Auf den gesellschaftstheoretischen Punkt gebracht

Rezension zu "Bemerkungen zu ›The Authoritarian Personality‹ - und weitere Texte" von Theodor W. Adorno

Die Studie "The Authoritarian Personality" zählt ohne Frage zu den einflussreichsten empirischen Forschungsarbeiten aus dem Umkreis des Instituts für Sozialforschung. Entstanden in den 1940er-Jahren in den USA und publiziert 1950 in der von Max Horkheimer und Samuel H. Flowerman herausgegebenen Reihe „Studies in Prejudice“, avancierte sie binnen kurzer Zeit zu einem Klassiker der US-amerikanischen Autoritarismusforschung und regt bis heute zahlreiche Folgearbeiten an. Gegenstand der arbeitsteilig angelegten Untersuchung, zu deren Hauptautoren neben Theodor W. Adorno auch Mitglieder der „Berkeley Public Opinion Study Group“, namentlich Else Frenkel-Brunswik, Daniel J. Levinson und R. Nevitt Sanford, gehörten, war das „potentiell faschistische Individuum“[1] – ein Typus von Mensch, der aufgrund seiner Charakterstruktur besonders anfällig für Antisemitismus und autoritäre Propaganda erscheint. Im unmittelbaren zeithistorischen Kontext des Zweiten Weltkriegs sollten damit nicht nur die psychischen Voraussetzung antidemokratischer Einstellungen erforscht, sondern auch Möglichkeiten ihrer Prävention erwogen werden. Die Daten wurden mittels Interviews, Fragebögen und anderen Testverfahren erhoben. Das bekannteste ist die „F-Skala“, mit der ein taugliches Instrument entwickelt werden sollte, um „präfaschistisch[e] Neigungen im Individuum“[2] quantitativ erfassbar zu machen.

Obwohl die “Authoritarian Personality“ auf Horkheimers Initiative beruhte und von Adorno konzeptionell geprägt war, spielte die Kritische Theorie für den Erfolg der Studie innerhalb der US-amerikanischen Soziologie der 1950er- und -60er-Jahre keine entscheidende Rolle. Dem Großteil ihrer Rezipienten waren die Ideen des Kreises um Horkheimer, die vor allem während der 1930er-Jahre in Aufsätzen für die „Zeitschrift für Sozialforschung“ entwickelt wurden, vermutlich nicht einmal bekannt. Das hatte nicht nur äußere Ursachen. Primär sozialpsychologisch und quantitativ orientiert, verzichtete das bald 1000-seitige Werk fast vollständig auf eine gesellschaftstheoretische Einbettung seiner Ergebnisse – eine Camouflage, deren Begründung wohl vor allem in (wissenschafts-)politischen Konzessionen an den zeitgenössischen amerikanischen Hochschulbetrieb zu suchen ist. „Die Authoritarian Personality“, schreibt Martin Jay in seiner Geschichte des Instituts für Sozialforschung, „lieferte nichts weiter als eine deskriptive Typologie autoritärer oder nichtautoritärer Charaktere, ohne damit irgendwas über ihre jeweilige Häufigkeit aussagen zu wollen.“[3] Es verwundert daher nicht, dass die Studie bisweilen sogar als drastische Abkehr von den geschichtsphilosophischen und politökonomischen Paradigmen der Kritischen Theorie gelesen wurde. Noch 1969 äußerte Adorno die Befürchtung, die Schrift könne zu dem Missverständnis verleiten, „daß die Autoren versucht hätten, den Antisemitismus, und darüber hinaus den Faschismus insgesamt, lediglich subjektiv zu begründen, dem Irrtum verfallen, dies politisch-ökonomische Phänomen sei primär psychologischer Art“[4].

Im Jahr 1947, als die Arbeiten am Forschungsprojekt bereits kurz von dem Abschluss standen, schrieb Adorno ein Memorandum mit dem Titel „Remarks on ‚The Authoritarian Personality‘“, in dem er die implizit gehaltenen gesellschaftstheoretischen Voraussetzungen der Schrift ausformulierte. Der Text, dessen Typoskript in Horkheimers Frankfurter Nachlass überliefert ist, sollte erst separat publiziert werden, dann den Kern des Schlusskapitels der „Authoritarian Personality“ bilden und blieb letztlich doch unveröffentlicht, wenn auch einzelne Aspekte in der Endfassung der Schrift aufgegriffen wurden. Eva-Maria Ziege hat den Text für die Erstpublikation nun ins Deutsche übersetzt und unter dem Titel „Bemerkungen zur ‚Authoritarian Personality‘“ ediert. Der Band erscheint anlässlich Adornos Todestags, der sich im August 2019 zum 50. Mal jährte. Auf die wissenschaftshistorische Bedeutung des Memorandums, das der Forschung bereits längere Zeit bekannt ist, hat die Herausgeberin bereits an früherer Stelle aufmerksam gemacht.[5] Der Text rückt nicht nur die impliziten materialistischen Voraussetzungen in den Vordergrund, die das Institut für Sozialforschung an die Konzeption der „Authoritarian Personality“ knüpfte, sondern lässt auch Verbindungslinien zu Adornos philosophischen Arbeiten erkennen, insbesondere zur kurz zuvor in Co-Autorenschaft mit Horkheimer verfassten „Dialektik der Aufklärung“ (1947). Wie Ziege im Vorwort festhält, bringt der Text die in vielen Hinsichten ambivalente Studie so „auf ihren gesellschaftstheoretischen Punkt“ (S. 20).

Adornos Bemerkungen sind zunächst eine Positionsbestimmung der „Authoritarian Personality“ im Umfeld zeitgenössischer Forschungen. Dabei beschreibt Adorno das theoretische Profil der Studie in Abgrenzung zu anderen soziologischen Ansätzen und Theorien des Antisemitismus. Differenzen zeigen sich etwa zu klassischen Meinungsumfragen oder soziologischen Aktionsforschungen, denn statt wie diese Stellungnahmen abzurufen oder isolierte Ereignisse zu untersuchen, richtet sich die „Authoritarian Personality“ auf psychische Strukturen, die dem betreffenden Individuum weder bewusst, noch für dessen unmittelbares Verhalten bestimmend sein müssen. Der potenziell faschistische Charaktertyp zeichnet sich durch Bedürfnisse und Mechanismen aus, die tief im Innern des Subjekts verborgen liegen und nur mittels psychoanalytischer Verfahren zu entschlüsseln sind. Dabei wird großer Wert auf die stichprobenartige Validierung der Ergebnisse gelegt: „Wir müssen die gesellschaftliche Dimension unseres Problems zumindest insoweit berücksichtigen, als gezeigt werden kann, daß unsere psychologischen Kategorien und Befunde gesellschaftlich relevant, das heißt quantifizierbar sind“ (S. 35). Es ist nicht zuletzt die Verschränkung von psychoanalytischen und sozialwissenschaftlichen Verfahren, die Adorno zufolge den innovativen Charakter der Studie ausmacht. Sie kann „als erster vorläufiger Versuch bezeichnet werden, tiefenpsychologische Beobachtungen und statistische Generalisierung in Einklang zu bringen“ (S. 36).

Trotz der „Konzentration aufs Subjektive“ (S. 24), die den methodischen Rahmen der „Authoritarian Personality“ kennzeichnet, stellen die Bemerkungen aber auch die gesellschaftspolitischen Diagnosen heraus, die der Studie zugrunde liegen. Zentral ist die von Adorno und anderen Mitarbeitern des Instituts für Sozialforschung angestellte Beobachtung, nach der sich im Spätkapitalismus eine umfassende Anpassung der Subjekte an ihre ökonomischen Funktionszusammenhänge vollzieht – eine Beobachtung, die wohl vor allem auf die interventionistische New Deal-Politik der Roosevelt-Ära zurückgeht. Die Annahme, dass es eine „Tendenz zum allmählichen Verschwinden des freien Markts und der Angleichung des Menschen an die allmählich entstehende neue Ordnung“ (S. 26) gibt, ist auch in anderen Schriften Adornos aus den 1940er-Jahren präsent, etwa in der „Philosophie der neuen Musik“ (1949) oder der „Minima Moralia“ (1951). Der autoritäre Charaktertyp, in dessen Mentalität sich die Züge dieser Entwicklung verdichten, ist demnach kein isoliertes Phänomen, sondern nur im Kontext der politökonomischen Verhältnisse zu begreifen. Seine Vertreter scheinen nicht „wie autonome Instanzen zu agieren, deren Entscheidungen für ihr eigenes Schicksal und das der Gesellschaft von Gewicht sind, sondern eher wie submissive Reaktionszentren, die dem konventionellen Verständnis dessen zu entsprechen suchen, ‚was sich gehört‘“ (S. 26). Das „Mißlingen der Individuation“ (S. 66), das diese gesellschaftlichen Prozesse auszeichnet, ist verbunden mit der Unfähigkeit, Erfahrungen zu machen, der Akzeptanz vorgegebener ideologischer Denkmuster sowie der Ausschaltung des „Ichs“ und seiner psychischen Dynamik. Adorno siedelt die „Authoritarian Personality“ damit im Forschungsbereich der „Kulturanthropologie“ (S. 40) an, verstanden als Lehre von der Wandlung der Menschen unter den Bedingungen ihrer massengesellschaftlichen Integration.[6]

Aufschlussreich ist auch der zweite Teil des Textes, der sich einer „Diskussion der großen Theorien des Antisemitismus“ (S. 42) zuwendet. Dabei verzichtet Adorno bewusst auf jede Definition des Phänomens, die es auf fixe Merkmale und Ursachen zu beschränken würde. Auch soziologische, ökonomische oder historische Ableitungen, wie etwa Maurice Samuels religionsgeschichtliche Untersuchung „The Great Hatred“ (1940), weist er – trotz ihrer jeweiligen analytischen Stärken – als einseitig und unterkomplex zurück. Vielmehr handelt es sich beim totalitären Antisemitismus des autoritären Typs um ein „Syndrom“ (S. 43), das unterschiedliche Faktoren miteinander verschmilzt und dabei doch stets aufs Ganze der gesellschaftlichen Verfasstheit bezogen bleibt. „Unsere Hypothese zu den Ursachen des Antisemitismus ist folgende: Er ist in der Gesamtstruktur unserer Gesellschaft [...] begründet“ (ebd.). Überraschende Parallelen zu seinen eigenen Überlegungen entdeckt Adorno dabei in den Antisemitismusanalysen Jean-Paul Sartres, die dieser in seinen „Réflexions sur la question juive“ (1946) formuliert. Unpsychologisch, ohne gesicherte empirische Methode und den „ideologischen Elemente[n] seiner Philosophie“ (S. 59) zum Trotz charakterisiert Sartre den Antisemiten als einen Sozialtypus, dessen Handlungsmuster immanenten Bedürfnissen folgen und mitnichten auf reale Erfahrungen mit Juden zurückzuführen sind. Damit steht er den psychoanalytischen Erklärungen der „Authoritarian Personality“ durchaus nahe, wie auch Adorno konstatiert: „Obwohl seine Terminologie eine ganz andere ist, ist die zentrale Einsicht beinahe dieselbe“ (S. 57). Finden sich in anderen Arbeiten Adornos eher ablehnende Aussagen über den französischen Philosophen,[7] so dokumentieren die Bemerkungen eine ungewöhnlich positive Rezeption. Selbst Sartres existenzialistische These, wonach der Antisemitismus einer freien Entscheidung des Antisemiten entspringt, verweist für Adorno zu Recht auf ein untilgbares identitätstiftendes Moment in dessen Entstehung: „Die Wahrheit hinter diesem Konzept ist, daß das ‚schwache Ich‘ die antisemitische Ideologie zum Erhalt seiner selbst braucht, so fadenscheinig sie auch sein möge“ (S. 60).

Erkennbar greift Adorno nicht nur auf die kulturtheoretischen Überlegungen Sigmund Freuds, sondern auch auf die zivilisationsgenetischen Reflexionen der „Dialektik der Aufklärung“ zurück, wenn er den Antisemitismus als „Unbehagen in der Kultur“ (S. 56) charakterisiert. Es ist demnach die Ohnmachtserfahrung in der durchrationalisierten Gesellschaft, gegen die der Antisemit fortwährend Amok läuft: „Die Wut gegen die Zivilisation, wie sie in ihrer reinen Form sozusagen im Antisemitismus konzentriert ist, entstammt dem Gefühl, betrogen zu werden.“ (ebd.) Denn je mehr der gesellschaftliche Druck auf die Individuen steigt, desto eher schlägt deren Ungenügen in projektive Aggressionen gegen Schwächere um. Der totalitäre Antisemitismus ist damit nicht nur Ausdruck eines regressiven Aufbegehrens gegen Entfremdung, sondern zugleich in die Dialektik von Natur und Naturbeherrschung verstrickt: „Weil sie ihr Versprechen, den Menschen von der Barbarei zu erlösen, nicht hält, entfesselt die Zivilisation wieder und wieder barbarische Instinkte. Der Rebell gegen die Zivilisation wird zu grenzenlosen Wutausbrüchen angestachelt, weil die Macht, die den Barbaren in ihm unterdrückt, selbst barbarisch ist.“ (ebd.) Gen Ende deutet die Schrift allerdings auch die Möglichkeit gesellschaftlicher Veränderung an: Zwar ist nach Adornos Ansicht der Antisemitismus innerhalb der bestehenden Ordnung, wenn überhaupt, „nur politisch oder mit langfristig angelegter Bildungsarbeit“ (S. 40) zu bekämpfen. Die Existenz der „überwältigende[n] Maschinerie der Propaganda und der Kulturindustrie“, durch die die Mitglieder der Gesellschaft "gemodelt" (S. 70) werden, verweist jedoch zugleich auf deren Widerstandspotenziale, die der aktiven Einhegung bedürfen. So ist die Charakterstruktur der spätkapitalistischen Menschen in der „Authoritarian Personality“ nicht nur deshalb zu untersuchen, weil sich die Dynamik gesellschaftlicher Deformation in ihnen widerspiegelt – „sondern vor allem, weil sie deren immanente Antithese sind“ (ebd.).

Adornos Bemerkungen kehren die gesellschaftskritischen Absichten der berühmten Studie von 1950 eindrucksvoll hervor und stellen ihren empirischen Ansatz in einen breiteren ideenhistorischen Kontext. Über die spezialistischen Erkenntnisse hinaus, welche die rund 50-seitige Abhandlung zu den Hintergründen der „Authoritarian Personality“ sowie zur Geschichte des Instituts für Sozialforschung präsentiert, liefert die Edition aber auch eine bündige Hinführung zur Antisemitismusanalyse der Kritischen Theorie. So werden zentrale theoretische Einsichten Adornos und Horkheimers, die diese den vielschichtigen Analysen der „Elemente des Antisemitismus“ zugrunde legen, anhand von Adornos Bemerkungen knapp und jenseits philosophischer Verdichtung nachgezeichnet. Die zugängliche Gestalt des Textes ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass Adorno sich – entsprechend den Anforderungen einer Studie wie der „Authoritarian Personality“ – von einer Seite präsentiert, die heute eher wenig bekannt ist, nämlich als sozialwissenschaftlicher Autor. Zwar bleibt Adornos unverkennbarer idiomatischer Schreibstil dank Zieges behutsamer Übersetzung vom Englischen ins Deutsche erhalten, für den Autor durchaus untypisch sind die Ausführungen jedoch in pointierte thematische Abschnitte unterteilt und mit einführenden Passagen versehen. Darüber hinaus stellen insbesondere der umfangreiche Fußnoten-Kommentar sowie das Vor- und Nachwort der Herausgeberin wissenswerte Zusatzinformationen bereit. Neben instruktiven Hinweisen zu Entstehung, Kontext und Rezeption der „Authoritarian Personality“ werden insbesondere die zahlreichen Referenzen auf die zeitgenössische amerikanische Soziologie eindrücklich erläutert. Der Band umfasst zudem zwei weitere Texte Adornos. Dabei handelt es sich einerseits um ein autobiographisches Resümee über seine Tätigkeit und Erfahrung im Wissenschaftsbetrieb der USA („Wissenschaftliche Erfahrungen in Amerika“, S. 71–107), andererseits um einen Aufsatz, der dem Verhältnis von Meinung und Ideologie nachgeht („Meinung Wahn Gesellschaft“, S. 109–131). Beide Schriften stammen aus den 1960er-Jahren und liegen, unter anderem als Teil der Gesammelten Schriften, bereits seit rund einem halben Jahrhundert in gedruckter Form vor.[8] Wie die Herausgeberin betont, zeigen die Aufsätze, wie Adorno die Ergebnisse der „Authoritarian Personality“ in der Bundesrepublik „in allgemeinerer Absicht reformulierte und [...] 20 Jahre später reflektierte“ (S. 8). Ob der Band durch den Wiederabdruck indes den Charakter eines Adorno-Lesebuchs gewinnt, mag hier offen bleiben. Zwingend erscheint die Kenntnis beider Texte für ein weitergehendes Verständnis der Bemerkungen jedenfalls nicht.

Abschließend sei noch die Frage nach der Aktualität von Adornos Analysen angeschnitten, die in den letzten Monaten anhand der Publikation des Vortrags „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ von 1967 breit diskutiert wurde. Nicht wenig reißerisch verkündet der Klappentext des neuen Bands, die Bemerkungen stellten Themen zur Diskussion, „die angesichts der heutigen Krise des Politischen nichts an Aktualität eingebüßt“ hätten. Wie genau das zu verstehen ist, wird jedoch nicht erläutert. Zwar hat es an ambitionierten Versuchen, die „Authoritarian Personality“ aufgrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen zu reformulieren, seither nicht gefehlt.[9] Dass allerdings Adornos Reflexionen zur empirischen Forschung und zum autoritären Charaktertyp, die während der 1940er-Jahre in den USA und vor dem Hintergrund des Massenmords in Europa angestellt wurden, viel über die aktuelle gesellschaftliche und politische Situation verraten, kann wohl bezweifelt werden. Zieges Edition selbst erhebt diesen überzogenen Anspruch auch nicht. Aus ihr lässt sich Wichtiges über Adornos Theorie des Antisemitismus lernen. Und vielleicht genügt das auch.

Fußnoten

[1] Theodor W. Adorno, Studien zum autoritären Charakter, Frankfurt am Main 1973, S. 1.

[2] Adorno, Studien, S. 39.

[3] Martin Jay, Dialektische Phantasie. Die Geschichte der Frankfurter Schule und des Instituts für Sozialforschung 1923–1950, Frankfurt am Main 1981, S. 293.

[4] Theodor W. Adorno, Wissenschaftliche Erfahrungen in Amerika, in: ders., Kulturkritik und Gesellschaft II. Eingriffe. Stichworte. Anhang (= Gesammelte Schriften, Bd. 10.2), hrsg. v. Rolf Tiedemann, Frankfurt am Main 1977, S. 703–738, hier S. 722.

[5] Vgl. Eva-Maria Ziege, Antisemitismus und Gesellschaftstheorie. Die Frankfurter Schule im amerikanischen Exil, Frankfurt am Main 2009, S. 270. Schon Rolf Wiggershaus stützt sich in seinem Standardwerk zur Entwicklungsgeschichte der Kritischen Theorie auf den genannten Entwurf, siehe: Die Frankfurter Schule. Geschichte. Theoretische Entwicklung. Politische Bedeutung, München 1988, S. 465.

[6] Ähnlich schreibt auch Horkheimer im Vorwort zur „Authoritarian Personality“, aus dem Ziege in ihrer Vorbemerkung zitiert, es gehe in der Studie um „das Aufkommen einer ‚anthropologischen‘ Spezies, die wir als den autoritären Menschentypus bezeichnen. Im Gegensatz zum Fanatiker früherer Zeiten scheint er die für eine hochindustrialisierte Gesellschaft charakteristischen Vorstellungen und Fähigkeiten mit irrationalen oder antirationalen Überzeugungen zu verbinden.“ (S. 7)

[7] Siehe etwa Theodor W. Adorno, Negative Dialektik, in: ders., Negative Dialektik. Jargon der Eigentlichkeit (=Gesammelte Schriften, Bd. 6), hrsg. v. Rolf Tiedemann, Frankfurt am Main 1970, S. 7–412, hier S. 60 f.

[8] Beide Texte finden sich in Theodor W. Adorno, Kulturkritik und Gesellschaft II. Eingriffe. Stichworte. Anhang (=Gesammelte Schriften, Bd. 10.2), hrsg. v. Rolf Tiedemann, Frankfurt am Main 1977, S. 273–594 u. 703–738.

[9] Erinnert sei nur an die kurz nach der Wiedervereinigung weitgehend im Alleingang durchgeführten Charakterstudien von Wolfgang Pohrt, siehe: Der Weg zur inneren Einheit. Elemente des Massenbewusstseins. BRD 1990, Hamburg 1991.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Hannah Schmidt-Ott.