Mobilisierte Gewalt. Zur diskursiven Mobilisierung rechter Gewalt am Beispiel der „Bürgerwehr Freital“

Vortrag von Eddie Hartmann und Felix Lang mit einem Kommentar von Stefan Malthanerim Rahmen der Reihe „Organisation, Dauer und Eigendynamik von Gewalt“ (ORDEX)

Jan Philipp Reemtsma hat 2015 in seinem Abschiedsvortrag für das Hamburger Institut für Sozialforschung grundlegend in Zweifel gezogen, dass bestimmte Formen von Gewalt sich überhaupt erklären lassen, und seine Auffassung zum Ausdruck gebracht, die Sozialwissenschaften mögen sich stattdessen um adäquate Beschreibungen bemühen. Unser Vortrag greift diese methodologische Debatte auf und schlägt eine analytische Perspektive vor, die Reemtsmas Gewalttheorie mit neueren Ansätzen aus der Bewegungsforschung verknüpft, um den Zusammenhang von diskursiven Prozessen und der Emergenz politischer Gewalt zu untersuchen. Diese Perspektive wird exemplarisch auf den Fall der „Bürgerwehr Freital“ angewandt, die im Zeitraum Juni bis November 2015 mindestens fünf Sprengstoffanschläge auf Geflüchtete und politische Gegner*innen im sächsischen Freital und dem angrenzenden Dresden verübte.

Zur Vortragsankündigung (PDF)