Die Macht der Atmosphären

XXVI. Symposion der Gesellschaft für Neue Phänomenologie in Rostock

Wo immer man hinsieht, sind Atmosphären ein bestimmendes Element, vielleicht sogar das Wichtigste im menschlichen Leben. Wir suchen sie und wir meiden sie, und doch wissen wir kaum etwas über sie. Dass Atmosphären nicht nur in der Lebenspraxis, sondern auch als Gegenstände der Philosophie ernstgenommen werden, ist ein zentrales Anliegen der Neuen Phänomenologie.

„Die Macht der Atmosphären“ – hier geht es nicht einfach um eine Beschäftigung mit Atmosphären schlechthin, sondern vor allem um deren Macht über Menschen. Wie wirken Atmosphären, wie lassen sie sich beschreiben? Kann man sie beeinflussen – und sollte man sie beeinflussen, falls dies geht? Welchen Atmosphären können wir uns nur schwer entziehen? Wie ausgeliefert sind wir ihnen? Was machen sie mit uns? Können Atmosphären überhaupt Macht haben?

Wie wichtig die philosophische Erforschung der Atmosphären ist, zeigt sich, wenn sie auf Kollektive wirken, etwa in Panik, kollektivem Zorn, gemein- samen Eifer und Freude, die sich in Jubel entlädt. Das Atmosphärische des Gefühls ist zwar erst teilweise erforscht, wird und wurde jedoch im Umgang mit ihm privat und öffentlich umfassend ausgenützt, z. B. in der Politik, in der Werbung, in Zeremonien von Institutionen, im Theater und in der Literatur. Universal verbreitet ist diese Nutzung als Kultur der Gefühle im umfriedeten Raum einer Wohnung. Die Tagung soll dazu beitragen, die Bedeutung der Atmosphären im Gefühlsraum auch theoretisch zu verdeutlichen.

Ort: Hochschule für Musik und Theater Rostock

Tagungsprogramm (PDF).