Mit „alternativen Fakten“ gegen „Lügenpresse“ und „Meinungsdiktatur“. Wie rechte Medien gegen Demokratie und Vielfalt hetz(t)en

Spring School vom 30. März bis 2. April 2020 am NS-Dokumentationszentrum München. Anmeldung erforderlich

Rechtsextremisten nutzen digitale Netzwerke, um gegen demokratische Politiker*innen, gesellschaftliche Vielfalt und kritische Journalist*innen zu hetzen. Im Internet verbreiten sich Hassbotschaften und Gewaltaufrufe rasend schnell. Rechte Nutzer*innen werden in ihren radikalen Ansichten bestärkt, weil die Algorithmen der Betreiberplattformen digitaler Medien darauf ausgerichtet sind, den Usern eben solche Meldungen und Kommentare anzuzeigen, die ihre Überzeugungen bestätigen. Rechtsterroristen wie die Attentäter von Utøya, Christchurch und Halle nutzten das Internet, um ihre Verbrechen anzukündigen und sich von ihren Gesinnungsgenossen für die Gewalttaten feiern zu lassen.

Doch die mediale Verbreitung rechter Hetze ist nicht allein ein Phänomen unserer digitalisierten Gegenwart. In der Weimarer Republik war es insbesondere die Münchner Zeitungs- und Verlagslandschaft, die antisemitische und rassistische Propaganda verbreitete und den Nationalsozialisten im Kampf um die mediale Deutungshoheit den Boden bereitete.
Die Spring School betrachtet zunächst im Rahmen von Vorträgen und Workshops die historischen Facetten rechter und nationalsozialistischer Propaganda in den 1920er Jahren. Danach werden heutige Formen von Hassbotschaften und Hetze vorgestellt. Abschließend befassen sich die Teilnehmenden mit der Frage, welche Strategien und Methoden dafür geeignet sind, der rechten Propaganda entgegenzuwirken.

Die Spring School richtet sich an Studierende, Lehrkräfte und Multiplikator*innen und wird auf den Sozialen Medien unter #nsdokuSpringSchool begleitet.

Die Spring School findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus statt.

Ort: NS-Dokumentationszentrum München
Kosten: 20 Euro
Anmeldung unter: vermittlung.nsdoku@muenchen.de. Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihre vollständige Postanschrift an.

Programm

Mo 30|03|2020: Auftakt

13.30 – 14.00 Uhr | Begrüßung
Mirjam Zadoff (NS-Dokumentationszentrum München)

14.00 – 17.30 Uhr | Vortrag
NS-Dokumentationszentrum München: Auseinandersetzung mit rechter Propaganda in der Vermittlungsarbeit
Thomas Rink, Dirk Riedel (NS-Dokumentationszentrum München)

19.00 Uhr | Vortrag
Hate speech: Wie Rechtsradikale das Netz für ihre Zwecke instrumentalisieren
Karolin Schwarz (Berlin) im Gespräch mit Mirjam Zadoff

Di 31|03|2020

Rechtsextremistische Propaganda in der Weimarer Republik
09.00 – 13.00 Uhr | Vorträge
Vorurteil und Hetze: „Der Stürmer und seine Leser“
Melanie Wager (Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg)

Mythen und Lügen: Die rassistische Kampagne gegen die „Schwarze Schmach“
Ulla-Britta Vollhardt (NS-Dokumentationszentrum München)

Gegenwehr: Sozialdemokratische Presse im Kampf gegen Rechts
Olaf Guercke/Ann Kathrine Maier (Archiv der sozialen Demokratie – Friedrich Ebert Stiftung Bonn)

14.00 – 17.30 Uhr | Workshops
mit Melanie Wager, Ulla-Britta Vollhardt/Dirk Riedel/Thomas Rink, Olaf Guercke/Ann Kathrine Maier

Mi 01|04|2020
„Alternative Fakten“ und Umgang mit Quellen heute

09.00 – 13.00 Uhr | Vorträge
Vorurteil und Hetze: Das rechtsalternative Internet zwischen Meinungsmanipulation und Rechtsterrorismus
Simone Rafael (Belltower News, Amadeu Antonio Stiftung Berlin)

Mythen und Lügen: „Der große Austausch“ – Die Agitation der Identitären gegen Migration
Julian Bruns (Universität Wien)

Aufklärung: Argumentationstraining gegen rechte Hetze im Internet
Larissa Bothe/Theresa Ostertag (Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Berlin)
   
14.00 – 17.30 Uhr | Workshops
mit Simone Rafael, Julian Bruns, Larissa Bothe/Theresa Ostertag

Do 02|04|2020

Umgang mit „alternativen Fakten“ in der politischen Bildung
9.00 – 13.30 Uhr | Vortrag und Workshop
Geimpft gegen Lügen im Netz: Wie Jugendliche lernen, Fake News zu durchschauen und zu bekämpfen
Karoline Kuhla-Freitag (Redaktion Die ZEIT, Hamburg)

Zur Veranstaltung (Link)