Erstes Forum "Diktaturerfahrung und Transformation in Ostdeutschland"

Konferenz. Anmeldefrist: 18. Oktober 2019

Wir – ein interdisziplinäres Team von Historiker/innen, Literaturwissenschaftler/innen, Sozialwissenschaftler/innen und Kunsthistoriker/innen der Universitäten Jena und Erfurt, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie der Stiftung Ettersberg – laden Sie zu unserem Ersten Forum ein. Die Erinnerungen an die DDR, die Erzählungen über die DDR sowie die erlebten Veränderungen in den Jahren seit der Deutschen Einheit sind kontrovers diskutiert. Das in öffentlichen Debatten vorherrschende Bild des Unrechtsstaats einerseits und individuelle Lebens- und Alltagserfahrungen andererseits scheinen oft im Widerspruch zu stehen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem diese Perspektiven zur Sprache und ins Gespräch gebracht werden. Ziel unserer Forschungsarbeit ist es, eine Erfahrungsgeschichte der späten DDR und der Transformationszeit zu schreiben, die einem breiten Spektrum von auch widersprüchlichen Erfahrungen Platz gibt und dadurch dazu beiträgt, dichotomische Perspektiven zu überwinden.

Wir wollen nicht im Elfenbeinturm forschen, sondern von Beginn an mit vielen Menschen ins Gespräch kommen. Daher laden wir Sie ein, mit uns über unsere Forschungsfragen und das weite Feld der Vermittlung von DDR-Geschichte zu sprechen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation in diesem Feld? Welche Probleme, welche Defizite sehen Sie? Was läuft gut und sollte ausgebaut werden? Was würden Sie sich von der Wissenschaft wünschen? Gerne möchten wir auf unserem Forum einen Dialog mit Ihnen beginnen, der unsere Forschungsarbeit begleiten und unsere Forschungsergebnisse für Sie nutzbar machen wird.

Die Teilnahme ist kostenfrei; Kosten für Unterkunft, An- und Abreise werden nach Thüringer Reisekostengesetz übernommen. Die Teilnehmer/innenzahl ist begrenzt. Das Forum ist als Fortbildungsmaßnahme durch das THILLM anerkannt (AZ 5094-82-0765/19).

Anmeldung bitte mit Angabe von Postadresse, beruflichem Profil und institutioneller Anbindung bei Frau Burgenmeister (leah.noemi.burgenmeister(at)uni-jena(dot)de).

Programm

Der Forschungsverbund besteht aus elf Teilprojekten, die ein breites Spektrum an Themen behandeln. Auf dem Forum werden Sie Gelegenheit haben, bis zu vier Teilprojekte in Diskussionsworkshops intensiv kennenzulernen. Diese sind:

  • Lokale Spurensuche zur DDR-Geschichte. Wie gelingt historisches Projektlernen?
  • Die 'DDR' in der Grundschule!? Was und wieviel soll eigentlich zum Bildungsinhalt werden?
  • Arbeit und Familie in der DDR: Welche Fotografien braucht die historische Bildung?
  • www.andreasstraße.de - eine Gedenk- und Bildungsstätte digital denken.
  • Gedenken ohne Wissen? Die sowjetischen Speziallager in der postsozialistischen Erinnerungskultur.
  • Zwischen Parteilichkeit und Selbstausdruck - die ‚Zirkel schreibender Arbeiter‘ aus heutiger Sicht.
  • Konspirative Wohnungen und Orte der Dissidenz in Erfurt.
  • Familienerinnerungen an DDR- und Transformationszeit (1970er - 2010er Jahre).
  • Kunst zur „Wende“-Zeit. Künstlerische Reflexionen der DDR-Transformation
  • Zivilgesellschaft gegen rechts – 30 Jahre Engagement für eine plurale Gesellschaft.

Vorläufiger Ablaufplan
Freitag, 22.11.2019
14:00-14:30 Einführung
15:00-16:30 Diskussionsworkshops, Block 1
17:30-18:30 Diskussionsworkshops, Block 2
ab 20 Uhr Abendveranstaltung

Samstag, 23.11.2019
09:00-10:30 Diskussionsworkshops, Block 3
11:00-12:30 Diskussionsworkshops, Block 4
14:00-15:00 Abschluss

Angemeldete Teilnehmer erhalten ein finalisiertes Programm.

Kontakt

Gero Fedtke
Universität Jena, Historisches Institut
Fürstengraben 13, 07743 Jena
Tel. 03641 9 44057

gero.fedtke(at)uni-jena(dot)de