Der Wandel der Stasi-Zentrale zum Campus für Demokratie

Standortkonferenz in Berlin

Der jahrzehntelang abgeschlossene Block der Zentrale des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR soll sich in den nächsten Jahren zu einem "Campus für Demokratie" entwickeln. Angesichts der Größe des Areals, der teilweise denkmalgeschützten Bausubstanz, der komplexen Eigentumssituation und der heterogenen Nutzungen ist eine abgestimmte Standortentwicklung entscheidend, um die Potenziale des historisch bedeutsamen Standorts für Bildung, Forschung und Erinnerung, Kunst und Kultur zu heben.

Teilweise durch massive Plattenbauten von der Umgebung abgeschirmt, war der Block bis 1990 für die Allgemeinheit unzugänglich. Bis heute ist das Areal trotz seiner zentrumsnahen Lage ungenügend in die städtische Umgebung eingebunden. Die unbefriedigende Verkehrs- und Freiflächensituation und der schlechte Zustand von Schlüsselimmobilien mit hohem Leerstand prägen das Bild des Geländes.

Die Maßnahmen des Stadtumbaus unterstützen die Erarbeitung eines Gesamtkonzepts, auf dessen Grundlage das Areal gemäß seiner historischen wie stadträumlichen Bedeutung weiterentwickelt werden kann. Die ca. 76.000 Quadratmeter große Fläche soll mit tragfähigen Funktionen belegt werden und langfristig den Ansprüchen an Erinnerung, Identitätsstiftung und Bildung die geeigneten Räume bieten. Neue städtebauliche Planungen sollen aktuelle Nutzungskonflikte lösen und festlegen, wo welche Nutzungen angesiedelt werden und welche Gebäude erhalten und welche ggf. abgerissen werden sollen.

Das aus Stadtumbau-Mitteln finanzierte Standortmanagement fördert die Kooperation der verschiedenen Akteure und die Abstimmung der Ziele für das Areal. Zu Beginn führte das Standortmanagement Gespräche mit allen relevanten Akteuren: Eigentümern, Nutzern und Initiativen sowie den zuständigen Fachverwaltungen. Die Veranstaltung lotet die Chancen und Herausforderungen bei der zukünftigen Entwicklung des Geländes in Berlin-Lichtenberg aus. In ihren Keynotes blicken Basil Kerski, Leiter des Europäischen Solidarność-Zentrum Gdańsk und Kari Lämsä, Servicemanager, Culture and Leisure Division der Helsinki City Library Oodi auf die gesellschaftliche und planerische Genese dieser - für die demokratische Bildung und Aufklärung - renommierten und ausgezeichneten Orte in Europa.

Das anschließende Podium - mit Senatorin Katrin Lompscher und Senator Klaus Lederer - befasst sich mit dem Stellenwert und den Perspektiven des Campus' für Demokratie im politischen und öffentlichen Diskurs und setzt sich mit den divergierenden städtebaulichen Aspekten der konkreten Umsetzung auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Zentrale auseinander.

Programm

17.00 Uhr: Begrüßung
Katrin Lompscher (Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen)

17.10 Uhr: Campus für Demokratie - Planungen des Bundes
Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik

17.20 Uhr: Die Rolle des Europäischen Solidarność-Zentrums Gdańsk am historischen Ort
Basil Kerski (Direktor Europäisches Solidarność-Zentrum

17.40 Uhr: "Planning for Real" - Die Planung, Entstehung und Nutzung der Oodi-Bibliothek in Helsinki als Resultat von Partizipation und demokratischer Willensbildung.
Kari Lämsä (Service manager, Cul­ture and Leisure Division der Hel­sinki City Library Oodi)

18.15 Uhr: Podiumsdiskussion - Reflexion über den Planungsstand, die Beiträge aus den Keynotes, "Der Campus für Demokratie als Ort von Forschung, Bildung und Tourismus in Berlin"

auf dem Podium vertreten sind:

  • Katrin Lompscher, Senatorin Stadtentwicklung und Wohnen Berlin
  • Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europaangelegenheiten Berlin
  • Lutz Henke, visit Berlin
  • Dr. Robert Kaltenbrunner, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung
  • Luise Meier, freie Autorin (angefragt)

Moderation: Isabel Fannrich Lautenschläger

Kontakt

Planergemeinschaft eG
Standortmanagement Campus für Demokratie
Dirk Maier
standortmanagement-campus(at)planergemeinschaft(dot)de