Die Vermessung von Wachstum und Wohlstand, Nachhaltigkeit und Lebensqualität

Vortrag von Hans Diefenbacher

Veranstaltung im Rahmen der Vorlesungsreihe Rethinking Economics:

"Es wirkt oftmals wie ein Paradox, dass insbesondere die westlichen Industrienationen über die letzten Jahrzehnte hinweg großen monetären Reichtum erwirtschaftet haben, die allgemeine Lebenszufriedenheit jedoch mit dieser Entwicklung anscheinend nicht Schritt halten kann.

Um den Ursprüngen der Diskrepanz zwischen (monetärem) Reichtum auf der einen und Wohlstand und Wohlbefinden auf der anderen Seite auf den Grund zu gehen, ist es angebracht, sich mit der Frage nach dem guten Leben zu befassen. In diesem Kontext ist eine Vielzahl von Konzepten zu würdigen – ganz gleich ob religiöser, moralischer oder kultureller Natur – welche zunächst gleichberechtigt nebeneinander stehen. Die Beschreibung des Wohlstands durch Geldwerte wird hier zu einer Methode unter vielen, welche im gegenseitigen Wettstreit miteinander liegen. Die Vertrauens- und Glücksforschung als Forschungsbereich sind in diesem Zusammenhang ebenso zu nennen wie alternative Konzepte der Wohlstandsmessung wie der biologische Lebensstandard, der Human Development Index (HDI), der von Amartya Sen entworfene Capabilitiy Approach oder das Bruttoinlandsglück."

Die von "Rethinking Economics" Tübingen organisierte Ringvorlesung für das Sommersemester 2017 soll dazu beitragen, dass sich die Studierenden einen Überblick über alternative Wohlstandskonzepte jenseits der gängigen, rein monetären Bewertung verschaffen können.

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