Konstruktionen und Gestaltungen des Alterns in ruralen Lebenswelten. Soziale Potentiale, demographische Mythen und technische Möglichkeiten

Tagung an der Fachhochschule Kärnten

Diese Veranstaltung ist die 2. Jahrestagung des IARA (Alternsforschungszentrum der FH-Kärnten) sowie gleichzeitig: die Herbsttagung der Sektion „Alter(n) und Gesellschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), Tagung der Sektion ländliche Sozialforschung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie (ÖGS), Tagung der AG Altern und Soziale Arbeit der Österreichischen Gesellschaft für Soziale Arbeit (ogsa) Tagung der "Strategischen Initiative Alternde Gesellschaft" (SI-AGE) der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) Tagung der deutschsprachigen Sektion der International Society of Gerontechnology (ISG).

Zum Thema der Tagung:

"Fachpublikationen, Feuilleton und Lokalpolitik schwanken bei der Beurteilung der Zukunft ländlicher Räume zwischen Zweckoptimismus und Alarmismus, zwischen Defizitängsten und Aktivierungshoffnungen. Altern wird dabei in der Regel demographisiert und zum Drohpotential, betroffene Gemeinden werden damit zusätzlich der Peripherisierung ausgesetzt. Einschnitte in soziale Sicherungssysteme und lokale Versorgungsstrukturen werden fast immer mit dem demographischen Wandel in Beziehung gesetzt. Die Drohung des „Schrumpfens“ legitimiert Kürzungen, die wiederum negative Auswirkungen für die Lebenswirklichkeit und Generationenverhältnisse bis in die kleinste Siedlung haben, was schließlich weitere Einsparungen nahe legt und Abwanderung fördert.

Ob und wie sich ein solcher Circulus vitiosus auflösen ließe, müsste zunächst wissenssoziologisch geklärt werden. Eine Anregung dazu bot Norbert Elias (in Engagement und Distanzierung) mit seinem Ansatz sich selbst verstärkender Doppelbinderprozesse. Stünden auch aktuellere soziologische Erklärungen bereit, die für das Altern in solchen Regionen relevant sind? Erweisen sich die bekannten Attribute des (erfolgreichen, aktiven, glücklichen, gesunden) Alterns aus soziologischer Perspektive hierfür unpassend? Wodurch könnten sie abgelöst werden, welche Alternativen bieten sich an? Welche praktischen Implikationen hätte dies für die Soziale Arbeit mit Älteren im ländlichen Raum? Und welche Rolle spielen hier neue Technologien – werden Sie bestehende Ungleichheiten zwischen Stadt und Land verschärfen oder können technische Innovationen vielleicht gerade im ländlichen Raum neue Handlungsspielräume erschließen?" (DGS)

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