Das entfremdete Selbst

Vortrag von Rahel Jaeggi aus der Vortragsreihe "Selbst-Beobachtungen" des IfS zu den Frankfurter Positionen 2017

Der Vortrag Das entfremdete Selbst wird sich mit dem Problem der Selbstentfremdung in der und durch die Arbeit auseinandersetzen, also mit dem entfremdet (an sich) arbeitenden Selbst. Die Auffassung, dass man sich in der und durch die Arbeit seiner selbst entfremden oder sich – umgekehrt – in der Arbeit selbst verwirklichen kann beruht auf vielfältigen Vorannahmen in Bezug auf den Charakter des ‚Selbst‘, aber auch in Bezug auf den Charakter der ,Arbeit‘ als menschliche Tätigkeit. Beidem möchte Rahel Jaeggi nachgehen, und dabei zeigen, dass wir gehaltvolle Aussagen über die Qualität der durch Arbeit vermittelten Welt- und Selbstbeziehung auch dann machen können, wenn wir von essentialistischen Annahmen bezüglich der Bestimmung des menschlichen Tätigseins absehen.

RAHEL JAEGGI ist seit 2009 Professorin für Praktische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im akademischen Jahr 2015/2016 unterrichtete sie als Theodor Heuss Professorin an der New School for Social Research in New York. Rahel Jaeggis thematischer Schwerpunkt liegt in den Bereichen der Sozialphilosophie, der philosophischen Ethik, der Soziolontologie und der philosophischen Anthropologie. Gegenstand ihrer Forschung ist die Weiterentwicklung zentraler Motive Kritischer Theorien (im weiten Sinn). Veröffentlichungen u.a.: Welt und Person. Anthropologische Grundlagen der Gesellschaftskritik Hannah Arendts, Berlin 1997; Entfremdung. Zur Aktualität eines sozialphilosophischen Problems, Frankfurt/M., New York 2005; Was ist Kritik? Philosophische Positionen, Frankfurt/M. 2009 (Hrsg., zusammen mit Tilo Wesche); Nach Marx. Philosophie, Kritik, Praxis, Berlin 2013 (Hrsg., zusammen mit Daniel Loick); Kritik von Lebensformen, Berlin 2013, Übersetzung: Alienation, New York 2014.

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