2019/zukunft-des-wissenschaftlichen-publizierens und www.wissenschaft-verbindet.de/pdf/190208_Plan%20S_fin.pdf, beide zuletzt aufgerufen am 30. März 2020.

[11] Den Grundstein der OA-Bewegung legte Paul Ginsparg, der 1991 einen Server am Los Alamos National Laboratory einrichtete, um Preprints im Bereich der Physik frei zugänglich zu machen.

[12] Dass die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung zu den offiziellen Förderern des Plan S gehört, verdient vor diesem Hintergrund vielleicht doch eine kritische Fußnote. Diese ist dann auch der Ort, um die grundsätzliche Frage zu stellen, ob es tatsächlich gerecht ist, wenn alle wissenschaftlichen Erzeugnisse kostenfrei gelesen werden können. Vielleicht gibt es unter den potenziellen Leser*innen auch finanzkräftige Unternehmen?

[13] Die Formulierung zielt darauf, dass es auch kommerzielle University Presses gibt, wie beispielsweise die US-amerikanischen.

[14] Es gibt wohl kaum jemanden, der sich hier nicht schon mal so richtig gründlich geirrt hätte – bei Zusagen, aber auch bei Absagen.

[15] Johan Schloemann: Dunkelmänner, Süddeutsche Zeitung vom 6. Februar 2020.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Stephanie Kappacher und Tilman Reitz.