In der Zwischenzeit der Passivität

Rezension zu "Beziehungsweisen. Elemente einer relationalen Soziologie" von Robert Seyfert

In Peter Bergers Einladung zur Soziologie findet sich die fast nebenbei eingestreute Behauptung, dass der soziologische Fachbetrieb die Entstehung ambitionierter Forschungsarbeiten unterbinde. Es gäbe institutionelle Anreize, nur sehr begrenzte, leicht handhabbare Untersuchungen durchzuführen. So entstünden „Miniaturstudien“ zu „obskuren Gegenständen aus den Trödlerläden des gesellschaftlichen Lebens“.[1] Eine derartige Flucht in die comfort zone überschaubarer Fallarbeit kann man Robert Seyfert nicht vorwerfen. Er begibt sich in seinem Buch Beziehungsweisen in eine durchaus beachtliche Fallhöhe, wenn er als Ziel die „Bildung eines neuen soziologischen Vokabulars“ (S. 90) angibt. Entfaltet werden soll die Theorie eines „methodologischen Relationismus“, der „so konsequent relational“ ist, „dass die Relata […] aus einer sozialen Beziehung hervorgehend gedacht werden, statt sie als den Ursprung von Relationen zu denken.“ (S. 92) Konzepte wie Struktur, Ordnung oder Interaktion will Seyfert ausgehend vom „Zwischen-zwei“ der Beziehung kritisch befragen und mit Begriffsalternativen konfrontieren. Dieses theoretische Programm wird zusätzlich an zwei Fallstudien erprobt, eine davon zum Hochfrequenzhandel mit Wertpapieren, für dessen Erforschung der Autor 50 Personen in 25 Unternehmen in Asien, Nordamerika und Europa interviewt hat.

Natürlich war die Soziologie in vielen Spielarten immer schon relational angelegt. Klassen werden in Produktionsverhältnissen konstituiert; die im Habitus verkörperten Dispositionen erlangen ihre Wertigkeit in einem Raum der Unterschiede; Zeichen erhalten ihre Bedeutungen durch ihre Beziehung zu anderen Zeichen. Diese Liste einschlägiger relationaler Konzepte ließe sich um viele Einträge erweitern. Was Seyferts Arbeit auszeichnet und zu einem im besten Sinne gewagten Unterfangen macht, ist der Versuch, die relationale Anlage der Soziologie mithilfe einer Denkfigur zu reformieren, die der Philosophie von Gilles Deleuze entstammt: der Figur einer Immanenz des Werdens. Diese Figur umschreibt in Seyferts Lesart eine Ontologie des immer schon sozialen Eingewoben-Seins in ein sich kontinuierlich ent- und einfaltendes Differenzgeschehen – ein Geschehen nicht so sehr der Differenzierung als der „Differierung“.[2] Damit korrespondiert eine Akzentverlagerung vom Raum auf die Zeit, von der Struktur auf den Prozess, von der symbolischen Bedeutung auf die körperliche Veränderung, von der Aktivität auf die Passivität. Soziale Beziehungen, so lautet der Refrain des Buches, müssen nicht erst von Individuen hergestellt werden, sondern erfassen diese vielmehr und involvieren sie in Individuierungsprozesse.

Beziehungsweisen vollzieht somit eine denkbar grundsätzliche Theorieintervention. Allerdings wird diese mit vergleichsweise breiten Pinselstrichen umrissen. Leserinnen und Leser erhalten eher ein Panorama der programmatischen Umorientierung, weniger eine detailgenaue begriffliche Ausarbeitung. Wer sich etwa für die exakte konzeptuelle Bauart des Werdens interessiert, wird eine systematische Auseinandersetzung mit Deleuze inklusive der an ihn anschließenden Literatur vermissen.[3] Einerseits ist das verständlich, weil ein solches Vorgehen schnell in eine hochspezialisierte Debatte und weg von der Soziologie geführt hätte. Andererseits wären die Vorzüge einer am Werden ansetzenden Konzeption von Relationalität besser zur Geltung gekommen, wenn der Übersetzungsprozess aus den Grenzregionen der Philosophie ein wenig skrupulöser vollzogen worden wäre. Stattdessen beschreibt Seyfert seine Korrekturbewegung, indem er begriffliche Frontstellungen multipliziert: dem konstitutiven Außen wird das konstitutive Zwischen entgegengehalten, Beziehungen sind intensiv und nicht extensiv zu verstehen, das Denken in distinkten Zuständen soll einem Denken der Dauer weichen. Auf diese Weise werden zweifellos hilfreiche Marker gesetzt, die aber von einer noch höheren begrifflichen Auflösung profitiert hätten.

 

Soziologische Obsessionen: Ordnung, Wettbewerb, Aktivität

Die polemische Qualität des Buches kommt am stärksten in der Absatzbewegung gegenüber drei Tendenzen des Faches zum Ausdruck, die Seyfert als „Obsessionen“ charakterisiert. Erstens würden die Kapazitäten der Disziplin zu stark von der Frage nach der Möglichkeit sozialer Ordnung besetzt. Der Autor knüpft damit an das Unbehagen angesichts eines „Ordnungsüberhangs der Sozial- und Kulturwissenschaften“ an.[4] Er gelangt über den kanonischen Pfad von Hobbes über Parsons zu Luhmanns Systemtheorie, die in der gesamten Studie immer wieder als Hauptgegnerin auftritt. Bei Luhmann „verwandelt sich die Angst vor dem Krieg in ein Bewusstsein von der Fragilität von Ordnung“ (S. 52), der soziologische Beobachter wird animiert vom Staunen über deren Unwahrscheinlichkeit.

Als kritikwürdig erscheint Seyfert dabei die Aufsplittung der (Un)Ordnungsproblematik entlang der Grenze von System und Umwelt: Das System sei für die Systemtheorie tendenziell immer schon in Ordnung, denn es bezieht zwar Irritationen aus der chaotischen Umwelt, integriert diese aber umgehend in seine Erwartungsstrukturen. Die Komplexität der Umwelt bleibt, in Luhmanns Worten, „unfassbare Komplexität, also Unordnung“ (vgl. S. 53). Eine Soziologie des Werdens löst diese Binarität zwischen geordneten Beziehungen im Innen und Beziehungslosigkeit nach Außen auf. Sie eröffnet die Möglichkeit, Komplexitätsflüsse zwischen „systemangrenzenden Milieus“ (S. 55) zu denken. Das ist eine inspirierende Pointe, die allerdings eher gesetzt als ausgearbeitet wird. Gerne hätte man genauer gewusst, welche Begriffe wie reformuliert oder neu arrangiert werden müssen, um diese Einsicht theoretisch gehaltvoller zu artikulieren.

Zweitens werde die soziologische Imagination von einer Reihe antagonistischer Obsessionen blockiert. Das Soziale werde ausgehend von „umstrittenen, umkämpften und konkurrierenden Beziehungen erschlossen“ (S. 58), die Soziologie vom „Gespenst des permanenten Streits“ (S. 61) heimgesucht. Dieses Verdikt trifft im Vorbeigehen unter anderem die Hegemonietheorie von Laclau und Mouffe, Bourdieus Soziologie der Kapitalakkumulation oder Luhmanns Konfliktsoziologie. Primär dreht sich die Auseinandersetzung jedoch um die Reduktion des Sozialen auf ein Konkurrenzschema, das sich bei Programmatikern des Neoliberalismus wie Friedrich Hayek am deutlichsten ausformuliert findet und welches das soziologische Denken am folgenschwersten im Bereich der Rational Choice-Theorie befallen hat. Hier identifiziert Seyfert ein in Theorieform gegossenes Dispositiv der „Wettbewerbserzwingung“ (S. 70 ff.).

Kritikwürdig ist diese Anlage aus Sicht des Autors nicht zuletzt, weil sie das soziale Leben „in den traurigsten Farben“ zeichne und zu dessen Erklärung „die niedrigsten Verhaltensweisen der Menschen“ (S. 12) mobilisiere. Der spielerische Charakter des Sozialen werde ausgeblendet und mit ihm die kreative Erzeugung neuer Ideen. Eine äußerst interessante Anregung bezieht Seyferts Soziologie des Werdens in diesem Zusammenhang ausgerechnet von Émile Durkheim. Dieser habe beschrieben, wie solidarische Beziehungen gerade aus der Umgehung von Konflikten und Wettkämpfen entstehen. „Besetze neue Milieus, erfinde neue Berufe und vermeide den Wettbewerb!“ (S. 84) – so lautet die Devise der Umgehungstaktik. Damit wird Durkheim zu einem Vordenker für die Erfassung von Prozessen des Anders-Werdens. Die Umgehung öffnet Nischen, in denen jenseits von Konkurrenzimperativen die Erfindung neuer Seinsweisen stattfinden kann.

Drittens sieht Seyfert in der Soziologie aktivistische Obsessionen am Werk: „Das soziologische Evangelium beginnt mit dem Satz: Am Anfang war die Aktivität!“ (S. 139) Symptomatisch sei in dieser Hinsicht die Jargonformel des doing als Marker von Identitätsarbeit. Insgesamt gelte unhinterfragt, dass das Soziale tatkräftig hergestellt werden müsse – durch Handlungen, Interaktionen, Entscheidungen oder Selektionen. Im Schnelldurchgang wird der soziologische Aktivitätsbias von Weber über Mead und Goffman bis hin zur Systemtheorie und der Akteur-Netzwerk-Theorie umrissen. Das produziert zwar erneut eine maximale Frontstellung, welche den hohen Einsatz der Studie unterstreicht. Jedoch verschwimmt mit den Nuancen auch der geleistete Beitrag, weil Anknüpfungspunkte zu pauschal desavouiert werden. So kann doch eigentlich insbesondere die Systemtheorie erfassen, wie das Soziale „geschieht“ und Personen „wiederfährt“. Umgekehrt sind Nachahmungsphänomene, die von Seyfert gegen die aktivistische Soziologie hochgehalten werden, ganz offensichtlich niemals rein passiv. Eine entsprechende Aufmerksamkeit für die Graustufen unterschiedlicher Theorievokabulare und das Abarbeiten an möglichst spezifischen soziologischen Anschlussstellen wäre die Voraussetzung für die Scharfstellung des begrifflichen Instrumentariums.

 

Interpassivität und Suspension: Affektsoziologie der Schwebe

Dennoch bildet die Korrektur der aktivistischen Tendenz den vielleicht spannendsten Teil der Monografie. Zweifellos werden soziale Beziehungen oft dadurch aufrechterhalten, dass man nichts tut. Zur Erfassung dieses Sachverhalts bietet Seyfert zwei Theoriestücke an: die Interpassivität und die Suspension.

Die Gewährsmänner der Interpassivität sind Georg Simmel und Gabriel Tarde. Simmel wird der interaktionssoziologischen Vereinnahmung entwunden, an deren Genese Albion Smalls Übersetzung des Begriffs der Wechselwirkung als social interaction wesentlichen Anteil hatte. Das Konzept müsse dagegen als „Dazwischenwirkung“ verstanden werden, die in Seyferts Lesart hydraulische Eigenschaften aufweist: Wechselwirkungen seien „eher wie Wellen, die die einzelnen Elemente in Schwingung versetzen, als dass sie auf die Initiativen der einzelnen Akteure zurückgehen würden“ (S. 153). Diese Theorie sozialer Interpassionen wird im Anschluss an Tarde noch stärker affektsoziologisch ausgestaltet.[5] Die Nachahmung bedürfe nicht der reflexiven Rollenübernahme und des aktiven turn taking, sondern vollzieht sich qua Ansteckung beziehungsweise suggestiver Übertragung. Ein Übermaß an Reflexivität behindert gerade den Fluss des Nachahmungsgeschehens, wie Tarde an der Figur des Schüchternen verdeutlicht.[6] Das Soziale passiert im Normalfall, es zieht vorbei. Es ergreift und animiert die Körper, es ereignet sich als Passage im Sinne eines „Passieren-Lassen“ (S. 164). Damit umschreibt die „Interpassion“ eine Relation des Werdens, bei der qualitative Intensionen durchlebt werden, ohne dass Aktivität auf Akteure zugerechnet wird. Letztere erscheinen konsequenterweise als „Passeure“.

Seyfert schlägt des Weiteren das Konzept der Suspension vor, um den aktivistischen Bias der Soziologie zu beheben. Suspensionen sind keine Annullierungen oder Beendigungen von Beziehungen, sondern sorgen durch Momente der Nicht-Festlegung und der Vagheit für deren Fortbestand. Es handelt sich um Prozesse „der Hemmung, der Zurückhaltung, des Im-Ungewissen-Lassen, des In-der Schwebe-Haltens“ (S. 141) von Entscheidungen und Selektionen. Die Suspension der Aktivität generiert eine Zwischenzeit der Interpassivität, in der die Relationen nicht abreißen, sondern gehalten oder sogar gepflegt werden. Seyfert ist hier einem Phänomen auf der Spur, bei dessen Behandlung das hergebrachte soziologische Theorievokabular tatsächlich Blindstellen aufweist. Und seine Angebote überzeugen in ihrer Stoßrichtung. Dennoch hätte es erneut bestehende Anknüpfungspunkte gegeben, an denen man sie hätte weiter schärfen können – etwa Julian Müllers Studien zur Unbestimmtheit oder dekonstruktivistische Arbeiten zur Kategorie des Inoperablen hätten sich als Kontaktstellen angeboten.[7] Deren Auslassung soll hier nicht einfach als Versäumnis moniert werden. Vielmehr sind sie symptomatisch für den gewählten Theoretisierungsstil, der vor allem auf Kontraste setzt und die Feinzeichnung bestenfalls für später aufschiebt.

 

Soziologische Komplizenschaften

Dieses Vorgehen hat natürlich auch Vorteile. Nicht nur verliert sich der Autor an keiner Stelle in exegetischen Details, ihm gelingt es auch sehr überzeugend, eine Reihe von Komplizenschaften hervorzuheben, welche die Soziologie mit dem Projekt der Moderne unterhält. Das betrifft zunächst das moderne Ordnungsdenken: jene genuin moderne „Sorge um die Ordnung“ (Zygmunt Bauman), die in der Regel mit einer politischen Abwertung von Unordnung, Chaos oder Anarchie einhergeht. Es betrifft ferner die ökonomistische Aufforderung, das eigene Leben marktgängig zu gestalten, damit es in Wettbewerbssituationen bestehen kann oder aus ihnen sogar Vorteile zieht. Und schließlich betrifft es den „bildungsbürgerlichen Dünkel“ (S. 145), der sich in der Geringschätzung der affektiven Gehalte sozialen Handelns im Allgemeinen und der Verachtung der „unreflektierten“ Massennachahmung im Besonderen manifestiert. Zwar wäre noch genauer zu klären, wie sich diese Komplizenschaften genau in die Soziologie eingeschrieben haben. So ist die Konzeption sozialer Ordnung in einer soziologischen Theorie keinesfalls gleichzusetzen mit modernen politischen Ordnungsvorstellungen. Dennoch führt der kontrastive Stil Seyferts deutlich vor, dass die von ihm projektierte Soziologie des Werdens in Bezug auf diese Komplizenschaften Umgehungsweisen anbietet.

Positiv ins Gewicht fällt schließlich noch eine andere, für eine Theoriearbeit immer noch ungewöhnliche Facette des Buches. In den letzten beiden Kapiteln integriert Seyfert zwei Fallstudien: eine zu „heterologischen Gesellschaften“ (S. 190), die insbesondere Tiere als Teilnehmer des Sozialen ansehen, und eine zu „affektiven Symbiosen“ (S. 216) mit algorithmischen Maschinen im Hochfrequenzhandel mit Wertpapieren. In beiden Fällen ist die Empirie nicht einfach ein Anwendungsfall, bei dem die Theorie einem per se theoriefreien Gegenstand übergestülpt würde. In den besonders geglückten Momenten wird die Theorie vielmehr im Medium einer immer schon theoriegesättigten Praxis fortgeführt. So trägt der Hochfrequenzhandel zur Entfaltung dessen bei, was das gesamte Buch als Relationalität des Werdens umschreibt, indem den visuellen, akustischen und „pharmakopischen“ Intensitäten (S. 242) der Praxis gefolgt wird.[8] Auf diese Weise kommt die streckenweise grobe Rasterung der theoretischen Komposition der analytischen Flexibilität zugute.

Seyferts Studie setzt über seine Fallstudien eine spezifische Form des Theoretisierens in Szene. Theorie erweist sich als Navigationstechnik, die zwischen soziologischen Begriffsbeständen und den konzeptuellen Ressourcen hin- und hersteuert, die im Feld begraben liegen. Zweifellos gewinnt ein solches Verständnis derzeit insgesamt an Anhängern, was nicht zuletzt an der Konjunktur der Akteur-Netzwerk-Theorie abgelesen werden kann, die als Theorie immer schon Methode ist. Und wahrscheinlich liegt die ultimative Pointe des vorliegenden Buches darin, dass eine konsequent relationale Soziologie auch gar nicht anders kann, als die soziologische Theorie selbst in ihrer Bezogenheit zu begreifen. Die Theorie selbst artikuliert sich in aktiven wie passiven Beziehungsweisen, was eine Reflexion auf diesen Modus der Eingebundenheit theoretischer Praxis zu einem wichtigen Beitrag macht.

Fußnoten

[1] Peter L. Berger, Einladung zur Soziologie. Eine humanistische Perspektive, München 1984, S. 19.

[2] Zum Begriff der Differierung vgl. bereits Gabriel Tarde, Monadologie und Soziologie, Frankfurt am Main 2008, S. 71. Dieses Konzept positiver Differenz wird dann aufgenommen in Gilles Deleuze, Differenz und Wiederholung, München 1992, S. 44 f.

[3] Gerade für die Bezüge zwischen Deleuze und Bergson, die für Seyfert so wichtig sind, wäre eine explizite Auseinandersetzung mit den einschlägigen Arbeiten von Elizabeth Grosz instruktiv gewesen, etwa: dies., The Nick of Time. Politics, Evolution and the Untimely, Durham u. a. 2008, S. 155 ff.

[4] Ulrich Bröckling et al., Das Andere der Ordnung denken. Eine Perspektivverschiebung, in: dies. (Hg.), Das Andere der Ordnung. Theorien des Exzeptionellen, Weilerswist 2015, S. 9–52, hier S. 13.

[5] Seyfert hat sich bereits prominent in die Debatte zu Affekten eingebracht, vgl. etwa den folgenden, vielzitierten Aufsatz: Robert Seyfert, Beyond personal feelings and collective emotions: Toward a theory of social affect, in: Theory, Culture & Society 29 (2012), 6, S. 27–46.

[6] Urs Stäheli, Die Angst vor der Gemeinschaft: Figuren des Schüchternen, in: Merkur 67 (2013), 10/11, S. 928–940.

[7] Julian Müller spricht explizit von einem „aktivistischen Bias“ der Soziologie und begibt sich auf die Suche nach einem „Denken der Passivität“, vgl. ders., Bestimmbare Unbestimmtheiten: Skizze einer indeterministischen Soziologie, Paderborn 2016, S. 157; Julian Müller / Victoria von Groddeck (Hg.), (Un) Bestimmtheit. Praktische Problemkonstellationen, Paderborn 2013 sowie diverse Arbeiten im Anschluss an Jean-Luc Nancy, The Inoperative Community, Minnesota 1991.

[8] Es spricht für die Qualität der geleisteten Feldarbeit, dass Seyfert bereits 2016 eine Ausgabe von Economy and Society zu dem Thema herausgegeben hat und auch seine eigene Forschung in diesem Zusammenhang einzubringen vermag, vgl. Robert Seyfert, Bugs, predations or manipulations? Incompatible epistemic regimes of high-frequency trading, in: Economy and Society 45 (2016), 2, S. 251–277.

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Stephanie Kappacher.