Gewalt – Vernunft – Angst

Interdisziplinäre Tagung

In Zeiten zunehmender politischer und gesellschaftlicher Unsicherheiten geraten die subjektiven Bewältigungsformen von Kontingenzen und Lebensrisiken mehr und mehr unter Veränderungsdruck – auch, da spätmoderne Lebensbedingungen mit Anforderungen des Optimierens bei gleichzeitiger Zunahme von gewaltförmigen Diskursen konfrontiert sind. Unsicherheiten, Gewaltphantasien und Ängste können die Folge sein.

Gewalttätige und kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Menschen oder Staaten werden mehr und mehr präsent. Dies erhöht die Wahrnehmung von Gewalt und physisch ausagierter Willkür und produziert neben vernünftigen Auseinandersetzungen Gefühle von Angst und Abwehr. Zugleich bieten medial verbreitete Imaginationen vielfältige Möglichkeiten zum Ausleben und Miterleben von Gewalt- und Angstphantasien in einem nie gekannten Ausmaß und in nie gekannter Intensität. Angesichts dieser Situation stehen die klassischen, mit der europäischen Tradition verknüpften vernunftbasierten Diskurs- und Bewältigungsformen vor neuen, bisher nicht gekannten Herausforderungen.

»Vernünftig« auf die deutlicher werdende Präsenz von Gewalt unter spätmodernen Bedingungen von Heterogenität und Vielfältigkeit, die auszuufern scheint, zu reagieren, »vernünftig« mit den eigenen und fremden Ängsten umzugehen und auch mit den Faszinationen – umzugehen, die mit Gewaltphänomenen verbunden sind – das erscheint zunehmend schwierig. Das stellt alle Formen wissenschaftlichen Denkens vor neue Herausforderungen. Nicht nur einzelne Personen sind damit konfrontiert, sondern auch Lebensbereiche wie Familie, Bildung, Medienleben und Alltagshandeln sind davon betroffen. Daraus ergeben sich politische, soziale, biographische und pädagogische Probleme.

Die Tagung wird von Prof. Dr. Jutta Ecarius organisiert.

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