A Brief History of Anti-Sectarianism in the Arab World

Vortrag von Ussama Makdisi

Wissenschaftler, die sich mit dem Mittleren Osten beschäftigen, haben lange nach den “Wurzeln” des Sektierertums, wie sie es beschrieben, gesucht. Aber die Vorstellung, die religiöse Spaltung sei ein konstanter Faktor in arabischen Gesellschaften, behandelt die Religiosität der arabischen Welt wie einen monolithischen Block, der sich vom Mittelalter bis in die Moderne nicht verändert hat. In seinem Vortrag widerspricht Ussama Makdisi dieser Position und verweist auf die heute meist verdeckte arabische Tradition des Anti-Sektierertums. Dabei handelt es sich um einen ethischen Standpunkt, der für eine auf Zusammenhalt basierende, emanzipierte politische Gemeinschaft eintritt, die religiöse Differenzen überwindet. Diese Tradition zeigt sich, so Makdisi, in den Aufrufen zu Einheit und Gleichheit zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Arabern während der dramatischen Transformationen des Osmanischen Reiches im 19. Jahrhunderts und in den säkularen, arabisch-nationalistischen und sozialistischen Bewegungen des Mittleren Ostens im 20. Jahrhundert.

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