"Gelbwesten": Protest und Demokratie in Frankreich

Podiumsdiskussion über die "Gelbwesten" Frankreichs als Protestphänomen mit Expert*innen aus verschiedenen Fachdisziplinen

Johanna Luyssen, Berlin-Korrespondentin der Tageszeitung "Libération"
Prof. Dr. Dieter Rucht, Soziologe und Protestforscher, Berlin
Dr. Jérémie Gauthier, Soziologe und Polizeiforscher, Straßburg
Moderation: Prof. Dr. Miriam Hartlapp
Begrüßung: Prof. Dr. Christian Volk und Dr. Tim Wihl

Seit letztem November erschüttern die "Gelbwesten" Frankreichs Politik. Anfänglich ging es gegen eine neue Kraftstoffsteuer, aber sehr bald brachten sie die soziale Ungleichheit als Großthema mit Macht zurück auf die Agenda der Politik. Innerhalb von wenigen Wochen gelang es ihnen, Präsident Macron ein Ausgabenpaket in Milliardenhöhe abzutrotzen. Damit war diese neuartige Protestbewegung in kurzer Zeit weit erfolgreicher als der traditionell in Frankreich gut organisierte, oft gewerkschaftliche Protest. Die Gelbwesten zeichnen sich intern durch große Heterogenität aus, und die Formen ihrer Protestaktionen sind außerordentlich umstritten. Nicht zuletzt hat die Gewalteskalation zwischen Staatsmacht und Demonstrant*innen zu neuen Debatten über die französische Polizei und das Versammlungsrecht geführt. In unserer Podiumsdiskussion mit Expert*innen zu französischer Politik, Polizei und Protest wollen wir vor allem drei Fragen nachgehen: Um was für eine Art Protestbewegung handelt es sich bei den "Gelbwesten": kleinbürgerliche Steuerrevolte oder Aufstand der vom Fortschritt ausgeschlossenen Peripherie? Wie ist das Ausmaß an Gewalt auf beiden Seiten erklärbar? Was bedeuten die Proteste für die Macron-Regierung, das politische System Frankreichs und die anstehenden EU-Wahlen? 

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