Gewalt erklären? Mikro-Makro-Link, Temporalität und Timing

Vortrag von Thomas Hoebel und Wolfgang Knöbl mit einem Kommentar von Thomas Klatetzk im Rahmen der Reihe "Organisation, Dauer und Eigendynamik von Gewalt" (ORDEX)

Die sozialwissenschaftliche Gewaltforschung pflegt auf den ersten Blick ein kontroverses Verhältnis dazu, den von ihr gewählten Gegenstand zu erklären – unabhängig davon, wie sie diesen Gegenstand „Gewalt“ jeweils zuschneidet. Auf den zweiten Blick ist die Diagnose einer explanatorischen Kontroversität der Gewaltforschung allerdings Schönfärberei. Hier ist nur der Wunsch, es möge doch eine elaborierte Auseinandersetzung darüber geben, ob und wie Gewalt erklärt werden soll resp. kann, der Vater des Gedankens. Denn nüchtern betrachtet pflegt die Branche kein kontroverses, sondern ein ignorantes Verhältnis zu erklärungstheoretischen Fragen. Neben dem Problem, welche Voraussetzungen die Erklärung von Gewalt hat, widmet sich der Vortrag mit Blick auf „organisierte Gewalt“ der Frage, welche analytischen Chancen und Grenzen mit Ebenenerklärungen einerseits, mit prozessualen Erklärungen anderseits verbunden sind.

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