Heinz Steinert Symposium

Symposium vom 15. bis zum 17. Oktober 2020 in Wien

Heinz Steinert hat ein umfassendes, breit gefächertes wissenschaftliches Werk hinterlassen. Er forschte und schrieb zu Kriminalität und Gefängnissystem, Theodor W. Adorno, Entwicklung der Kritischen Theorie, Wissensgesellschaft, Kulturindustrie, Max Weber, Jazz, Kloster- und Fabrikdisziplin, Dialektik der Aufklärung, Phasen des Kapitalismus, Musik-, Kunst- und Kulturproduktion, Museumspolitik, Klassenpolitik, Michel Foucault und Pierre Bourdieu, wie auch zur Kritik der empirischen Sozialforschung. Methodisch prägte der Gegensatz von Herrschaft und Befreiung all seine Arbeiten, wie unterschiedlich sie thematisch auch waren. Unermüdlich forderte Heinz Steinert Reflexion ein, Reflexion der gesellschaftlichen Verhältnisse ebenso wie Reflexion des eigenen Tuns, der eigenen Arbeits- und Wirkungsbedingungen wie der von ihm als hochproblematisch eingeschätzten Entwicklungen an den Universitäten.

In seiner eigenen Auseinandersetzung mit der Kritischen Theorie fokussierte Heinz Steinert stets auf die Denkmodelle der Befreiung, die es in der theoretischen Praxis kritischer Theoretiker*innen zu rekonstruieren gilt. Nicht Musealisierung kritischen Denkens oder Fragen nach einer instrumentellen „Brauchbarkeit“, weder Götzenverehrung noch der in Familienromanen kritischer Theorie so beliebte Versuch, Vergessene zu „Klassikern“ zu erheben, „gerade nicht Traditionspflege, sondern Weiterarbeit an den Fragen und am Instrumentarium“, wie Heinz Steinert selbst formulierte, stehen im Zentrum des Symposiums. Die Auseinandersetzung mit dem Steinert‘schen Werk soll zum kritischen Weiterdenken anregen.

Dieses Symposium will die wichtigsten Themenkreise des Werks von Heinz Steinert reflektieren und zur Diskussion stellen. Die Leitfragen sind bei allen Panels dieselben: Welche Aussagen hat Heinz Steinert getroffen? Woran können und sollen wir anknüpfen? Welche kritischen Einwände ergeben sich? Im Symposium werden sowohl Kenner*innen des Werks von Heinz Steinert eingebunden, als auch dazu eingeladen, an den Arbeiten von Steinert anzuknüpfen, um sie für eigene Fragestellungen fruchtbar zu machen. 

Jedes Panel wird durch ein Eingangsstatement eröffnet, das die Verbindung des Themas zum Werk Heinz Steinerts herstellt und die Diskussion zwischen drei bis vier Diskutant*innen pro Panel einleitet.

Geplante Panels

  • Steinerts Kapitalismusverständnis
  • Strafrecht, Gefängnis und Polizei als Herrschaftsinstrument – Abolitionismus als Herrschaftskritik
  • Kritik der Kriminologie – zum „falschen Bewusstsein“ einer Wissenschaft
  • Die Institutionen „Verbrechen & Strafe“ und „Schwäche & Fürsorge“
  • Soziale Infrastruktur – Welfare Policy from below
  • Heinz Steinert zur Musiktheorie Theodor W. Adornos Dialektik der Aufklärung als Forschungsprogramm
  • Von der Werk-Ästhetik zur Interaktions-Ästhetik
  • Fußball als kulturindustrielles Spektakel
  • Lachen „von unten“ – Auschwitz-Gelächter?
  • Die Fabrikation des zuverlässigen Menschen – zur Geschichte der Gehorsamsproduktion Max Webers unwiderlegbare Fehlkonstruktionen
  • Reflexive Soziologie – Kritik der empirischen Sozialforschung

CfP (PDF)

Weitere Informationen zum Symposium und zu den Panels (Link)