Nachbeben. Zehn Jahre Finanzkrise und ihre Auswirkungen in Deutschland und Europa

Tagung der Sektion „Politische Ökonomie“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Schader-Stiftung in Darmstadt.

Auch zehn Jahre nach dem Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers am 15. September 2008, der den Ausbruch der weltweiten Finanzkrise markiert, sind deren politische und wirtschaftliche Auswirkungen weiterhin zu spüren. Die wirtschaftlichen Einschnitte in Deutschland scheinen zwar weitestgehend überwunden, doch Länder wie Spanien und Griechenland haben noch immer mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen zu kämpfen. In allen entwickelten Industrienationen hatte die Finanzkrise nachhaltige politische Konsequenzen, wie den Aufstieg neuer politischer Koalitionen oder tiefgreifende Reformen in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik. Und für den stabilen Erhalt der Eurozone gibt es zwar viele Vorschläge, aber keine politische Einigkeit.

Die unmittelbaren Folgen der Finanzkrise sind in Politik- und Wirtschaftswissenschaft bereits umfassend diskutiert worden. Diese Tagung widmet sich hingegen den mittel- und langfristigen Auswirkungen der Krise. Zehn Jahre danach wollen wir Bilanz ziehen: Welche politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Implikationen der Finanzkrise sind in Deutschland und Europa zu beobachten? Dabei sollen sowohl die Auswirkungen der Finanzkrise auf individuelle Einstellungen und Wahrnehmungen in den Blick genommen werden, als auch die Entwicklungen auf nationalstaatlicher Ebene, etwa bezogen auf politische Veränderungen oder gesellschaftliche Umbrüche. Auch nach den mittel- und langfristigen Auswirkungen der Finanzkrise auf einzelne Politikfelder soll gefragt werden, wie etwa Arbeitsmarktpolitik,Finanzpolitik, Steuerpolitik,  Sozialpolitik oder Bankenregulierung. Gleichfalls diskutiert werden sollen die im Zusammenhang mit der Finanzkrise stehenden Entwicklungen im europäischen Mehrebenensystem.

Ziel der Tagung ist die Zusammenführung wissenschaftlicher und praktischer Perspektiven, um so zu einem tieferen Verständnis der andauernden Folgen der Finanzkrise zu gelangen. Sie wird gemeinsam veranstaltet von der Sektion „Politische Ökonomie“ der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW) und der Schader-Stiftung. Die Fachtagung findet statt am Donnerstag/Freitag, den 22./23. Februar 2018 im Schader-Forum, Darmstadt.

Das Tagungsprogramm soll vielfältige Formen des Dialogs ermöglichen, neben klassischen Vortragspanels sind daher auch interaktive Formate wie Dialog-Cafés oder Round Tables geplant. Mithin sind Vorschläge für kurze Impulse ebenso willkommen wie Vorschläge für längere Beiträge.

Die Tagungssprache ist deutsch. Nicht-Muttersprachler sind herzlich eingeladen, in englischer Sprache vorzutragen und zu diskutieren. Über die Zusammensetzung des Programms wird Anfang Dezember informiert.

Veranstaltungsorganisation

Dr. Colette Vogeler,
Technische Universität Braunschweig
colette.vogeler(at)tu-braunschweig(dot)de

Dr. Laura Seelkopf,
European University Institute, Fiesole
laura.seelkopf(at)eui(dot)eu

Dr. Tobias Robischon,
Schader-Stiftung
robischon(at)schader-stiftung(dot)de