Bis zu den Gefühlen und wie weiter?

Forschungswerkstatt zu affektiven Methodologien

Im Zuge des affective turn gewinnt auch in den Sozialwissenschaften die Auseinandersetzung mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zunehmend an Bedeutung. So spielen mittlerweile Emotionen in zahlreichen Forschungsfeldern eine stetig wachsende Rolle. Doch wie lassen sich affektive Aspekte von Arbeit, von Staat, Organisationen und Institutionen, von Mobilisierungsprozessen und sozialen Bewegungen sowie von Subjektivierungsweisen überhaupt empirisch untersuchen? Wie lassen sich Aussagen über das de/mobilisierende Potential spezifischer Gefühle wie Solidarität, Empathie, Wut, Scham, Neid oder Angst treffen und welche methodischen Zugänge helfen ‘uns’ dabei, diese Gefühle überhaupt erst greifbar zu machen?

Welche Rolle etwa spielen Affekte, Emotionen und Gefühle für soziale Bewegungen und politische Mobilisierung? Mit welchen methodischen Zugängen lassen sich die affektiven Dimensionen von individuellen Widerstandspraktiken bis hin zu kollektiven Mobilisierungsprozessen in den Blick nehmen? Welchen Beitrag leistet eine affektorientierte empirische Analyse von Arbeit und damit verbundenen Ungleichheitsverhältnissen? Welche widerständigen Praktiken zeigen sich in einer solchen Analyse? Wie können die Machtdimensionen affektiver Praktiken auch in Texten sicht- und fühlbar gemacht werden?

Diese und zahlreiche andere Fragen werden die Teilnehmer*innen dieser Forschungswerkstatt ausgehend von ihren empirischen Arbeiten gemeinsam mit Encarnación Gutiérrez Rodríguez (Justus-Liebig-Universität Gießen) und Christine Hentschel (Universität Hamburg) diskutieren. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie anschließend an affekttheoretische Überlegungen empirisch gearbeitet werden kann bzw. welche Anknüpfungspunkte sich für empirische Analysen des Affektiven ergeben. Unterschiedliche Zugänge zu Affekten, Emotionen und Gefühlen verlangen dabei auch nach einer kritischen Auseinandersetzung mit und einer methodologischen Weiterentwicklung von bestehenden sozialwissenschaftlichen Methoden.

Die Forschungswerkstatt gliedert sich in eine öffentliche Abendveranstaltung mit Inputs von Encarnación Gutiérrez Rodríguez und Christine Hentschel und einen eineinhalbtägigen Workshop, bei dem im Vorfeld verschickte Texte sowie Papers der Teilnehmer*innen gemeinsam diskutiert werden. Der Schwerpunkt der Präsentationen kann sich auf Erhebungsprozesse oder auf die Analyse beziehen. Ebenso können methodische und methodologische Überlegungen zur Arbeit mit Affekten, Emotionen und Gefühlen zur Diskussion gestellt werden.

Kooperation: Bereich Governance & Gender (Institut für Politikwissenschaft), IPW Lectures (Institut für Politikwissenschaft), Eva Flicker (Institut für Soziologie), Forschungsschwerpunkt Gender & Transformation (Fakultät für Sozialwissenschaften)

Organisation: Brigitte Bargetz, Katja Chmilewski, Myriam Gaitsch, Maria M. Mayer (Institut für Politikwissenschaft)

Call for Abstracts (PDF)