"Der Mensch ist nicht dicht" (Ernst Bloch)

Teil 1 der Doppeltagung "Entnaturalisierung des Menschen – Enthumanisierung der Natur" vom 25.–27. Oktober 2019 in Nürnberg

Karl Marx gelingt in den Ökonomisch-philosophischen Manuskripten von 1844 eine geniale Formulierung: „Naturalisierung des Menschen, Humanisierung der Natur“.

Ernst Bloch schreibt im Experimentum Mundi: „Ich heiße Niemand, so kann noch jeder von sich sagen, von Anfang her. Daß man es in solcher Kaspar-Hauser-Natur nicht aushält, dies führt endgültig aus einer naturwissenschaftlichen Festlegung der Anthropologie heraus, führt endlich in die ungeheure Variabilität von Unterbau-Überbau der Menschengeschichte hinein.“ Die „Frage nach dem Menschen [...] hat also das Pathos einer veritablen Weltgeschichte an der Front des Seins in sich“.

Georg Trakl beendet sein Kaspar-Hauser-Lied mit den Worten: „Silbern sank des Ungebornen Haupt hin.“

Die drei Autoren hatten eine hohe Meinung vom Menschen, von seinen Potenzen, die sich entfalten und entwickeln können, wenn man es ihm denn ermöglicht. Kaspar Hauser starb mit nur 21 Jahren, blieb so ein „Ungeborener“, denn er konnte in den fünf Jahren, die er nach seinem Auftauchen aus dem Dunkel noch lebte, nicht das werden, was ihm möglich gewesen wäre.

Als noch Ungeborene „in und mit der Natur“ in ständiger Auseinandersetzung mit dem „vermathe-matisierten Niemandsland“ (Bloch): Beschreibt das unsere Situation in der digitalisierten Welt? Wie ist der Digitalisierungsschub, wie sind die weiteren Entwicklungen (künstliche Intelligenz usw.)zu bewerten? Welcher Zusammenhang von Gesellschaft, Ökonomie und Technik liegt vor? Handelt es sich gar um ein technisches „Novum“ im Sinne Blochs?

Wir versuchen uns dem Thema zu nähern, im Rahmen einer Doppeltagung mit dem Titel: Entnaturalisierung des Menschen –Enthumanisierung der Natur

Im ersten Teil dieser Doppeltagung gehen wir aus von den anthropologischen Fragen: „Der Mensch ist nicht dicht“ (Ernst Bloch). Die anthropologische Dimension der Technik 4.0. Diese Tagung wird vom 25. –27. Oktober 2019 in Nürnberg stattfinden.

Der zweite Teil im Herbst 2020 stellt Naturkonzepte in den Mittelpunkt: „Dialektik der Natur“ revisited. Friedrich Engels zum 200. Geburtstag. Näheres dazu demnächst.

Anmeldung und Programm (PDF)