Luther in der DDR

Während der deutschen Teilung war die Beschäftigung mit der Reformation Teil der ideologischen Auseinandersetzung zwischen Ost und West. Für die DDR war Luther vor allem der „Fürstenknecht“, der die aufständischen Bauern verraten hat. Statt seiner wurde Thomas Müntzer in den Mittelpunkt der Ehrungen gestellt. Erst anlässlich des Lutherjubiläums 1983 änderte die SED ihr Lutherbild. Es erschienen mehrere Bücher und eine mehrteilige TV-Produktion. Einige Stätten von Luthers Wirken, wie die Wartburg, wurden restauriert. Anlässlich der Neueröffnung fand dort ein Staatsakt mit Erich Honecker statt. Das neue Lutherbild war Teil einer stärkeren Orientierung auf „Erbe und Tradition“, aber auch der Versuch, das Verhältnis zu den Evangelischen Kirchen zu verbessern.

Die Tagung ist in fünf Sektionen unterteilt, die sich wissenschaftlich dem Thema folgendermaßen annähern:

  1. Erinnerungskultur der Reformationsepoche in Ost und West
  2. Zur Rolle Martin Luthers in der DDR-Geschichtsschreibung
  3. Kirche vs. SED – Das Lutherjubiläum 1983
  4. Die Installierung eines neuen Helden – Thomas Müntzer in der Geschichtspolitik der DDR
  5. Luther in Film und Fernsehen der DDR

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Ansprechpartnerin:
Caroline Flosdorff
Referentin Kultur & Gesellschaft
Tel.: 030 88412 201