Eskalation! Skandal in der Literatur und den Künsten

Jahrestagung der Friedrich Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien am 11. und 12. Oktober 2019 in Berlin

‘Was darf Literatur, was nicht?‘ Die diesjährige Jahrestagung der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien widmet sich dem Thema Skandal und fragt nach ‚skandalösen’ Poetiken - also danach, wann Grenzüberschreitungen in der Literatur und Kunst einen Skandal auslösen und wie Skandale auf das gesellschaftliche Umfeld und auf kulturelle Rahmenerzählungen zurückwirken.

Im interdisziplinären Austausch und mit internationalen Gästen fokussiert die zweisprachige Tagung den Skandal unter Berücksichtigung von literaturwissenschaftlichen, affekttheoretischen, politischen und kunsthistorischen Perspektiven: Während das Verhältnis von Literatur und Wirklichkeit immer schon skandalös zu sein scheint, können politische und historische Anspielungen instrumentalisiert werden, um Skandale zu provozieren oder reale Skandale zu vertuschen. Affekttheoretische Ansätze zeigen Kunstwerk und künstlerisches Schaffen als affektpolitische Momente, in denen Intentionen bei der Entstehung eines Skandals sichtbar werden.

Plagiatsdebatten und Fragen des UrheberInnenrechts präsentieren eine Dimension von AutorInnenschaft, die häufig mit dem Skandal verknüpft ist und immer auch die Lizenzen von Literatur thematisiert. Explizite Sex-Darstellungen, Thematisierungen nicht-konventioneller sexueller Praktiken, das Einbringen von Körperflüssigkeiten oder Fäkalien führen ebenso zu Skandalen wie die Verwischung von Moralvorstellungen, ermöglichen aber auch neue Identitätsentwürfe, die Gattungs- und Geschlechterklassifikationen in Frage stellen. Schließlich wird jedoch auch der Skandal zu einer Frage des Privilegs, wenn sich zeigt, dass nicht alle Stimmen autorisiert sind, Skandale zu provozieren.

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