Die soziale Fragmentierung Europas

Vortrag von Stefanie Hürtgen

Die ökonomische Integration Europas steht derzeit verbreitet in der Kritik. Deutschland wird vorgeworfen, auf Kosten anderer Länder »Krisengewinnler« zu sein, und von unterschiedlicher Seite werden Überlegungen zum Austritt aus dem Euro laut. Die These des Vortrages von Stefanie Hürtgen ist, dass diese Kritikansätze nicht den Kern der Sache treffen. Die gegenwärtige, oft als »neoliberal« bezeichnete Europäisierung muss vielmehr verstanden werden als Zusammenhang von ökonomischer Integration über die Form ihres vermeintlichen Gegenteils: soziale Desintegration und Fragmentierung. Programmatisch und faktisch beruht das europäische Einigungsprojekt ökonomisch auf dem Auf- und Ausbau von sozialen Unterschieden: zwischen, aber auch innerhalb von Ländern und Regionen.

Stefanie Hürtgen ist Assistenzprofessorin an der Universität Salzburg und assoziiertes Mitglied des Instituts für Sozialforschung. Sie forscht und lehrt zu Fragen von Arbeit und Ökonomie in Deutschland und Europa. Eine der jüngeren Veröffentlichungen ist: Polarisierte Regime. Qualifizierung und Polarisierung im transnationalen Raum der Lohnarbeit, in: Roland Atzmüller, Stefanie Hürtgen, Manfred Krenn (Hg.): Die zeitgemäße Arbeitskraft. Beltz-Juventa 2015, S. 27–124.

4. Vortrag der IfS-Veranstaltungsreihe "Europa in der Krise. Fragmentierung, autoritäre Entwicklungen und Widerstände"

Ort: Institut für Sozialforschung an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Senckenberganlage 26, 60325 Frankfurt am Main, Raum 1