Der Irrtum der antagonistischen Sozialontologie. Eine resonanztheoretische Konzeption des Gemeinwohls

Vortrag von Hartmut Rosa am Centre Marc Bloch in Berlin

Hartmut Rosa ist Professor für allgemeine und theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt. Er beschäftigt sich mit Zeitdiagnosen und der Analyse der Moderne, mit normativen und empirischen Grundlagen der Gesellschaftskritik, Subjekt- und Identitätstheorien, Zeitsoziologien und Beschleunigungstheorien und aktuell mit einer „Soziologie der Weltbeziehung“. Rosa ist derzeit einer der meistdiskutierten deutschsprachigen Soziologen. Seine Schriften zur Soziologie der Beschleunigung wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Sein letztes Buch erschien 2016 bei Suhrkamp unter dem Titel „Resonanz: Eine Soziologie der Weltbeziehung“. 

Am Centre Marc Bloch wird Rosa über eine resonanztheoretische Konzeption des Gemeinwohls sprechen. Eine relationistische Sozialontologie skizzierend, grenzt er sich davon ab, dass sich politische Subjekte und soziale Gruppen per se antagonistisch oder harmonistisch gegenüberstehen. Vielmehr stellt er heraus, dass die Gestalt der Sozialontologie, der politischen Wirklichkeit, selbst zu dem gehört, was politisch gestaltbar ist. Sein Vorschlag lautet vor diesem Hintergrund, dass nicht der Streit, sondern das gemeinsame (durchaus konflikthafte) Gestalten den Konstitutionsgrund des Politischen darstellt. Der politische Streit fokussiert so auf ein Drittes, das sich laut Rosa nur als Gemeinwohl konsistent denken lässt.

Wir bitten um Voranmeldung unter pole1(at)cmb.hu-berlin(dot)de

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