Analyse des Ästhetischen und Ästhetik der Analyse: Georg Simmel in interdisziplinärer Perspektive

Symposium des Zentrums für Kulturwissenschaften und des Instituts für Soziologie (Fachbereich Theorie und Geschichte der Soziologie) der Karl-Franzens-Universität Graz

Dieses Jahr ist das 100. Todesjahr des einflussreichen Soziologen, Philosophen und Kulturwissenschaftlers Georg Simmel. Dies wollen wir vom Zentrum für Kulturwissenschaften und dem Institut für Soziologie zum Anlass nehmen, ein interdisziplinäres Symposium zur Analyse des Ästhetischen und Ästhetik der Analyse: Georg Simmel in interdisziplinärer Perspektive zu veranstalten. Der Fokus richtet sich dabei nicht nur auf einzelne Essays Simmels über ästhetische Untersuchungsgegenstände als solche (wie etwa den Henkel oder Goethe) oder auf Studien zur Sozialität ästhetischer Praktiken. Wir wollen insbesondere die in Simmels Texten vorzufindende Verbindung bzw. Aufhebung zwischen Soziologie und Ästhetik thematisieren und seine „soziologische Ästhetik“ (Lichtblau) herausarbeiten. Diese zeigt sich etwa in seiner ästhetischen Schreibform oder in seinen zeitdiagnostischen Analysen. Das Besondere der soziologischen Ästhetik Simmels liegt darin, dass es ihr nicht um die Frage nach zeitlos gültigen Formen der ästhetischen Wahrnehmung geht, sondern um die Analyse der spezifisch modernen Formen ästhetischer Erfahrung, die sich auch über den engeren Bereich der Kunst bis hin zum Alltagsleben erstrecken (Großstadt, Schmuck, Mode). Auch werden Analysen vorgetragen, die Simmels Formbegriff und Schreibverfahren im produktiven Krisendiskurs um 1900 lokalisieren. Das Symposium setzt sich zum Ziel, Georg Simmel aus einer neuen, interdisziplinären Perspektive zu diskutieren und damit einen innovativen Beitrag nicht nur zur Simmelforschung, sondern auch zu Fragen der Moderne zu leisten.

Konzeption und Organisation Ao. Univ.-Prof. Dr. Susanne Knaller und Univ.-Prof. Dr. Stephan Moebius

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