Ein ganz großer Wurf

Rezension zu "Generative Realitäten I. Die Technologische Zivilisation als neue Achsenzeit und Zivilisationsstufe. Eine Anthropologie des 21. Jahrhunderts" von Davor Löffler

Bücher wie Davor Löfflers „Generative Realitäten I. Die Technologische Zivilisation als neue Achsenzeit und Zivilisationsstufe. Eine Anthropologie des 21. Jahrhunderts“ bekommt man heute nur noch selten zu lesen – eigentlich gar nicht mehr, jedenfalls nicht als soziologische Dissertationsschriften. Davon zeugt bereits der Umfang, immerhin 784 eng bedruckte Seiten. In einem gängigeren und lesefreundlicheren Format wären deutlich über 1000 Seiten das ebenso imposante wie einschüchternde Resultat gewesen. Davon zeugt aber vor allem der Inhalt: Löffler präsentiert eine dezidiert unbescheidene Unternehmung. Er will „die Entwicklung des Menschen vom ersten Werkzeuggebrauch vor etwa drei Millionen Jahren bis in die hochtechnisierte Kulturform der Gegenwart hinein“ historisch-genetisch nach „übergreifenden Mustern der Generativität“ durchforsten (S. 33). Und festzuhalten ist gleich eingangs, dass er sein Programm nicht nur ankündigt, sondern auch einlöst.

Wozu könnte eine derart ambitionierte Analyse gut sein? In den letzten beiden Jahrzehnten zeigen Versuche, soziologische Gesellschaftstheorien fortzuschreiben, soweit ich sehe, doch deutliche Erschöpfungserscheinungen. Zwar sind die Großtheorien der 1970er- bis 1990er-Jahre in den akademischen Diskurs- und Forschungslandschaften noch präsent, leiten zweifelsohne auch noch an, was als normalwissenschaftliche soziologische Forschung jenseits einer bloß statistischen Vermessung der Gesellschaft stattfindet, doch werden die mit ihnen verkoppelten Erwartungen an umfassende (und womöglich kontraintuitive) Erklärungen von Vergangenheit, Gegenwart und auch Zukunft kaum noch emphatisch vertreten. Vorherrschend ist ein Pragmatismus, der den aktuell vorherrschenden institutionellen Bedingungen innerhalb der Soziologie (und vieler anderer Disziplinen) geschuldet ist. Also finden sich Schmalspurtheorien und smallest publishable units (SPU) belohnt, wenn sie nicht schon zum Standard avanciert sind. Das heißt freilich nicht, dass globale Deutungen gar nicht mehr vorgelegt werden – nur immer seltener in der Soziologie. Populärwissenschaftliche Kassenschlager wie Yuval Hararis „Sapiens. A Brief History of Humankind“[1] oder Jared Diamonds „Guns, Germs and Steel“[2] machen der Gesellschaftswissenschaft hinsichtlich ihrer gegenwartsdiagnostischen Kompetenz das Terrain streitig. Und sie tun dies nicht zuletzt kraft historisch weit ausholender Narrative, die neben sozialen noch ganz andere Kausalfaktoren ins Spiel bringen, etwa biologische oder geologische. Damit präsentieren sie Deutungsangebote, die zum Teil bis in die obersten Etagen der Weltverwaltungen Gehör finden. Selbstverständlich weicht die zeitgenössische Soziologie vor den Herausforderungen solcher Konkurrenz keineswegs zurück. Vielmehr sucht sie weiterhin mitzuspielen, wobei sie aktuell, animiert durch die Anreize, die von EU-Forschungsgeldern ausgehen, vornehmlich auf das Stichwort „Digitalität“ abstellt. Tatsächlich drängt sich aber die Frage auf, ob eine in Sachen interdisziplinärer Grundlagenforschung weithin abgekoppelte und in Sachen Sozialtheorie deutlich abgerüstete Disziplin wirklich in der Lage ist, den Gesamttransformationen moderner Gesellschaften, auf die der Begriff „Digitalität“ verweist, Rechnung zu tragen.

Löffler rahmt seine Arbeit in einem ersten Schritt durch eine kritische Bestandsaufnahme aktueller Arbeiten, die eine Technologische Zivilisation heraufziehen sehen, der sie begrifflich beikommen möchten. Seine Einschätzung lautet, das Gros der einschlägigen Beiträge bringe es trotz „detailorientierter Elaboriertheit“ kaum weiter als bis zu „ahnungshaften Diagnosen“ (S. 24). Den Horizont solcher Analysen markiert in aller Regel eine „einfache sozialphänomenologische Kontrastierung von Moderne und Technologischer Zivilisation“, zu der angemerkt wird: „Aus der Gegenüberstellung von lediglich zwei historischen Formen des Weltverhältnisses lassen sich keine beiden Epochen übergeordneten begrifflichen Fassungen ihrer Seinsart ableiten, keine Einbettungen in Entwicklungsverläufe erstellen oder tragfähige Extrapolationen vollziehen.“ (S. 34)

Damit klingt zugleich ein zentrales Motiv und durchgängiges Konstruktionsprinzip von „Generative Realitäten“ an, nämlich die Ambition, tragfähige Standortbestimmungen durch ein Wechselspiel von Herein- und Herauszoomen zu gewinnen. Dieses Vorgehen motiviert auch Löfflers prominente Bezugnahme auf Arno Bammés zivilisationsgeschichtliche Theorie axialer Zäsuren.[3] An deren Programm knüpft Löffler mit der Absicht an, es noch zu überbieten. Bammé setzt an der auf Karl Jaspers zurückgehenden Achsenzeittheorie an, um eine allgemeine Theorie soziokultureller Entwicklung zu konturieren. Anders als in der sogenannten Achsenzeitdebatte, die angesichts notwendig kleinteiliger, historisch-empirischer Forschung schließlich zu einer Auflösung der Bestimmbarkeit eines eindeutig achsenzeitlichen Bruchs führte, beschritt Bammé den umgekehrten Weg, indem er die Achsenzeit als lediglich eine Zäsur im Kontext mutmaßlicher weiterer Zäsuren identifizierte, die den Prozess menschlicher Zivilisationsgeschichte strukturieren. Es ist, in den Worten Löfflers (S. 38), „Bammés Anliegen, interdisziplinär begründet die Verschränktheit und geschichtliche Koevolution von Bewusstseinsformen, Technologie, Ökonomie und Medialität aufzuzeigen“ – und zwar über einen Zeitraum von mehreren tausend Jahren.[4]

Die nachstehende Tabelle (S. 415) veranschaulicht die Befunde des Theorieprogramms von Bammé in einer von Löffler erstellten Übersicht, die für diese Rezension zudem den Vorzug bietet, als bündige Zusammenfassung tauglich zu sein. Bei Bammé wie Löffler lautet die geteilte Grundannahme, dass die Rekonstruktion des (mittlerweile globalisierten) okzidentalen Sonderwegs als Folge achsenzeitlicher Übergänge insofern eine logische Verlaufsstruktur sichtbar werden lässt, als „jede axiale Zäsur […] die Errungenschaften und Abstraktionsleistung der vorherigen zur Voraussetzung“ hat (S. 414). Obwohl demnach von einem Lernprozess die Rede sein kann, werden damit jedoch keine teleologischen Implikationen postuliert. Festgestellt werden lediglich die aus der kulturellen Evolutionsforschung geläufigen, sogenannten Wagenhebereffekte (ratchet effects) sowie gewisse Pfadabhängigkeiten. Entwicklung hat, gemäß dieser Interpretation, zwar eine Richtung, aber kein Ziel (wie Löffler, Ulrich Mueller zitierend,[5] immer wieder betont).

Ein Kerneinwand, den Löffler gegen Bammés Deutungsvorschläge ins Feld führt, bezieht sich auf die Motorik der Sequenz von Zivilisationsformen und der ihnen korrespondierenden axialen Zäsuren. Auch wenn Bammé sie als kumulativ aufeinander aufbauende und aneinander anschließende Weisen der Bemächtigung von Welt begreife, bleibe unklar, was den Wandel der jeweiligen Formation instanziiert (S. 628). Um dieses Defizit zu beheben, schaltet Löffler neben andere Theorieressourcen, auf die sich seine Rekonstruktion des Zivilisationsprozesses stützt, das kognitionsarchäologische Modell der Erweiterung kultureller Kapazitäten von Miriam Haidle[6] hinzu. Es dient ihm – nach erheblichen Umarbeitungen und Erweiterungen – zur Formalisierung von Zivilisationsstufen und der Zäsuren, die zwischen ihnen liegen und sie jeweils von den Vorgängern unterscheiden.

In Haidles Modell geht es darum, auf dem Weg der Analyse archäologischer Funde diskrete Entwicklungsgrade („kulturelle Kapazitäten“) in der organischen, kognitiven und kulturellen und Evolution des Menschen zu bestimmen. Derartige Entwicklungsgrade lassen sich angesichts der „empirisch in archäologischen Artefakten vorliegenden qualitativen Erweiterungen von Problem-Lösungs-Distanzen und Operationsketten in der Herstellung und Verwendung frühmenschlicher Werkzeuge“ ausmachen und benennen (S. 36). Zentral ist beispielsweise die allein der Gattung Homo zukommende Fähigkeit zum sekundären Werkzeuggebrauch, also das für diese Spezies kennzeichnende Vermögen, Werkzeuge zur Herstellung von Werkzeugen anzufertigen. Diese Kompetenz stellt – weil sie nicht genetisch angelegt sein kann – ein zentrales Beispiel für soziales Lernen dar, das heißt für das Vermögen zur kulturellen Weitergabe von Informationen und angeeigneten praktischen Fertigkeiten (vgl. S. 160 f.).

Haidles Ansatz deckt die Zeitspanne des Tier-Mensch-Übergangs ab, das Intervall von vor drei Millionen Jahren bis zur behavioral modernity vor etwa 40.000 Jahren. Demgegenüber erarbeitet Löffler eine Formalisierung der Übergänge zwischen den Stadien in der Absicht, Prinzipien der frühen Kulturevolution auf die spätere Zivilisationsgeschichte zu übertragen, also auf die Zeit von vor 40.000 Jahren bis heute (vgl. S. 144 ff.). Die Zivilisationsgeschichte ist maßgeblich durch die Institutionalisierung sprachlicher Kommunikation, die Entwicklung zeichenbasierter Medien der Wissensspeicherung sowie die Ausbildung der Fähigkeit zur gezielten Adressierung des Bewusstseins und kollektiver Intentionalität geprägt (vgl. S. 245). Diese Befunde und Sachverhalte schließen es Löffler zufolge aus, etwaige Erweiterungen kultureller Kapazitäten direkt aus der Gegebenheit gewisser Artefakte abzulesen und im Rahmen von Kognigrammen zu rekonstruieren, wie es Haidle für die menschliche Vorgeschichte getan hat. Denn „von der ideellen Kultur an, die für kommunikativ-selbstbezügliche Organisationsweisen und semantische Kopplungen zwischen den Agenten steht, verschachteln sich die Operationsketten zunehmend in symbolisch-semantischen Kontexten (Klassen von Handlungen in Klassen von Handlungen; symbolisch vermittelte, ineinandergreifende Zeithorizonte von Operationsketten und Suboperationsketten)“ (S. 262).

Selbstverständlich lassen sich die Details dieser hochambitionierten Unternehmung nicht auf der schmalen Grundfläche einer Besprechung würdigen. Erwähnt sei stellvertretend nur die Erweiterung der beiden sowohl bei Bammé als auch bei Haidle grundlegenden Prinzipien von Kumulation und Koevolution durch Prozesse wie Konvergenz und Rekursion. Gleiches gilt für die Verarbeitung der zahlreichen weiteren Theorieressourcen, die Löffler zur Ausbuchstabierung seines umgreifenden Programms heranzieht, etwa die ebenfalls dem Bereich der Kognitionsarchäologie angehörige Stufentheorie von Merlin Donald, der anhand der jeweils verfügbaren Repräsentationsformen von Wissen (episodisch, mimetisch, sprachlich, protoschriftlich und schriftlich) die entsprechenden Kulturformen und Kognitionsweisen empirisch ins Verhältnis zueinander setzt.

Löfflers Ansinnen, Zivilisationsgeschichte zu synthetisieren, manifestiert sich nicht zuletzt in der Theoriearchitektur selbst. Rekursion beispielsweise fungiert nicht allein als substantielles Thema bei der Rekonstruktion historischer Entwicklungslogiken, sondern zugleich auch als organisierendes Leitmotiv der Theoriekonstruktion selbst (Hegel, an den angesichts solcher Vorgehensweisen zu denken wäre, taucht allerdings so gut wie gar nicht auf, vermutlich weil Löffler zu dessen impliziten Teleologien Abstand wahren möchte). Eine Art Kulminationspunkt – und sicher auch die größte Provokation für die Normalsoziologie – stellt Löfflers sogenanntes weltgenetisches Rekursionsgesetz dar (siehe ausführlich S. 320 ff.), wonach „eine indirekte Korrelation zwischen den historischen Konzeptualisierungsformen von Welt und der Zahl an miteinander gekoppelten Muster erkennenden und Regularitäten extrahierenden Individuen“ bestehe. „Wenn eine bestimmte Anzahl an durch Menschen vollzogenen Abstraktionen im kommunikativen und interaktionalen Raum vorliegt (etwa kondensiert in Begriffen, Exogrammen, Handlungsprogrammen, Artefakten), können einzelne Individuen in dieser Menge selbst wiederum auf Muster stoßen und in den bereits extrahierten Mustern sowie in den Vorgängen der Musterextraktion selbst weitere Muster finden.“ (S. 320)

Dass Gruppengrößen (und damit Grade sozialer Komplexität) eine entscheidende Rolle im Prozess soziokultureller Entwicklung spielen und mit kognitiven Schüben korrelieren, wissen wir aus den gegenwärtig überaus prominenten Arbeiten Robin Dunbars.[7] Sie decken freilich „nur“ den Übergang von Primatensozialitäten zu menschlichen Wildbeuterverbänden sowie dann zu vormodernen Hochkulturen ab. Über die Zivilisationsgeschichte der letzten 5.000 Jahre bis auf den heutigen Tag schweigt sich dieser Autor weitegehend aus (trotz der Prominenz der sogenannten Dunbar-Zahl). Derartige Leerstellen sind vermutlich nicht zufällig, sondern eher symptomatisch für das Feld kultureller Evolutionstheorien. Ihnen gelingt es nur eingeschränkt, die für die Frühphasen der Evolution identifizierte basale Motorik tatsächlich in Richtung auf die Besonderheiten von ungleich komplexeren (weil durch Medienverschachtelungen bestimmten) Schrift-, Buchdruck- und Computergesellschaften fortzuschreiben. Demgegenüber gelingt es Löffler, die Zivilisationsgeschichte auf der Basis seiner zuvor erarbeiteten Theoriearchitektur als eine Folge rekursiver Erweiterungsgrade zivilisatorischer Kapazitäten zu konzeptualisieren, von der humankollektiv-integrativen Kapazität der griechischen Achsenzeit über die maschinen-integrative Kapazität der Neuzeit bis hin zur prozess-integrativen Kapazität der Technologischen Zivilisation (S. 439–604).

Zweifelsohne ist eine solche Theorie sozialer Evolution in ihrem kausal-explanatorischen Anspruch ausgesprochen starker Tobak. Gleichwohl offerieren Löfflers „Generative Realitäten“ seiner Disziplin die Chance, an die andernorts interdisziplinär erarbeiteten Wissensbestände im Feld soziokultureller Evolution anzuschließen, um sie endlich in nichtreduktiver Weise für ein Update der Soziologie fruchtbar zu machen. Wie Löffler selbst zu Recht anmerkt (vgl. S. 48), finden sich im Lichte der bei ihm aufgearbeiteten Erkenntnisse eine Reihe klassischer soziologische Theoreme auf der Höhe des mittlerweile Erreichten reformuliert – so etwa Georg Simmels Überlegungen zur Ausweitung von Zweckreihen oder Noberts Elias’ Betrachtungen zur Verlängerung von Interdependenzketten.

Welches Fazit, besser gesagt: welches vorläufige Fazit lässt sich angesichts dieser beeindruckenden Monografie zu Grundfragen einer angemessenen Theorie sozialer Evolution ziehen? Zunächst bleibt eher abzuwarten, ob Löfflers Beitrag in der Soziologie überhaupt auf Resonanz stoßen wird. Falls es, wie zu wünschen wäre, zu ersten Reaktionen kommt, darf man gespannt sein, welche Art von Diskussionen in Gang kommt. Vielleicht trifft Löfflers Intervention am ehesten dort auf Interesse, wo es um Prognostik geht, will heißen: im Genre soziologischer Zeitdiagnostik. Während sich die gängige soziologische Gegenwartsanalyse in der Regel durch überpointierende Vereinseitigungen auszeichnet, die ihr im Erfolgsfall nicht nur die außerakademische Anschlussfähigkeit im Feuilleton, sondern auch inneruniversitäre Prominenz bei Studierenden sichert, wartet Löffler mit einer Tiefenfuturologie auf. „Durch den Rekurs auf die Menschheitsgeschichte und die Extrapolation ihrer Entwicklungstendenzen kann gezeigt werden, dass mit der neuen Zivilisationsstufe, die aus der Moderne herauswächst, eine neue Bewusstseinsform, Zeitstruktur, Ökonomie, Sozialorganisation, Materialität und Metaphysik entstehen muss.“ (S. 33) Tatsächlich präsentiert das Buch im Unterschied zu geläufigen Zeitdiagnosen soziologischer Provenienz eine Vielzahl ebenso erhellender wie bereichsübergreifender empirischer Befunde und gibt zugleich hinreichend abstrakte Konzeptualisierungsmöglichkeiten an die Hand. Selbst wer Löfflers großen theoretischen Synthesen und tiefenfuturologischen Vermutungen nicht oder nur mit Vorbehalten zu folgen vermag, findet konzise Einblicke in das weite und interdisziplinär aufgespannte Forschungsfeld, in dem die soziokulturelle Evolution Thema und Gegenstand ist. Zu ihm hat die Soziologie bisher nicht nur wenig beigetragen, unser Fach hat es in Wahrheit auch kaum zur Kenntnis genommen. Schon aus diesem Grund verdient Davor Löfflers Anthropologie möglichst viele aus der Soziologie kommende Leserinnen und Leser.

Fußnoten

[1] Yuval N. Harari, Sapiens. A Brief History of Humankind, London 2015.

[2] Jared M. Diamond, Guns, Germs and Steel. A Short History of Everybody for the Last 13,000 Years, London 2005.

[3] Arno Bammé, Homo occidentalis. Von der Anschauung zur Bemächtigung der Welt – Zäsuren abendländischer Epistemologie, Weilerswist 2011.

[4] Bei Bammé – und auch hierin folgt ihm Löffler – geschieht dies durch ein Zusammenspannen zahlreicher einschlägiger Theorieressourcen. Zu den wichtigsten gehören die naturalistische (avant la lettre) Epistemologie des Geldes von Alfred Sohn-Rethel, Jean Piagets Onto- und Phylogenese aufeinander beziehende Kognitionstheorie sowie Arbeiten von Christopher Hallpike und Hans-Christian Harten als soziologische beziehungsweise ethnologische Fortführungen Piagets.

[5] Ulrich Mueller, Die Entwicklung des Denkens. Entwicklungslogische Modelle in Psychologie und Soziologie, Darmstadt/Neuwied 1982.

[6] Miriam Noël Haidle et al., The Nature of Culture. An Eight-Grade Model for the Evolution and Expansion of Cultural Capacities in Hominins and Other Animals, in: Journal of Anthropological Sciences = Rivista di antropologia 93 (2015), S. 43–70.

[7] Robin I. M. Dunbar, The Social Brain Hypothesis, in: Evolutionary Anthropology 6 (1998), 5, S. 178–190.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Martin Bauer.