Antworten des Liberalismus auf die neuen Herausforderungen

Vortrag von Colin Crouch

Im Sommersemester 2017 finden an der Humboldt-Universität zu Berlin fünf Mosse-Lectures zum Thema "Kritik des Liberalismus" statt. Im Mittelpunkt der Vortragsreihe steht die Frage, ob ein als überholt geltender und dennoch weltpolitisch forcierter Liberalismus noch Lösungen zu bieten hat. In diesem Rahmen findet der Vortrag von Colin Crouch (Warwick, UK) statt.

"Die neuen Wellen von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit, die in letzter Zeit so viele Länder erfasst haben, bringen die alten Konflikte zwischen der liberalen Aufklärung und den aggressiven Seiten des Konservatismus zurück. Der Konflikt zeigt, wie das, was man unter ‚Liberalismus‘ versteht, in sich selber widersprüchlich ist. Neoliberale in verschiedenen Ländern finden sich wieder in Allianzen mit unterschiedlichen Varianten des Rechtspopulismus. Man kann beobachten, dass im linken Spektrum die Versuchung aufkommt, die sozialpolitische Agenda fremdenfeindlicher Parteien aufzugreifen. Wie verändern sich die politischen Ideen, Parteien und Allianzen der Liberalen angesichts dieser Herausforderungen?"

Der Soziologe und Politikwissenschaftler Colin Crouch ist Professor Emeritus der University of Warwick in Großbritannien und auswärtiges Mitglied des Max-Planck-Instituts für Gesellschaftsforschung in Köln. Er hat auf dem Gebiet der vergleichenden europäischen Soziologie, der Wirtschaftssoziologie und industriellen Beziehungen gearbeitet und auch zu aktuellen Fragen der britischen und europäischen Politik publiziert. In dt. Übersetzung liegen vor: »Die Postdemokratie« [2008]; »Das befremdliche Überleben des Neoliberalismus« [2011]; »Jenseits des Neoliberalismus« [2013]; »Die bezifferte Welt. Wie die Logik der Finanzmärkte das Wissen bedroht« [2015]; zuletzt erschienen: »Governing Social Risks in Post Crisis Europe« [2015] und »Society and Social Change in 21st Century Europe« [2016].

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