Europas demokratische Herausforderungen

Podiumsdiskussion mit Gesine Schwan, Antoine Vauchez und Valentin Kreilinger

„Demokratiedefizit“ ist eines der klassischen Schlagworte in der Debatte um die Europäische Union. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang die zu schwache Rolle des Europaparlaments und das im Vergleich dazu starke Gewicht der „Brüsseler Bürokratie“, bemängelt wird aber auch weitergehend das Fehlen einer Europa-weiten politischen Öffentlichkeit und gar eines einheitlichen „europäischen Staatsvolks“.  Aber es mangelt auch nicht an Vorschlägen, wie das strukturelle und institutionelle Demokratiedefizit beseitigt werden könnte.  Ein derartiger Versuch wurde zuletzt etwa von dem französischen Soziologen und EU-Forscher Antoine Vauchez gestartet, der zusammen mit Thomas Picketty, Stéphanie Hennette und Guillaume Sacriste einen in mehreren Sprachen veröffentlichten „Vertrag zur Demokratisierung der Eurozone“ vorgelegt hat (dt. bei CH Beck 2017). Im Centre Marc Bloch diskutiert Vauchez zusammen der Politologin Gesine Schwan (HUMBOLDT-VIADRINA Governance Platform) und Valentin Kreilinger (Jacques Delors Institut, Berlin), welche Wege die Europäische Union beschreiten kann, um die vielfach gestellte Frage nach der Ausweitung der Partizipationsmöglichkeiten der EU-Bürger zu lösen.

Moderation: Jakob Vogel (Direktor des Centre Marc Bloch)

D/F mit Simultanübersetzung

Ort: Germaine-Tillion-Saal
Friedrichstrasse 191
10117 Berlin

Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe Europa: eine Utopie in der Krise? Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung im Dialog.

Mindestens drei bedeutsame Meilensteine prägen Europa im Jahr 2019: Im März steht der Brexit an, Ende Mai wählen die EU-Bürgerinnen und -Bürger ein neues Parlament, und im November jährt sich zum 30. Mal der Fall der Berliner Mauer.

Das Centre Marc Bloch, deutsch-französische Institution mit europäischem Auftrag, begleitet dieses wichtige Jahr mit Debatten und Reflexionen zu den aktuellen Herausforderungen Europas – aus politologischer, soziologischer, juristischer, historischer, philosophischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive.

Jede der offenen Veranstaltungen – zwei Kongresse, mehrere Podiumsdiskussionen und zwei Ausstellungen – nimmt ein Thema von aktueller Relevanz in den Blick, das disziplinenübergreifend diskutiert wird: Im Mittelpunkt stehen das demokratische Europa, das soziale Europa, Europas postkoloniales Erbe, der EU-Haushalt, Europa in der globalisierten Welt, Europas Grenzen, Europa und die Zukunft des Internets, Utopien Europas vor dem Mauerfall und heute.
Im interdisziplinären Dialog mit Gästen aus Europa und der Welt zieht das CMB Bilanz aus 30 Jahren Europa nach dem Kalten Krieg, hinterfragt zeitgenössische Entwicklungen und Konjunkturen und debattiert Zukunftsperspektiven.

Diese Reihe wird von der französischen Botschaft in Deutschland unterstützt.

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