Echt kommunikativ? Analoge und digitale Begegnungen im öffentlichen Raum

Sommercamp der Schaderstiftung

Thema

Sowohl der Charakter öffentlicher Räume als auch die Gewohnheiten zwischenmenschlicher Kommunikation haben in den vergangenen Jahren erhebliche Veränderungen erfahren.

Öffentliche Räume zeichnen sich durch viel-fältige Nutzungen aus. Gruppen eignen sich öffentliche Räume an, chillen dort oder bereichern sie mit Kunstprojekten, andere installieren Augmented-Reality-Technologien oder nutzen sie für Versammlungen jeglicher Art. Wenn öffentliche Räume gestaltet, verändert, neu erfunden werden, ist dies zumeist Anlass intensiver Beteiligung engagierter Bürgerinnen und Bürger. Zugleich zeigen sich durch die Ökonomisierung vieler Flächen Tendenzen zur Ausgrenzung einzelner Gruppen. Auch Narrative der Stadt und ihrer Räume verändern sich. Das Internet kommt als virtueller Raum hinzu.

Zwischenmenschliche Kommunikation wandelt sich durch die Digitalisierung und die Möglichkeiten neuer Technologien, die ins-besondere, aber nicht nur die jüngeren Generationen selbstverständlich nutzen. Nichts-destotrotz bleibt der analoge Austausch mit „echten“ Begegnungen zwischen Menschen eine unverzichtbare Komponente für die Einzelnen und das Gemeinwesen. Wie verändern sich Kommunikation und Nut-zung des öffentlichen Raums durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche?

Welche Rolle spielt dabei die scheinbar allgegenwärtige, somit auch die öffentlichen Räume treffende Kommerzialisierung?

Wie können uneingeschränkter Zugang, vielfältige soziale Begegnungen, demokratische Meinungsäußerung etc. gewährleistet werden?

Welche Chancen eröffnet die mit den digitalen Technologien einhergehende Vernetzung für das Entstehen neuer öffentlicher Räume, neuer Gemeinschaften?

Wie kann die kommunikative, gemeinschaftsbildende Funktion gesichert und weiterentwickelt werden?

Braucht unsere Gesellschaft Orte für Kommunikationstraining: für die einen, um sich über die neuen Technologien und deren Anwen-dung kundig zu machen, für die anderen, um Kompetenzen wie das Lesen von Körpersprache, das Beginnen von Gesprächen, das aktive Zuhören (neu) zu lernen?

Ist es Zeit für neue Narrative? Und wie können sie geprägt sein?

Diese und weitere, hier noch nicht einmal angedachte, Fragen rund um analoge und digitale Kommunikation im öffentlichen Raum warten auf eine kreative Erörterung und innovative Handlungsempfehlungen.

Zielsetzung

Ziel des Sommercamps ist es, in einer interdisziplinär zusammengesetzten Gruppe von Studierenden höherer Semester, jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie jungen Berufstätigen ein Dialogprojektzum Thema „Echt kommunikativ? Analoge und digitale Begegnungen im öffentlichen Raum“ zu entwickeln.

Dabei laden wir besonders Menschen aus den Gesellschaftswissenschaften und den gestaltenden und planerischen Ingenieurswissenschaften ein. Auch Personen aus anderen Disziplinen sind willkommen, wenn sie sich und ihre Ideen in dieser Ausschreibung wiederfinden.

Dialogprojekte können sein

Seminarreihen, Fachkongresse, interaktive Formate, onlinebasierte Kommunikationsprojekte und vieles mehr.

Verlauf und fachliche Unterstützung

In den vier Tagen des Sommercamps konzipieren die rund zwanzig Teilnehmenden in kleinen Gruppen Dialogprojekte. Sie werden dabei fachlich unterstützt. Mindestens eines der Dialogprojekte wird im Anschluss mit Hilfe der Auslober des Sommercamps umgesetzt, weiter entwickelt oder fördernd vorangetrieben.

Die fachliche Unterstützung erfolgt durch:

- Silvia Haas, Koordinierungsstelle für Betei-ligung und Engagementförderung der Stadt Leipzig

- Jan Liesegang, Architekt, Raumlabor Berlin / School of Architecture, Bergen, Norwegen

- Hanna-Lena Neuser, Studienleiterin, Evangelische Akademie Frankfurt am Main

- Dr. Anna-Lisa Müller, Institut für Geographie, Universität Bremen

Programmverantwortung

Dr. Kirsten Mensch, Schader-StiftungTel: 06151/175913 E-Mail: mensch(at)schader-stiftung(dot)de

Hier geht's zur Veranstaltungsankündigung (PDF).