Barcelona en Comù: Ein lokales und globales Revolutionsprojekt

Vortrag von Jordi Mir García

Dritter Vortrag der Veranstaltungsreihe "Europa in der Krise. Fragmentierung, autoritäre Entwicklungen und Widerstände":

In Spanien findet zurzeit eine politische Transformation statt – dies wurde in den Wahlrunden des Jahres 2015 besonders deutlich. Bei den Kommunalwahlen sind in mehreren Städten, vor allem in Madrid und Barcelona, neue politische Gruppen, organisiert von diversen sozialen Bewegungen, an die Macht gekommen. Bei den katalanischen Parlamentswahlen haben 48 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Unabhängigkeit von der spanischen Zentralregierung gestimmt. Schließlich haben die Zentralwahlen verdeutlicht, dass das Zwei-Parteien-System (bestehend aus Partido Popular und Partido Socialista Obrero Español) durch die Entstehung neuer politischer Entitäten wie Podemos unhaltbar geworden ist. Der Vortrag wird die Änderungen skizzieren, die zu den Siegen der Bürgerplattformen Barcelona en Comú und Ahora Madrid geführt haben – was einen Umbruch im Status quo der spanischen Politik signalisiert. Es besteht die Gefahr, die Präzedenzlosigkeit der aktuellen Situation aus den Augen zu verlieren. Es scheint daher notwendig, die Bedingungen zu klären, die zu den heutigen Verhältnissen geführt haben. Wie konnte die Menschenrechtsaktivistin Ada Colau Bürgermeisterin von Barcelona werden? Und welche Bedeutung hat dieser Sieg für die kommende politische Entwicklung Spaniens und Europas?

Jordi Mir Garcia lehrt als Associate Professor an der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universitat Pompeu Fabra (Barcelona) sowie an der Fakultät für Politikwissenschaft und Soziologie der Universitat Autònoma de Barcelona. Seine Forschungsschwerpunkte sind Ideengeschichte, Moralphilosophie, politische Philosophie und das Handeln und Denken sozialer Bewegungen. Er ist Mitglied des Centro de Estudios sobre Movimientos Sociales (UPF) und des Observatorio del Sistema Universitario.

Ort: Institut für Sozialforschung, Senckenberganlage 26, Raum I

Hinweis: Vortrag in englischer Sprache

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