Militärisches Handeln aus einer Perspektive der „Zonen der Gewalt”: Das Beispiel Kunduz

Vortrag Nina Leonhard mit einem Kommentar von Jan Philipp Reemtsma im Rahmen der Reihe "Organisation, Dauer und Eigendynamik von Gewalt" (ORDEX)

Der Beitrag beschäftigt sich mit militärischem Handeln als staatlich sanktioniertem Gewalthandeln, das in der Regel anhand rechtlicher Kriterien (erlaubt/nicht erlaubt) beurteilt wird und häufig mit einer unterkomplexen Sicht auf das Militär und militärische Einsätze einhergeht. Unter  Rückgriff auf das Konzept der "Zonen der Gewalt" von Jan Philipp Reemtsma wird stattdessen dafür plädiert, militärisches Handeln als Arbeit an den Grenzen zwischen dem Erlaubten, Verbotenen und Gebotenen zu konzipieren und entsprechend empirisch zu untersuchen. Als Fallbeispiel, an dem dieses Vorgehen schlaglichtartig expliziert werden soll, dient die durch die Bundeswehr angeordnete Bombardierung von zwei Tanklastzügen in Kunduz/Afghanistan von 2009, die den Tod von über 100 Menschen (darunter auch Kindern) zur Folge hatte.

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