Die Stadt als sozialer Raum

Georg Simmel und die heutige Stadtsoziologie

Einleitung

Louis Wirths Aufsatz mit dem Titel Urbanism as Way of Life gehört zu den bekanntesten theoretischen Grundsteinen der Stadtsoziologie.[1] Weniger bekannt allerdings ist, dass dieser Text zu großen Teilen von Simmels Aufsatz Die Großstädte und das Geistesleben[2] abgeschrieben ist.[3] In diesem Beitrag geht es darum, erstens, zentrale Elemente der Stadtsoziologie zu benennen, die einen Bogen schlagen zu den Grundlagen, die Simmel geschaffen hat, und zweitens, anhand von einigen aktuellen Themen in der heutigen Stadtforschung aufzuzeigen, dass Simmel auch nach seinem hundertsten Todestag weiterhin für Fragestellungen und Herausforderungen der soziologischen Stadtforschung aktuell ist.[4]

 

Dialektik des Raumes

Die Stadtsoziologie ist dadurch gekennzeichnet, dass sie den städtischen Raum gleichermaßen als Ausdruck wie als Bedingung sozialen Handelns versteht. Einerseits gilt der städtische Raum als „sozial konstituiert“, als eine „soziale Tatsache“. Andererseits beeinflusst der Raum, wie es auch Lefebvre[5] beschrieben hat, als Kontext und Bezugsquelle etwa von Wahrnehmung und Konzeption, die (sozialen) Handlungen der in ihm lebenden Menschen.[6] Seit Simmels Zeit hat es viele bedeutsame und weitaus raffiniertere Beiträge gegeben, die diese „Dualität“, oder „Dialektik“ des Raumes herausgearbeitet und sie, zumindest ansatzweise, empirisch untersucht haben.[7] Ein bekanntes Beispiel, das einen Blick wirft auf die Empirie dieses Zusammenhangs, ist die klassische Studie von Schelling,[8] die dargelegt hat, wie die Wahrnehmung von Stadtbewohner*innen (in diesem Fall rassistisch motivierte Vorurteile) sozialräumliche Strukturen (hier Wohnortentscheidungen von „weißen“ Stadtbewohner*innen) formt.

Es ist bemerkenswert, dass Grundzüge derselben Gedanken sich bereits in Simmels Ausführungen wiederfinden lassen. Simmel beschrieb den Raum beziehungsweise die Nähe und Distanz im Raum, als „Tatsache“, die durch „seelische Inhalte“ erzeugt werde,[9] wobei der Raum „an sich“ gar keine eigene Dynamik besäße, sondern „überhaupt nur eine Tätigkeit der Seele“ sei.[10] So seien Nähe und Distanz im Raum, durch die sich räumliche Grenzen bilden, nur als „die Kristallisierung oder Verräumlichung der allein wirklichen seelischen Begrenzungsprozesse“[11] zu verstehen:

„Nicht die Länder, nicht die Grundstücke, nicht der Stadtbezirk und der Landbezirk begrenzen einander; sondern die Einwohner oder Eigentümer üben die gegenseitige Wirkung aus, die ich eben andeutete. [...] Die Grenze ist nicht eine räumliche Tatsache mit soziologischen Wirkungen, sondern eine soziologische Tatsache, die sich räumlich formt.“[12]

Etwa ein Jahrhundert später beschreibt Läpple,[13] in einer differenzierteren und genaueren Betrachtung, was das Verständnis von Raum als soziologischer Tatsache bedeutet:

„Raum ist weder ein neutrales Gefäß körperlicher Objekte noch geht er aus ihnen hervor. Vielmehr machen erst gesellschaftliche Kräfte erklärbar, was das materiell-physische Substrat dieses Raumes und damit seine Strukturen formt. Unter gesellschaftlichem Aspekt wird Raum ein aktives Wirkungsfeld gesellschaftlicher Milieus, ihrer formschaffenden menschlichen Kräfte, die sich den physischen Raum aneignen, mit Symbolen besetzen und damit zum ,gesellschaftlichen’ Raum machen. Gesellschaftlich ist nicht nur das Umfeld handelnder Menschen, sondern umfasst auch die eigene Leiblichkeit, die räumlich vermittelten Interaktionen, Ausdrucks- und Wirkungsformen.“[14]

Die enge Verbindung zwischen Materialität, Gesellschaft und „geistiger/ mentaler Aktivität“, die bereits Simmel notierte, bildet nach wie vor den Kern des Denkens über den Raum und seine Bedeutung innerhalb der Stadtforschung. Einerseits wird davon ausgegangen, dass Räume durch das Handeln von Individuen als soziale Akteure hergestellt werden, also nicht per se etwa aufgrund physikalischer Strukturen existieren. Andererseits wird das Handeln der Akteure als abhängig von ökonomischen, rechtlichen, sozialen, kulturellen, zeitlichen und materiellen Strukturen betrachtet.[15] Maßgeblich ist, dass der Raum nicht als ein „Container“ beziehungsweise „Behälterraum“ betrachtet wird,[16] sondern hervorgeht aus einer Wechselwirkung von Handeln und geschaffenen Strukturen.

 

Zeitliche Umstände – Welche Faktoren spielen für die Raumstrukturierung eine Rolle?

Zeitliche Umstände gehören zu den entscheidenden Faktoren, die Grenzen und Abstände im Raum definieren.[17] Das lässt sich etwa gut anhand der oben genannten Studie von Schelling darstellen.[18] In jener Zeit waren rassistische Vorurteile in der US-amerikanischen Gesellschaft weit verbreitet, und die räumliche Trennung von Weißen und Schwarzen wurde von vielen Amerikaner*innen als logische Konsequenz dessen gesehen, dass Menschen unterschiedlicher „Rassen“ keinen beziehungsweise möglichst wenig Umgang miteinander haben sollten. Dieser Ausdruck der sozial-moralischen Prägung sozialräumlicher Strukturen besteht teilweise bis heute, selbst nach dem die schwarze Bevölkerung in den USA volle Bürgerrechte erhielten und vor dem Gesetz gleichgestellt worden war.[19] Die Teilung der Stadt nach dem Kriterium des „rassischen“ oder auch „ethnischen“ Ursprungs ihrer Bewohner*innen ist in den USA weiterhin aktuell.[20] Allerdings wird dort ebenso wie in Europa mittlerweile stärker darüber diskutiert, ob die wohnräumliche Konzentration von Bevölkerungsgruppen mit Migrationshintergrund in einigen Teilen der Großstädte (sogenannte „ethnische“ residentielle Segregation) zuallererst Ausdruck ethnischer Zugehörigkeit (aufgrund kulturell bedingter Lebensstile oder rassistischer Diskriminierung) sei oder nicht eher mit sozioökonomischen Unterschieden zu erklären ist.[21]

Ethnische Zugehörigkeit ist nur einer von mehreren Faktoren, die das Potenzial haben, zur Strukturierung des Raumes beizutragen.[22] Klasse oder Schicht, meist eng verbunden mit dem Bildungsstand sowie Lebensstil sind weitere Faktoren. Die Abgrenzungen zwischen den Menschen im Raum der Großstadt, die auch Simmel schon beobachtet und beschrieben hat, hängt davon ab, welches Kriterium zur Unterscheidung von „Insidern“ und „Outsidern“ bestimmten Menschen zu bestimmten Zeiten am wichtigsten erscheint.[23]

Die laufende Forschung in den Bereichen der Lebensstil- und –Milieuforschung ist besonders interessant, um Simmels eher grob skizzierte Vorstellungen und Beschreibungen sozialer Dynamiken in der Großstadt eingehender zu studieren. Dabei sind die neueren Befunde durchaus geeignet, Simmels ursprüngliche Annahmen herauszufordern und Zweifel an ihrer Richtigkeit aufkommen zu lassen. So findet sich in der neueren Stadtforschung etwa eine differenziertere Betrachtung dessen, was Simmel als die „Blasiertheit“ der Großstädter beschrieben hatte.[24] Denn in den heutigen Großstädten ist es durchaus üblich, dass die Menschen sich in ihrem Wohnumfeld um soziale Bindungen und die Bildung von „Kiezgemeinschaften“ bemühen, also ein Lebensumfeld schaffen, das eher einer Kleinstadt gleicht. „Blasiertheit“ oder Reserviertheit und Individualität kommen als Werte hingegen für viele erst dann zum Tragen, wenn sie „ihren Kiez“ verlassen. Teilt man diesen Befund, dann entspricht Simmels Beschreibung der Großstadt als dem Ort, an dem sich „Fremde“ begegnen, nur teilweise der urbanen Realität vieler heutiger Großstädter. Der 2017 veröffentlichte Band Community as Urban Practice[25] ist nur eines von mehreren aktuellen Beispielen aus der zeitgenössischen Stadtforschung, die erläutern, wie Stadtteile zu einer wichtigen Kulisse für neuartige soziale Praktiken und Gemeinschaftsbildungen geworden ist.[26]

Allerdings steht dieser Befund nicht zwingend in Widerspruch zu Simmels Reflexionen über das Stadtleben. Die aktuellen Beobachtungen können auch als eine Bestätigung und Weiterentwicklung von Simmels Überlegungen gedeutet werden. In dem berühmten Aufsatz „Die Großstädte und das Geistesleben hat Simmel unterschiedliche Anpassungsstrategien beschrieben,[27] die Großstädter vollziehen, um sich an ihren urbanen Lebenskontext anzupassen. Diese Strategien münden Simmel zufolge in Verhaltensweisen beziehungsweise Haltungen wie „Blasiertheit“, „Abstumpfen“ oder „Reserviertheit“. Im Prinzip handelt es sich hierbei um Schutzmechanismen,[28] ähnlich denen, die in der Psychologie unter dem Stichwort „Coping“[29] diskutiert werden: Anpassungsprozesse an Stress und Bewältigungsstrategien für schwierige Situationen oder Ereignisse.[30]

Daraus lässt sich ableiten, dass das Entstehen von soziokulturell homogenen Strukturen, wie wir sie heute in vielen Großstädten beobachten können[31] – siehe etwa die Debatte um „Gentrification“ – ebenfalls mit Coping- Strategien verbunden ist,[32] und damit als ein Ausdruck dessen gelten können, was Simmel bereits beschrieben hat. Die Ausdrucksform der von Simmel skizzierten Strategien, sind heute freilich andere, als noch zu seinen Lebzeiten. Während der von Simmel identifizierte Schutzmechanismus der „Blasiertheit“ eindeutig der individuellen Ebene zuzuordnen ist, sehen Stadtforscher heute eher kollektive Prozesse am Werk, durch die Errichtung von sozialstrukturell homogenen Wohnstandorten zum Beispiel und Gruppen, die sich abschotten.[33] „Man lässt es sich in seinem Viertel gut gehen und lässt die Zumutungen der Großstadt außen vor“.[34] Daraus entwickelt sich dann die Tendenz, dass Großstadtbewohner*innen von Vermietern und Maklern nur dann Zugang zu einer (attraktiven) Wohngegend bekommen, wenn sie neben dem erforderlichen ökonomischen Kapital auch über das erwünschte soziale, kulturelle oder symbolische Kapital der dort bereits ansässigen Bevölkerung verfügen.[35] Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass für raumstrukturierende Prozesse nicht allein individuelle Handlungen (Mikroebene) verantwortlich sind. Auch politische und ökonomische Systeme (Meso- und Makroebene) – die allerdings nicht losgelöst sind von individuellen, menschlichen Handlungen (und Denkweisen) – wirken eigendynamisch auf die Phänomene ein.

Es sind also die auf verschiedenen Ebenen wirksamen und sich kreuzenden Gesellschaftsformen und -normen, die den Raum strukturieren. In dem Maße, in dem sie sich ändern, verändert sich auch die Struktur des Raumes, wie Häußermann und Siebel beschreiben:

„Der Raum der Stadt ist stets sozial definierter Raum. Aber nach welchen Merkmalen er differenziert ist – nach Geschlecht, Religion, Schicht oder Ethnizität –, über welche Mechanismen sich diese sozialen Merkmale in räumliche Strukturen übersetzen – durch physische Gewalt, über Marktmechanismen oder durch politische Planung – und wie die so entstandene Stadtstruktur wahrgenommen und bewertet wird – als gottgewollt, als quasi naturgesetzlich gegeben, als wünschenswerter Zustand oder als zu bekämpfende Ungerechtigkeit –, all dies wandelt sich mit der jeweiligen gesellschaftlichen Formation.“[36]

Eine besondere Bedeutung – mehr als was bei Simmel zum Vorschein kommt – wird heute der Bewertung von Raum zugeschrieben[37]:

„Die Stadt, insbesondere die Großstadt ist also in sich gegliedert, und die verschiedenen Gliederungseinheiten lassen sich durch ihren Bau-, Funktions- und Sozialcharakter bestimmen, zu denen noch der Charakter der Vorstellungen über das jeweilige Gebiet bei den Bewohnern oder Benutzern selbst und der übrigen Stadtbevölkerung hinzukommt. Die verschiedenen Charaktere der Viertel, Bezirke oder Quartiere überlagern sich nun in typischer Weise derart, dass sich zumeist in bestimmten Gebieten die negativ bewerteten Ausprägungen finden und andere sich durch eine Kombination positiv bewerteter Merkmale aufzeichnen.“[38]

Dem ist hinzuzufügen, dass die Vorstellungen und Bewertungen der jeweiligen Gebiete keine zusätzliche Dimension darstellen, sondern dass sich Vorstellungen (Wahrnehmungen und Bewertungen) von städtischen „Gliederungseinheiten“ und deren bauliche, funktionale und soziale Charaktere wechselseitig bedingen. So ist es etwa naheliegend, dass die Vorstellungen und Bewertungen eines bestimmten Teils der Stadt durchaus Einfluss auf die weitere Entwicklung und Zukunft des betreffenden Gebiets haben können.[39]

 

Ausblick

Ist das Anregungspotenzial, das von Simmels Schriften für die Stadtsoziologie ausgeht, damit nun erschöpft? Keineswegs, denn mit seiner Beschreibung des Zusammenhangs zwischen gesellschaftlichen Regeln und Normen, sozialem Leben, „geistigen“ Tätigkeiten und Raumstrukturen bietet Simmels Gedankengut nach wie vor wichtige Anknüpfungspunkte für stadtsoziologische Forschung.

„Wenn nun Raum nichts anderes wäre als ein bloßes Gefäß, in dem soziale Beziehungen ablaufen, die von ihm gänzlich unabhängig sind, dann ist Raum allenfalls auf einer deskriptiven Ebene interessant, aber völlig unfruchtbar für die Erkenntnis dessen, worauf es einer solchen [Siedlungs-] Soziologie ankäme: von sozialer Organisation nämlich.“[40]

Siedlungsstrukturen, oder residentielle Segregationen, wie sie in der Stadtforschung genannt werden, stellen einen Bereich innerhalb der Stadtforschung dar, für das Simmels Werke weiterhin Aktualität und Relevanz besitzen. In diesem Teilbereich gibt es bereits viele Bemühungen, zu analysieren, welche Merkmale oder Faktoren für ungleiche Sozialstrukturen innerhalb der Großstädte verantwortlich sind; es könnten und sollten allerdings mehr sein, denn der städtische Raum wird immer wieder neu strukturiert und „verhandelt“, weshalb auch die Stadtforschung sich stets weiterentwickeln muss. Hier besteht für Stadtsoziolog*innen ein gewissermaßen, immerwährender Auftrag’ zur genauen empirischen Beobachtung der gesellschaftlichen Prozesse, Veränderungen und Konstanten.

Es gibt aber noch andere Orientierungen und Bereiche innerhalb der Disziplin, die von Simmels Perspektiven nach wie vor profitieren können. Dazu gehört etwa die Urbanitätsforschung, die sich mit der Bestimmung des Wesens und der Merkmale von Großstädten und den Lebensformen und -einstellungen der dort lebenden Menschen befasst. Studien zu städtischen Lebensstilen gibt es zwar, aber noch nicht genug. Manche sind von ihrer Tendenz her zu selektiv (qualitativ, kleine Fallanzahl, oft mit Fokus auf bestimmte Gruppierungen/ Biografien), andere hingegen zu pauschal und oberflächlich.

Eine dringende und bis heute unbeantwortete Frage ist die nach der Bedeutung von „Urbanität“. Ist sie weiterhin als „moderne Tugend“,[41] als eine positiv besetzte Einstellungs- und Verhaltensweise, zu betrachten? In seiner Antrittsvorlesung an der Humboldt-Universität im Jahr 1994 deutete Hartmut Häußermann an, dass eine der zentralen Eigenschaften von Großstädtern – ihre Indifferenz gegenüber Fremden – sich möglicherweise zu einem sozialen Problem entwickeln könnte.[42] Es sei besorgniserregend, wenn sich die privilegierten Gruppen räumlich abschotteten, während den Nicht-Privilegierten kaum Chancen zum sozialen Aufstieg blieben. „Unter den Bedingungen sozialer Exklusion und systematischer Ausgrenzung ist die urbane Indifferenz aber keine moderne Tugend mehr, die Andersartigkeit und Fremdheit toleriert und respektiert, sondern sie sieht nur weg vom Elend. Dem postmodernen Huldiger der kulturellen Differenz ist es egal, wenn sich die Ausgegrenzten gegenseitig umbringen, wenn sie nur unter sich bleiben“.[43] Diese Prozesse der räumlichen und sozialen Segregation unter den heutigen Bedingungen zu untersuchen, wäre ein spannendes Unterfangen – an dem sich auch zeigen ließe, wie aktuell und relevant Simmels Perspektiven weiterhin sind.

Fußnoten

[1] Vgl. Louis Wirth [1938], Urbanität als Lebensform, in: Ulfert Herlyn (Hg.), Stadt- und Sozialstruktur. Arbeiten zur sozialen Segregation, Ghettobildung und Stadtplanung. Dreizehn Aufsätze, München 1974, S. 42–67.

[2] Vgl. Georg Simmel, Die Großstädte und das Geistesleben, in: Karl Bücher / Theodor Petermann (Hg.), Die Großstadt. Vorträge und Aufsätze zur Städteausstellung, Jahrbuch der Gehe-Stiftung zu Dresden, Bd. 9, Dresden 1903, S. 185–206.

[3] Vgl. Hartmut Häußermann, Georg Simmel, der Stadtsoziologe. Zur Einführung, in: Harald A. Mieg / Astrid O. Sundsbø / Majken Bieniok (Hg.), Georg Simmel und die aktuelle Stadtforschung, Wiesbaden 2011, S. 15–27, hier: S. 17.

[4] Vgl. Mieg / Sundsbø / Bieniok (Hg.), Georg Simmel und die aktuelle Stadtforschung.

[5] Vgl. Henri Lefebvre, La production de l'espace, Paris 1974.

[6] Zu Lefebvres Ausführungen zur Dialektik des Raumes siehe u.a. Schmid 2010.

[7] Vgl. Martina Löw, Raumsoziologie, Frankfurt am Main 2001.

[8] Vgl. Thomas Schelling, Dynamic Models of Segregation, in: Journal of Mathematical Sociology 1 (1971), 2, S. 143–186.

[9] Vgl. Georg Simmel, Soziologie des Raumes, in: Gustav Schmoller (Hg.), Das Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtspflege des Deutschen Reiches. Neue Folge, Leipzig 1903, S. 27–71.

[10] Ebd.

[11] Ebd.

[12] Vgl. Simmel, Soziologie des Raumes, S. 46.

[13] Vgl. Dieter Läpple, Überlegungen zu einem Konzept gesellschaftlicher Räume und der Zukunft der Stadt, in: Heiner Moldenschardt (Hg.), Stadt-Raum. Orte sozialer Raumbildungen. Dokumentation des Symposiums Modelle Urbaner Raum-Bildungen 25. - 27. November 2005. Akademie der Künste Berlin im Rahmen des Projekts Raum. Orte der Kunst, Berlin 2007, S. 18–33.

[14] Läpple, Überlegungen zu einem Konzept gesellschaftlicher Räume und der Zukunft der Stadt, S. 26.

[15] Vgl. Löw, Raumsoziologie; Vgl. Silke Steets, Wir sind die Stadt! Kulturelle Netzwerke und die Konstitution städtischer Räume in Leipzig, Frankfurt am Main, New York 2008.

[16] Vgl. Andreas Pott, Der räumliche Blick - Zum Zusammenhang von Raum und städtischer Segregation von Migranten, in: Norbert Gestring / Herbert Glasauer / Christine Hannemann / Werner Petrowsky / Jörg Pohlan (Hg.), Einwanderungsstadt, Jahrbuch StadtRegion, Opladen 2001, S. 54–74.

[17] u.a. Lefebvre, La production de l'espace.

[18] Vgl. Schelling, Thomas, Dynamic Models of Segregation.

[19] Vgl. Douglas S. Massey / Nancy A. Denton, American Apartheid. Segregation and the Making of the Underclass. Cambridge, MA, 1993.

[20] Vgl. Maria Krysan / Mick P. Couper / Reynolds Farley / Tyrone A. Forman, Does Race Matter in Neighborhood Preferences? Results from a Video Experiment, in: American Journal of Sociology 115 (2009), 2, S. 527–559.

[21] Vgl. Astrid O. Sundsbø, Grenzziehungen in der Stadt. Ethnische Kategorien und die Wahrnehmung und Bewertung von Wohnorten, Wiesbaden 2014; siehe die Erläuterungen zur Unterscheidung zwischen „freiwilliger“ und „unfreiwilliger Segregation bei Hartmut Häußermann / Walter Siebel, Integration und Segregation – Überlegungen zu einer alten Debatte, in: Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften (2001), 1, S. 68–79.

[22] Vgl. Astrid O. Sundsbø, Simmel Reloaded: Ein klassischer soziologischer Blick auf die aktuelle Erforschung ethnischer Segregation, in: Mieg / Sundsbø / Bieniok (Hg.), Georg Simmel und die aktuelle Stadtforschung, Wiesbaden 2011, S. 115–145.

[23] Vgl. Henri Tajfel / John C. Turner, An Integrative Theory of Intergroup Conflict, in: W. G. Austin / S. Worchel (Hg.), The Social Psychology of Intergroup Relations, Monterey, CA, 1979, S. 33–47; Vgl. Norbert Elias / John L. Scotson [1965], The established and the Outsiders. A Sociological Enquiry into Community Problems, London 1994.

[24] Vgl. Simmel, Die Großstädte und das Geistesleben.

[25] Vgl. Talja Blokland-Potters, Community as Urban Practice, Cambridge 2017.

[26] Siehe auch Talja Blokland / Michael Savage (Hg.), Networked Urbanism. Social Capital in the City, Aldershot, Burlington, VT, 2008.

[27] Vgl. Hartmut Häußermann / Walter Siebel, Stadtsoziologie. Eine Einführung, Frankfurt am Main 2004, S. 38.

[28] Florian Koch, Georg Simmels "Die Großstädte und das Geistesleben" und die aktuelle Gentrification-Debatte. Eine Annäherung, in: Mieg / Sundsbø / Bieniok (Hg.), Georg Simmel und die aktuelle Stadtforschung. Wiesbaden 2011, S. 91–113, hier: S. 108.

[29] Ebd.; basierend auf Ilse Helbrecht, Die „Neue Intoleranz“ der Kreativen Klasse: Veränderungen in der Stadtkultur durch das Arbeitsethos der flexiblen Ökonomie, in: Oliver Frey / Florian Koch (Hg.), Die Zukunft der Europäischen Stadt. Stadtpolitik, Stadtplanung und Stadtgesellschaft im Wandel, Wiesbaden 2011, S. 119–135.

[30] Vgl. Koch, Georg Simmels "Die Großstädte und das Geistesleben" und die aktuelle Gentrification-Debatte, S. 108.

[31] u.a. Sandra Bernien, Urbanes Leben. Warum bevorzugen Akademikerinnen mit Kindern den innerstädtischen Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg als Lebensort? Hat diese Wohnstandtortentscheidung Konsequenzen für ihr Reproduktionsverhalten?, Diplomarbeit im Studiengang Sozialwissenschaften, Humboldt Universität zu Berlin 2005.

[32] Vgl. Ilse Helbrecht, Die „Neue Intoleranz“ der Kreativen Klasse.

[33] Koch, Georg Simmels "Die Großstädte und das Geistesleben" und die aktuelle Gentrification-Debatte, S. 109.

[34] Ebd.

[35] Pierre Bourdieu, Physischer, sozialer und angeeigneter physischer Raum, in: Martin Wentz (Hg.), Stadt-Räume, Frankfurt am Main 1991, S. 25–34.

[36] Hartmut Häußermann / Walter Siebel, Integration und Segregation, S. 71.

[37] Vgl. auch Sundsbø, Grenzziehungen in der Stadt.

[38] Ulfert Herlyn, Einleitung. Wohnquartier und soziale Schicht, in: ders. (Hg.), Stadt- und Sozialstruktur. Arbeiten zur sozialen Segregation, Ghettobildung und Stadtplanung. Dreizehn Aufsätze, München 1974, S. 16–41, hier: S. 16.

[39] Man denke nur an die in den letzten drei Jahrzehnten vorgenommenen Umwandlungen in den Berliner Staddteilen Prenzlauer Berg und Friedrichshain, die zunehmend als «attraktiv» angepriesen wurden.

[40] Bernd Hamm, Einführung in die Siedlungssoziologie, München 1982, S. 24.

[41] Vgl. Hartmut Häußermann, Die Stadt und die Stadtsoziologie. Urbane Lebensweise und die Integration des Fremden. Antrittsvorlesung an der Humboldt-Universität, gehalten am 27. Juni 1994, in: Berliner Journal für Soziologie (1995), 1, S. 89–98.

[42] Ebd., S. 97.

[43] Ebd.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Karsten Malowitz und Clemens Reichhold.