Komplexe Grenzen: Dimensionen – Dynamiken – Technologien

Tagung an der Viadrina-Universität Frankfurt/Oder

Grenzen sind in Anbetracht der zunehmenden Beschleunigung gesellschaftlichen, nationalstaatlichen und kulturellen Wandels von zentraler Bedeutung. Sowohl die ‚Grenze’ als theoretisches Konzept als auch das empirische Forschungsfeld ‚Grenzen’ werden dabei immer stärker als hochkomplexe Gegenstände und Wissenschaftsbereiche wahrgenommen und behandelt. Auch wenn es Bemühungen gibt, systematische Ansätze zur Gestalt von Grenzen zu entwerfen, sind diese bisher nicht hinreichend ausgestaltet oder ausreichend, um aktuelle soziale und politische Herausforderungen sowie Potenziale von Grenzziehungen fundiert bearbeiten zu können.

Die wissenschaftliche Tagung Komplexe Grenzen: Dimensionen – Dynamiken – Technologien setzt genau hier an und stellt sich der analytischen Herausforderung, diese weithin postulierte Komplexität systematisch und heuristisch zu umreißen, und dazu sowohl die Vielgestaltigkeit und Dynamik von Grenzbildungsprozessen als auch die konkreten Funktions- und Wirkungsweisen von Grenzen in den Blick zu nehmen. Im Vordergrund steht dabei ein weiter Grenzbegriff, der über eine eindimensionale, insbesondere eine rein räumliche Bestimmung hinausgeht und die Grenze auch in ihrer Zeitlichkeit und Sozialität als Querschnittsthema etablierter Forschungs- und Handlungsräume fruchtbar machen möchte. Eine derartige Auseinandersetzung zielt auf die Identifikation belastbarer, komparativer Analysekategorien, die über reine Problembeschreibungen hinausgehen und der Komplexität von Grenzen und Grenzziehungsprozessen gerecht werden.

Die Tagung wird von der Arbeitsgruppe Grenztheorien organisiert. Diese hat sich 2014 im Kontext des Grenzforschungszentrums Viadrina Center B/ORDERS IN MOTION als ein Zusammenschluss von Nachwuchswissenschaftler*innen der Europa-Universität Viadrina konstituiert, die sich disziplinübergreifend der kritischen Diskussion und Erarbeitung von zentralen Konzepten und Leitfragen der Grenzforschung widmet. Hauptanliegen sind die Konturierung theoretischer Zugriffe auf Grenzen und Grenzziehungen, aber auch eine Auseinandersetzung mit übergeordneten Fragen wie etwa nach dem Mehrwert eines allgemeinen Grenzbegriffs, nach den normativen Implikationen von Grenzforschung oder nach deren methodologischen Konsequenzen.

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