Geschlechtsspezifische Aufarbeitung der DDR - eine kritische Retrospektive

Auftaktveranstaltung der Veranstaltungsreihe "Unangepasst. Repressionserfahrungen von Frauen in der DDR"

Die „sozialistische Frau“ war in Vollzeit werktätig, verheiratet, Mutter, Hausfrau und idealerweise noch gesellschaftlich engagiert. Die staatlich verordnete Emanzipation der DDR-Frau löste die althergebrachten Geschlechterrollen aber nicht ab, sondern ließ sie weiter fortleben. Das propagierte Leitbild weiblichen Lebens war verbindlich, denn Abweichungen ahndeten DDR-Behörden vielfach mit Ausgrenzung, Repression und Verfolgung.

Die Veranstaltungsreihe richtet den Fokus auf randständige Frauengruppen, die politisch, sozial, (sub-)kulturell von den sozialistischen Normen abwichen. Welche Sozialisierungen, Vorstellungen und Ideen hatten nichtkonform lebende Frauen? Wie und mit welchen Folgen gerieten sie in Konfrontation mit dem SED-Staat? Expert/innen und Zeitzeug/innen stellen den aktuellen Forschungsstand vor und vermitteln die Perspektive der Betroffenen.

Programm

Auftaktveranstaltung

26.09.2019, 19 Uhr, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Podiumsdiskussion "Geschlechtsspezifische Aufarbeitung der DDR - eine kritische Retrospektive"

Das Narrativ des politischen Widerstands gegen das SED-Regime ist ohne die Frauen wie Bärbel Bohley oder Ulrike Poppe kaum denkbar. Trotzdem sind der Anteil und die Rolle von Frauen etwa in der Friedens- und Umweltbewegung oder die Ideen der frauenpolitischen Gruppierungen bisher nicht ausreichend thematisiert worden.

Podium mit Peggy Piesche, Dr. Carola Rudnick und Almut Ilsen.
Moderation: Shelly Kupferberg

18:00 Uhr  |  Führung durch die Ausstellung "Einblick ins Geheime" zum Fall Ulrike Poppe

Werkstattgespräche

24.10.2019, 19 Uhr, Stasi-Zentrale. Campus für Demokratie
Werkstattgespräch I: Am Küchentisch - Frauen in der Opposition

14.11.2019, 19 Uhr, Lernort Keibelstraße
Frau anders - Lesbengruppen zwischen Bürgerrechts- und Homosexuellenbewegung

5.12.2019, 19 Uhr, Lernort Keibelstraße
"Asoziale" Frauen in der Gesellschaft des Kalten Krieges. Der Fall B.

Kontakt

Ulrike Rothe
Dieffenbachstr. 76, 10967 Berlin
03025794261

Für die Werkstattgespräche ist die Anzahl der Plätze ist begrenzt.
Bitte melden Sie sich daher für alle Werkstattgespräche an unter: rothe(at)agentur-bildung(dot)de

Zur Veranstaltungsreihe (Link)