Theodor W. Adorno and the Sources of Normativity

Frankfurter Adorno-Vorlesungen 2019 von Peter E. Gordon

Seit 2002 veranstaltet das Institut für Sozialforschung in Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag jährlich Vorlesungen, die an drei Abenden an Theodor W. Adorno erinnern. Dabei ging es bisher ganz ausdrücklich nicht um eine Ausdeutung seines Werks, sondern darum, seinen Einfluss auf die heutige Theoriebildung in den Humanwissenschaften zu fördern und die lebendigen Spuren seines interdisziplinären Wirkens in den fortgeschrittenen Strömungen der Philosophie, der Literatur-, Kunst- und Sozialwissenschaften sichtbar zu machen. Anders in diesem Jahr: Aus Anlass des 50. Jahrestages von Adornos Tod am 6. August 1969 sind die Vorlesungen einer expliziten Auseinandersetzung mit seinem Werk gewidmet.

Als »Kraft zum Widerstand« hat Adorno das Denken in seiner Rundfunksendung Resignation von 1969 bestimmt. Allerdings sei ein »solcher emphatischer Begriff von Denken [...] nicht gedeckt, weder von bestehenden Verhältnissen noch von zu erreichenden Zwecken«. In seinem Nachruf auf Adorno im selben Jahr stellte Jürgen Habermas die aus seiner Sicht bei Horkheimer und Adorno offengebliebene Frage, »wie kritisches Denken selber zu rechtfertigen« sei. Heute, 50 Jahre später, hat diese Frage für diejenigen, die in Adornos philosophischem Erbe Anregung für kritisches Denken und Widerstand suchen, nichts von ihrer Dringlichkeit verloren: Welches sind die Quellen der Normativität in Adornos Philosophie?

An drei Abenden hat Peter E. Gordon, Amabel B. James Professor für Geschichte und zugleich Mitglied des Instituts für Philosophie an der Harvard University, allgemeine Überlegungen zu Adornos Leben und Werk entwickelt und die drei wichtigsten Koordinaten seiner Philosophie – Materialismus, Metaphysik und Ästhetik – behandelt. Dabei konzentrierte er sich auf die umstrittene Frage, wie sich die kritischen Energien in Adornos Denken rechtfertigen lassen, und erörterte, ob die drei Koordinaten einer gemeinsamen Quelle entstammen.

Materialism

 

 

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Metaphysics

 

 

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Aesthetics

 

Dieser Beitrag wurde redaktionell betreut von Hannah Schmidt-Ott.