Die staatliche Neuordnung Europas durch die Pariser Friedenskonferenz 1919: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker

Vortrag von Prof. em. Dr. Dr. h.c. Ulrich K. Preuß in der Reihe Rechtskritik als Gesellschaftstheorie

Das Prinzip des „Selbstbestimmungsrechts der Völker“ war am Ende des Ersten Weltkrieges eine zentrale Begründung für die staatliche Neuordnung in Europa, benutzt von Lenin (zunächst) ebenso wie vom US-Präsidenten Wilson. Sie bildete die Rechtfertigung für die Zerschlagung der Vielvölkerstaaten Österreich Ungarn und Osmanisches Reich und die Gründung junger Staaten wie der Tschechoslowakei und der baltischen Staaten, für die Wiederherstellung Polens. Strittige Fragen sollten durch Abstimmungen der betroffenen Bevölkerungsteile gelöst werden, das Volk sollte souverän entscheiden können: Demokratie in den internationalen Beziehungen. Hat sich das „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ in Europa dann als mögliche Bauordnung für Frieden und Demokratie erwiesen? Wo liegen bis heute die Probleme und inneren Widersprüche dieses Konzeptes, auch nachdem es nach dem Zweiten Weltkrieg auf die gesamte Welt angewandt werden sollte?

Veranstaltungsort:

IHNESTRASSE 22/A

Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft

Arbeitsbereich Politik und Recht

Univ.-Prof. Dr. Christian Volk