Digital Humanities Austria 2020 - Die Kunst der Digitalen Geisteswissenschaften

Konferenz der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 23.-25. September 2020

Die Digitalen Geisteswissenschaften sind ein Feld innovativer Methoden, deren Entwicklung selbst Teil kreativer Prozesse ist. Die Digitalen Geisteswissenschaften in Österreich waren schon immer vom reichen Kulturerbe des Landes geprägt, das weit über das häufig auf einen engen Textbegriff reduzierte Verständnis ihrer möglichen Untersuchungsgegenstände hinausgeht:

Sprach- und Videomaterial, Bilder, Artefakte, Konkrete Poesie, Code-Poetry oder Born-Digital-Material sind ebenfalls Untersuchungsgegenstände der Digitalen Geisteswissenschaften, denn sie alle sind Produkte der Gegenwartskultur wie als Dokumentation von vergangenem Kulturschaffen. Es ist also an der Zeit, auch die österreichische Community zum „großen Zelt“ der Digitalen Geisteswissenschaften weiterzuentwickeln und die Entwicklungen in digitaler Kunstgeschichte, Visualisierung, digitaler Archäologie, Simulation, digitaler Musikwissenschaft, Gamification, Public Engagement, Digital Heritage Science, digitaler Zeitgeschichte, digitaler Sprachverarbeitung, digitaler Literaturwissenschaft und vielem anderen mehr zu präsentieren. Das „Big Tent“ aufrecht zu halten, ist jedoch keine Aufgabe, die mit etablierten Forschungsmethoden alleine lösbar ist. All die genannten Ansätze produktiv zusammenzubringen erfordert kreative Theorien, Methoden und Verfahren, wie sie von der lebendigen DH-Community in Österreich entwickelt werden. Die DHA2020 will deshalb ihren Blick besonders auf die Künste richten. Dort sind bereits Methoden entstanden, die einen produktiven Blick auf digitale Methoden und digitale Objekte richten: Video-, Medien- und Digitale Kunst durchforsten Archive, arbeiten sich durch Big Data und nutzen Artefakte der Digitalen Kultur, um neue künstlerische Räume zu kreieren, Ästhetiken zu befragen und sinnliche Erfahrungen zu schaffen.

Die DHA2020 will also erstens ein Abbild der regen österreichischen DH-Community sein, die dazu eingeladen ist, ihre Arbeit zu präsentieren und zur Diskussion zu stellen. Sie will sich zweitens aber auch anregenden Beiträgen aus der ganzen Welt öffnen, die in Kooperation mit österreichischen Forscherinnen und Forschern und in Reaktion auf ihre Forschungsergebnisse entstanden sind oder die sich mit Schöpfungen und Handeln der Menschen in Österreich in Vergangenheit und Gegenwart auseinandersetzen.

Die Konferenz erweitert sich drittens auch auf das künstlerische Schaffen im Bereich des Digitalen. Künstlerinnen und Künstler sind eingeladen, Arbeiten zu zeigen, ihren Zugang zu und ihre digitale Bearbeitung von (digitalen) Archiven zu präsentieren sowie ihre Verortung in der Diskussion um künstlerische Forschung darzulegen. Der Ort der Konferenz – die Universität für angewandte Kunst Wien – ermöglicht es, Beispiele in innovativer Form zu präsentieren. Die DHA will deshalb auch eine Mischform analog-digitalen Ausstellens für die Call-basiert identifizierten Projekte ermöglichen.

Gleichzeitig mit der Konferenz werden die Projekte des von der ÖAW ausgeschriebenen Forschungsförderungsprogramms go!digital Next Generation (2019–2020) vorgestellt. Auch die Gewinner*innen des ACDH-CH hackathons 2020 werden im Rahmen der Preisverleihung Gelegenheit haben, ihre Projekte vorzustellen.

KontaktBritta BreuersSonnenfelsgasse 19, 1010 WienBritta.Breuers@oeaw.ac.at

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