Kann die spätantike 'Völkerwanderung' etwas zum besseren Verständnis unserer Gegenwart beitragen?

Vortrag von Stefan Esders im Rahmen der Ringvorlesung "Migration. Wanderungsbewegungen vom Altertum bis in die Gegenwart"

Seit dem Sommer 2015 wird das Thema Migration verstärkt und nicht nur in Deutschland kontrovers diskutiert. Dabei reicht das Spektrum von Äußerungen expliziter “Willkommenskultur” bis hin zu diversen, teils offen, teils versteckt artikulierten Ängsten vor den zu uns kommenden Menschen. Die aktuelle Situation mit der Zuwanderung von mehr als einer Million Menschen nach Deutschland innerhalb eines Jahres bringt schlaglichtartig ins Bewusstsein, dass Migrationsbewegungen im globalen Maßstab das gesamte 19. und 20. Jh. gekennzeichnet haben und dass sie – unter anderem ausgelöst durch die Folgen des Klimawandels und durch kriegerische Konflikte – aller Voraussicht nach auch die kommenden Jahrzehnte prägen werden.

In dieser Situation möchte die Vortragsreihe das Thema “Migration” in einen breiten historischen Kontext von der Urgeschichte bis zur Spätantike und vom Mittelalter bis zur Gegenwart stellen. Begriffe und Konzepte werden hinterfragt: wer genau “migriert”, aus welchen Gründen und mit welchen Konsequenzen? In welchen Zeiträumen ereignen sich historische Migrationsbewegungen – und gibt es tatsächlich so etwas wie “Völkerwanderungen”, bzw. hat es sie jemals gegeben? Die Perspektiven von Historikerinnen und Historikern, Archäologinnen und Archäologen werden ergänzt durch Beiträge aus Soziologie, Philologie, Literaturwissenschaft, Museologie und Genetik. Darüber hinaus soll auch die Frage behandelt werden: Wie verändert sich der Blick auf unsere eigene Kultur durch Zuwanderung?

Referent: Stefan Esders (Friedrich-Meinecke-Institut, Freie Universität Berlin)

Ort: Freie Universität Berlin, Hörsaal 1a

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