Die soziale Konstruktion des Raumes oder die räumliche Konstruktion des Sozialen

2.Tagung des Arbeitskreises für Phänomenologie und Soziologie, DGS-Sektion Soziologische Theorie

(...) In der phänomenologischen Tradition wird der Gedanke stark gemacht, dass sich Akteure aus dem je eigenen Hier/Jetzt heraus auf ihre Umwelt richten und sich praktisch auf diese beziehen. Damit ist zumindest implizit immer auch die Raumdimension von Umweltbezügen thematisch. Es ist daher unerlässlich, die Räumlichkeit von Kommunikation, von Handlungen oder Praktiken einzubeziehen. Wie dies in der Forschung im Detail umzusetzen ist, wird sich danach unterscheiden, welche Autoren der Phänomenologie zentral gestellt werden.

Mit der Tagung wird dazu eingeladen, diesen Fragen nachzugehen. Um die Vielfalt phänomenologischer Strömungen berücksichtigen zu können, sind explizit auch Diskussionsbeiträge aus verschiedenen oder bisher kaum rezipierten phänomenologischen Autoren und Richtungen, sowie der Philosophischen Anthropologie willkommen: von Husserl, Heidegger über Schütz, Merleau-Ponty und Sartre bis hin zu Schmitz, Plessner oder Gehlen, um nur einige zu nennen. Auf der Tagung soll es darum gehen, (a) die unterschiedlichen phänomenologischen Raumkonzepte mit den Problemstellungen der Raumsoziologie und (b) zugleich miteinander ins Gespräch zu bringen.

Dabei sind besonders die folgenden Fragen relevant: Welche soziologisch relevanten Raumkonzepte lassen sich ausgehend von der Phänomenologie entwickeln? Wie ist das Verhältnis von Erfahrungsraum und objektivierten Raumkonzeptionen? Wie kann man einer poststrukturalistischen oder postkolonialistischen Kritik auf Augenhöhe begegnen, ohne den Raum einfach zu einer Universalie zu erklären? Welche empirischen Perspektiven lassen sich ausgehend von der Phänomenologie erschließen? Gibt es eine Enträumlichung des Sozialen? Kann die Phänomenologie dabei helfen, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie die der Digitalisierung von Gesellschaft verstehen? Wie können Raum und Zeit o.a. Dimensionen der Analyse zueinander ins Verhältnis gesetzt werden?

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Anmeldungen werden bis spätestens zum 15. Juni 2017 erbeten!