Mehr Realität – weniger Realpolitik. Wie sich das außenpolitische Denken ändern muss

Bernd Ulrich im Gespräch mit Klaus Naumann

Auftakt der Veranstaltungsreihe: "Die Welt ist aus den Fugen" – Politik in Zeiten von Krieg und Terror.

Die Eule der Erkenntnis fliegt los in der Dämmerung: Jetzt, da die globale Übermacht des Westens spürbar nachlässt, merken wir, worum es sich bei der vermeintlichen Realpolitik tatsächlich handelte: Um Hypermacht und Männlichkeit, um einen verengten Blick, der mehr und mehr den Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat. Den offenen Rassismus der Kolonialzeit gibt es schon lange nicht mehr, als Ungenauigkeit, Ungeduld und Gleichgültigkeit hat sich dieser Blick aber erhalten und lässt westliche Politik Mal um Mal scheitern. Das ist, anders als es zurzeit scheinen mag, eine eher gute Nachricht. Denn die sogenannte Realpolitik hat ungeheure Verheerungen angerichtet. Ihre Überwindung kann nun die internationale Politik ins Chaos begleiten oder in eine neue Ordnung führen.

Bernd Ulrich, Politologe, stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Politikressorts der ZEIT

Im Gespräch mit Dr. Klaus Naumann, Zeit- und Militärhistoriker, Wissenschaftler in der Forschungsgruppe Nachkriegszeiten im Hamburger Institut für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg

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