Hannah Arendts Phänomenologie der Pluralität

Vortrag von Prof. Dr. Sophie Loidolt (TU Darmstadt) in der Reihe Rechtskritik als Gesellschaftstheorie

Für Arendt ist Pluralität eine Bedingung, die zur „conditio humana“ gehört und die Tätigkeiten des Sprechens und Handelns ermöglicht, welche die Existenzform des Politischen vorzeichnen. In der Politik geht es nicht um „den Menschen“, d.h. um eine Wesensbestimmung des Menschen im Singular, sondern um „die Menschen“, d.h. um eine gemeinsame Existenz im Plural. Meine These ist, dass dieses Konzept nicht in seiner Tiefe zu verstehen ist, wenn man nicht Arendts Wurzeln in der Phänomenologie und Existenzphilosophie berücksichtigt. Umgekehrt erreicht Arendt über das Paradigma der Pluralität eine Transformation der klassischen Phänomenologie nach Husserl und Heidegger, die deren Grundbegriffe wie Erscheinen, Erfahrung, Welt etc. neu zu denken aufgibt.

 

Veranstaltungsort:

IHNESTRASSE 22/A

Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft

Arbeitsbereich Politik und Recht

Univ.-Prof. Dr. Christian Volk